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Eine Todesnachricht zum Nachdenken…

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In Krefeld verstarb kürzlich der frühere Oberbürgermeister der Stadt, Hansheinz Hauser, im gesegneten Alter von 97 Jahren.

Er war ein umtriebiger Politiker auf kommunaler, Landes-, und Bundesebene. Ämteranhäufung würde man ihm heutzutage vorwerfen…

Er war Vorsitzender des Städtetages Nordrhein-Westfalen und von 1975 bis 1982 Vizepräsident des Deutschen Städtetages. Zeitgleich, oder sich überschneidend, war er auch noch Landtagsabgeordneter in NRW und Bundestagsabgeordneter – als solcher von 1982 bis 1990 stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion. Man bekommt es gar nicht so recht sortiert…

Unzählige Ehrungen wurden ihm im Laufe seines Lebens als Anerkennung für sein gesellschaftliches Engagement zuteil.

Er war Träger des großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Schulterband, des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen außerdem Ehrenbürger der Stadt Krefeld usw., usw., …

Der Streubreite seiner Aktivitäten entsprechend, fiel die Berichterstattung zu seinem Tode in der regionalen Presse sehr umfangreich aus.

Eigentlich wollte ich die Meldungen über ihn nur kurz überfliegen…

…seinen Namen hatte ich schon im Gedächtnis, Hansheinz vergisst man nicht – aber, wer war das gleich?

Ich kannte ihn nicht persönlich und die Kernzeit seines Wirkens lag in einer Zeit, als ich noch…

Was ich als besonders interessant aus den Nachrufen herausfilterte war, dass Hausers Basis für sein Wirken…

…seine Profession als Bäcker- und Konditormeister mit eigenem Geschäft war!

(Auch gewerblich dachte er über seinen eigenen Lebensbereich hinaus und engagierte sich im Rheinischen Bäckerinnungsverband, in der Handwerkskammer und im Zentralverband des deutschen Handwerks.)

In der Rheinischen Post stand zu lesen, dass sich seine monatliche Entschädigung für seine Nebentätigkeit(!) als Landtagsabgeordneter…

…im Jahre 1958 auf dreihundert Mark belief.

In diesem Blatt wurde auch aus einem Interview zitiert, welches er anlässlich seines 90. Geburtstags gegeben hatte. Unter anderem stand zu lesen: „Ohne einen anderen Beruf wäre ein Politiker nach heutigen Maßstäben Hartz-IV-Empfänger gewesen“ – und, dass die Entwicklung zum Berufspolitiker nicht zu einer Verbesserung, sondern zu einer Verschlechterung des Ansehens von Politikern in der Bevölkerung geführt habe.

Blitzartig zog ich, während des Lesens, Parallelen von seinem Wirken zu dem der heutigen Politiker…

Mit dem oben zitierten Satz wies er, meiner Meinung nach, auf das Kernproblem unserer deutschen Demokratie hin. Dieses Kernproblem sehe ich tatsächlich darin, dass Menschen die Politik gegenwärtig als ein Mittel zum Gelderwerb betrachten (können).

Der Inhalt der Politik hat sich seit den Zeiten Hansheinz Hausers fundamental geändert. In seiner Generation bestand die Politik noch aus der Mannigfaltigkeit der Staatsführung – heute besteht „Politik“ aus dem Ergattern eines Mandats!

Die Diäten für ein Mandat, als Landtagsabgeordneter in NRW, belaufen sich derzeit auf 11.620 Euro monatlich. Ein Bundestagsabgeordneter erhält 10.083,47 Euro. Dazu gibt es noch einiges an „Nebengeräuschen“.

Das sind Summen, über die der Inhaber eines gutgehenden Handwerksbetriebes nur schmunzeln kann…

…aber für manch einen stellen solche Beträge eine echte Versuchung dar!

Die Steigerung von „Versuchung“ ist „Gier“!

…und Gier geht einher mit Aggressivität!

Das erklärt auch die Aussage „weniger rigoros im Streit“, über den Verlauf der politischen Handlungen zu Hausers Zeiten, die ich ebenfalls einem Nachruf entnehmen konnte.

Die Zusammensetzung der deutschen Parlamente und des politische Personals, weist darauf hin, dass vor allem berufslose Gammler, Studienabbrecher und Pleitiers die Sirenen singen hören, wenn sie an einen Platz in ihnen nur denken.

Auch Absolventen von Studienfächern, welche ein Umsetzen des Erlernten in bare Münze kaum erwarten lassen, verachten „Knete“ nicht, wenn sie denn über den „Staat“ in ihre Taschen fließt!

