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Die Grünen und die Kulturrevolution

12. Mai 2021

Von Ferdinand Vogel

„Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ – Viktor Hugo

Von der maoistisch-ökologischen Chaostruppe hin zur künftigen Regierungspartei. Rechts der politischen Achse amüsiert man sich über die ständigen Versprecher und mitgenommenen Fettnäpfchen der Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen. Sie sei inkompetent, ein bisschen simpel gestrickt und eile von einem peinlichen Auftritt zum nächsten.

Nur wird dabei schnell vergessen, dass die Grünen trotz einer wirklich fachlich wie charakterlich ungeeigneten Kanzlerkandidatin es in den allermeisten Umfrageinstituten mittlerweile zur stärksten Kraft im Bund geschafft haben. Die im Netz vom szenetypischen Boomer gestellte Frage: „Wer wählt die denn?” (Ich kenne keinen!), lässt sich einfach und schnell beantworten: Das mittelständische Bürgertum und die urbane Oberschicht.

Grüne Reaktorräume

In Berlin Steglitz-Zehlendorf, wo kürzlich linksextreme Demonstranten für die Enteignung der Villenbewohner protestieren gingen, bekamen die Grünen bei der letzten EU-Wahl etwa 30% der Stimmen und wurden mit deutlichem Abstand stärkste Kraft.

Und wer Berlin kennt, weiß schlicht, dass in Steglitz-Zehlendorf ein ganz anderes Medianeinkommen zu finden ist als in Marzahn-Hellersdorf. Auch in Kreuzberg, in den hippen und superurbanen Vierteln schwäbischer Aussiedler und von Papa alimentierten Studentinnen, die in schicken Altbauwohnungen die Abwicklung jeglicher gesellschaftlicher Substanz genießen, können die Grünen punkten.

Aber am Höhenflug der Grünen, die in vielen Bundesländern seit längerem in den Landesregierungen vertreten sind, wo sie Bildung und Kulturbetrieb seit Jahrzehnten mitprägen, ist nichts zum Lachen. Nur Boomer amüsieren sich über Greta „Thunfisch“ und Luisa Neubauer als kleine unwissende Gören, die keine Ahnung vom Leben hätten.

Wer diese Ikonen einer neuen kulturellen Umwälzung sieht und nicht als Propheten einer gänzlich neuen linken Ordnung wahrnimmt, hat wohl einen Mangel an Weitblick. Denn die Grünen und ähnliche linke Bewegungen werden auf einer Welle aus kultureller Verankerung und medialer Schützenhilfe von Sieg zu Sieg getragen.

Was setzen die Rechten dagegen?

Wo die politische Rechte kaum noch gesellschaftliche Institutionen hat, auf die sie sich stützen kann (Kirche, Polizei und Armee sind marode und innerlich verrottet), können sich alle linken Bewegungen, vor allem die ökosozialistische grüne Bewegung, auf eine breite Zivilgesellschaft stützen, die seit Jahrzehnten von ideologischen Einspielern auf diese kommende Umwandlung vorbereitet wurde.

Tausende von Vereinen und etliche Institutionen des Staates sind längst auf links gedreht und stehen bereit, das grüne Kriegsschiff von unten zu stützen und nach vorne zu schieben, auf dass die Fahrt in den Ökosozialismus endlich beginnen kann. Ein Blick ins Parteiprogramm und die Wahlprogrammatik der Grünen sollte jedem klar machen, wohin die Reise tatsächlich gehen soll: nicht weniger als die totale Transformation unserer Bundesrepublik Deutschland (inklusive Europa), ist das letztliche Ziel der Grünen.

Hier geht es nicht um die Deindustrialisierung durch Klimasteuern und Co2-Kontingente, sondern um eine kulturelle Revolution ähnlich der von Mao angestoßenen Kulturrevolution. Am Ende einer grünen Machtübernahme, die beinahe vollzogen ist, stehen geschändete Denkmäler, vernichtete Kulturgüter und die totale Abwicklung von Staat, Volk, Identität, Sprache, Wirtschaft und Recht.

Dass dabei vor allem CDU und FDP den Steigbügelhalter für genau dieses Vernichtungswerk spielen werden, sollte man nicht vergessen.

Autor

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