LINKE auf dem absteigenden Ast?

3 Min lesen

8 Prozent der Deutschen wollen nach Angaben des Umfrageinstitutes INSA die Partei die LINKE wählen. Das sind 1,2 Prozent weniger als bei der Bundestagswahl 2017.

Allerdings lag die LINKE im Mai und Juni, also in der Zeit des Grünen-Umfragehochs nur bei 6 Prozent der Wählergunst. Die strauchelnden Grünen samt Spitzenkandidatin Annalena Baerbock sorgen aber momentan für einen kleinen Aufschwung der ehemaligen SED.

Nach der Wahl von Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler und insbesondere durch eine Entfernung der Partei vom sogenannten Wagenknecht-Flügel, haben es die Sozialisten im September schwer, ihre traditionelle Wählerschaft zu erreichen. Eingeengt zwischen postmodernem Gendergaga und einer AfD, die auch bei den einfachen Arbeitern fischt, fokussieren sich die LINKEN weiterhin auf das urban-sozialistische Milieu. Was sich im Falle einer wiedererstarkenden Grünen aber weiter abwenden könnte.

Von einer Gefahr für Konservative, Liberale und Rechte durch die LINKEN kann nicht ausgegangen werden. Stattdessen schadet ein starkes Ergebnis für die LINKE eher SPD und Grüne. Auch inhaltlich sind Grüne und SPD so weit nach links gerutscht, dass es die sozialistische Partei schwer hat, ein klares Profil zu benennen. Dazu kommt eine katastrophale Öffentlichkeitsarbeit und Positionierung innerhalb der Corona-Krise. Kaum jemand weiß, wie die Partei zum neuartigen Virus aus China steht.

Pluspunkte kann die Partei lediglich mit der charmanten Janine Wissler sammeln, die jahrelang in der hessischen Landespolitik aktiv war und trotz ihrer radikalen Positionen allseits geschätzt ist. Minuspunkte sammelt die Partei durch die unqualifizierte Hennig-Wellsow, die wie kam jemand anderes das inkompetente städtische Milieu verkörpert und mit verbissener Miene und burschikoser Frisur auf Stimmenverlust geht.

Doppelspitzen funktionieren also nicht automatisch: Sie müssen auch von strategischem Nutzen sein. Ob die LINKE sich überhaupt zu einer rot-rot-grünen Regierung breitschlagen lassen würde – sollte das Wahlergebnis stimmen – ist noch immer unklar: Zwar wollte Chefin Janine Wissler RRG nicht kategorisch ausschließen, allerdings hält sie ein links-link-linkes Bündnis für unwahrscheinlich.

In der jetzigen Situation ist ein harter Oppositionskurs für die Ex-SED definitiv die bessere Option: Sollte beispielsweise eine Schwarz-Grüne Regierung die linksgrünen Idealisten enttäuschen, würden die LINKEN in der Oppositionsrolle deutlich besser aussehen. Die Marxisten müssen also abwarten.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.