Die Zusammenrottung von bildungsfernen Diätenjägern und Spesenrittern ist kein Phänomen innerhalb einzelner Parteien, beispielsweise der arbeitsscheuen Linken…

…man findet sie in jeder Fraktion.

Von den „Grünen“ habe ich sogar den Eindruck, dass bei ihnen die Qualifikation zu einem ertragreichen Beruf ein Karrierehemmnis darstellt…

Wenn ich an Grüne denke, dann fallen mir Leute wie Ex-Außenminister Joseph Martin Fischer, Claudia Roth, oder Katrin Göring-Eckardt ein. Einer der Dreien erreichte immerhin, aber vielleicht ist auch das nur eine Legende, die Qualifikation für einen Taxifahrerschein.

Auch in der CDU tummeln sich solche Typen an prominenter Stelle, wie beispielsweise in der Position des Generalsekretärs, Paweł Ziemiak…

…und es gibt sie auch in der SPD. Der berufslose Juso Vorsitzende Kevin Kühnert kommt mir da spontan in den Sinn…

In der AfD sind mir solche Typen bisher am wenigsten aufgefallen. Gerade in der Anfangs- und Aufbauphase der Partei sah ich dort nur Leute mit einer überdurchschnittlichen Berufsausbildung agieren, viele davon, wie Bernd Lucke, Jörg Meuthen, Alice Weidel, auch mit ökonomischer Kompetenz.

Diese Personen sehe ich als Platzhalter für die Unternehmer, deren fehlen in den Parlamenten Hansheinz Hauser bemängelte: „Ein Unternehmer sagt heute: Ich muss meinen Betrieb in Ordnung halten; ich lass mich zweitens nicht ständig beschimpfen…“

Für das Beschimpfen der AfD ist eine Begründung schnell gefunden: ich meine, dass neben dem Futterneid…

…die in den deutschen Parlamenten schon länger etablierten Parteien der AfD deshalb so hassvoll und hetzerisch gegenüberstehen, weil deren Sachkompetenz und Fähigkeit zur Argumentation ihnen ihre eigene, deppenhafte, Bildungslosigkeit vor Augen führt!

Ich möchte hier die AfD nicht als ein Heilmittel gegen den verkommenen Parlamentarismus, lobpreisen – und auch keine Wahlempfehlung für sie abgeben.

Die überdurchschnittliche personelle Qualität dieser noch jungen Partei ist nach meiner Einschätzung nur eine vorübergehende…

Einem freiheitlich denkenden Menschen stellt sich wohl nicht die Frage, ob man die AfD wählen kann – sondern ob man sie noch wählen kann!

…denn daran, dass sie sich, wie alle anderen Parteien in unserem Politbetrieb auch, zu einem Pöbelhauf entwickelt, kann kein Zweifel bestehen.

Parteigründer sind meist von Idealismus getrieben. Im Wunsch zur Beseitigung erkannter Mängel liegt die Motivation ihres Handelns. Je größer der Anfangserfolg einer neuen Kraft im Politbetrieb ist – umso stärker wirkt deren Anziehungskraft auf zweifelhafte Charaktere…

Was genau hinter parteiinternen Unruhen in der AfD steckt, kann man als Außenstehender nicht exakt beurteilen. Augenfällig ist aber, dass meist Personen darin verstrickt sind von denen bekannt ist, dass deren monetären Erlöse aus dem Politgeschäft höher sind als das, was sie außerhalb dieses Bereichs je an Einnahmen erzielen könnten.

Ich denke da zum Beispiel an einen Lehrer, welcher in Thüringen…

…oder an Andreas Kalbitz und die ehemalige Sprecherin der Bundes-AfD Frauke Petry, die ebenso wie Christian Lindner von der FDP, zu den bekannteren Pleitiers in der deutschen Politik zählen.

(Ganz ausdrücklich: eine Pleite kann man niemandem zum Vorwurf machen. Immerhin haben diese Leute Gründergeist bewiesen, Risikobereitschaft gezeigt und den Willen dazu, sich mit selbst geschöpftem Geld den Lebensunterhalt zu finanzieren. Beklagenswert ist nach meinem Verständnis nur, dass sich die Leute nicht noch einmal in ihrem Gewerbe ausprobiert haben – sondern sich lieber für den billigen Weg über das Abgreifen von Staatsknete in den Parlamenten entschieden…)

Mir scheint, dass unsere Art der Demokratie einem Systemfehler unterliegt.

Leute, die finanziell mit dem Rücken zur Wand stehen, bedienen sich einer Aggressivität im Kampf um Plätze am vom Steuerzahler gefüllten Trog…

…der sich die meisten Idealisten nicht stellen wollen.

Denen fehlt es nicht an der dazu notwendigen Härte. Diese haben sie meist schon auf ihrem beruflichen Weg zeigen müssen…

…aber wenn man sich eine Position erarbeitet hat die es möglich macht, in seinem eigenen Wertegerüst, in seiner eigenen Haltung zu leben…

Dann gibt man diese nicht preis…

Manche Sachen tut man sich einfach nicht an, oder lässt sie sich nicht gefallen, wenn man aus Idealismus handelt…

Intrigantentum, Umgang mit unlauteren Charakteren…

Enthusiasmus verfliegt…

…manchmal sehr schnell!

Viele klarsichtige Menschen die den Politbetrieb beobachten – und ihn verstehen…

…verweigern sich ihm von vornherein und verbleiben in Nüchternheit.

Ein mir befreundeter Manager meinte einst auf meine Frage, warum er sich denn nicht in der Politik betätige: „In einen solchen Sumpf begibt sich ein anständiger Mensch nicht hinein!“.

Der Pöbel setzt sich durch im Kampf um Spitzenämter. Das ist in unserem System heute so!

Was sich dabei als ein zusätzliches Problem für unser Staatswesen entwickelt ist, dass die Spitzenleute sich mit der Zeit selbst eine hohe Qualität attestieren, eben weil sie meinen sich an die Spitze gekämpft zu haben.

Wer von ihnen hat auf dem Schirm, dass sie gar nicht wirklich „kämpfen“ mussten, weil sich echte Größen dem Kampf verweigerten?

Man kann es bedauern, dass sich alle(!) Top Leute der Wirtschaft dem Politbetrieb verweigern…

…aber kann man es ihnen verdenken?

Auch ich kenne angenehmere Beschäftigungen…

Über Möglichkeiten zu sinnieren, welche die personelle Qualität unseres Politbetriebes verbessern könnte, ist vertane Zeit.

Der Netzseite des Bundestages ist zum Thema Diäten zu entnehmen: „Die Abgeordneten erhalten für ihr Mandat eine finanzielle Entschädigung. Die sogenannten Diäten sollen Verdienstausfälle ausgleichen, die den Abgeordneten durch die Ausübung ihres Mandats entstehen, und ihre Unabhängigkeit garantieren.“

Verdienstausfälle werden diejenigen nicht nachweisen können, die nie einen anderen Verdienst hatten!

Das wäre mal ein Ansatz…

…aber wenn man nun argumentiert, dass die Ausübung eines Mandats als Ehrenamt die Qualität des handelnden Personals massiv verbessern würde…

…weil die zweifelhaften Charaktere dann keine Würstchen mehr sehen, nach denen sie schnappen könnten…

…weil die Idealisten wieder an Bord wären…

…dann hat man gerade nicht auf dem Schirm, wer denn eine solche Maßnahme beschließen könnte…

Wir verbleiben also in unserer Gefälligkeitsdemokratie…

…es ist eine Gefälligkeitsdemokratie!

…denn der Politpöbel muss sich im Sinne seines Mandatserhalts die Mehrheit des Volkes gewogen machen!

Hansheinz Hausers Zeit ist vorbei!

…und eine Gefälligkeitsdemokratie frisst sich irgendwann einmal selbst!

Nachsätze:

Der Text soll nur mal ein Denkanstoß sein…

Es gibt im Politbetrieb sicher auch noch jede Menge Idealisten…

…aber um einen Sachverhalt deutlich zu machen, muss man eben pauschalisieren…

Ein Denkanstoß soll ja auch möglichst kurz sein…

Es liegt an jedem Leser selbst, ob er noch ein wenig in die Tiefe gehen möchte.

Interessant ist es aus meiner Sicht, die Verästelung bis auf die untersten Ebenen der Politik zu verfolgen. Hinein in die Kommunen…

Es gibt ja immer Abstufungen: kein Mandat? Na gut, Mitarbeit im Abgeordnetenbüro…

…stundenweise Arbeit im Wahlkreisbüro…

…und dann die Stadtparlamente. Dort meine ich, je nach Größe der Stadt, die größten Kluften zwischen den Akteuren zu sehen. Man findet in den Räten, nach meiner Erfahrung, tatsächlich die größten Idealisten – aber auch Leute von bescheidenem Intellekt – weil man keine anderen hat…

…und auch die größten Schmierlappen und Lumpen, die sich nicht blöde dabei vorkommen, von Sitzungsgeldern und Pauschalen tatsächlich ein Leben auf Hartz IV Niveau zu führen. Wie geht es eigentlich Jutta Ditfurth?

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