Wenn, wie in der โMรคrkischen Allgemeinen Zeitungโ am 3. Februar, geรคuรert wird, โrechtes Gedankengut hat in unserer Gesellschaft nichts zu suchen“, weiร man, daร die Demokratie des Grundgesetzes von 1949 in Gefahr ist.
Wie perfide und skrupellos selbst Kinder gegen den ideologischen Gegner instrumentalisiert werden, offenbart die โSรผddeutsche Zeitung“ gleichfalls am 3./4. Februar. Auf einer ihrer beiden am Wochenende erscheinenden Doppelseiten โFรผr Kinder“ thematisiert das Blatt unter der Rubrik โLichtblick“ die Demonstrationen gegen Rechts mit der Frage โWarum ist nie wieder jetzt?“Antwort fรผr die Kinder:
โDie teils rechtsextreme Partei AfD, die gegen Menschen aus anderen Lรคndern hetzt und bei geheimen Treffen ihre Vertreibung plant, gewinnt immer mehr Stimmen. Das macht vielen Angst, sie fordern: Man muร die Demokratie schรผtzen und jetzt dafรผr einstehen, dass Nazis in Deutschland nie wieder etwas zu sagen haben.“
Bei den seit nunmehr vier Wochen stattfindenden Aufmรคrschen der sogenannten Zivilgesellschaft wird nicht die Demokratie verteidigt, sondern eine mit Hilfe des Verfassungsgerichts modellierte Variante: Volk und Nation muรten einer Einwanderungspolitik weichen, aus Ehe und Familie wurden mehrgeschlechtliche Verbindungen. Vielfalt und Weltoffenheit sind seit langem die staatlich verordneten Parolen.
Die auf vielen Plakaten zu lesende Devise โMenschenrechte statt rechte Menschen!“ bringt die wahre Gesinnung der meisten Demonstranten auf den Punkt: Hetze und Haร bezรผglich einer politischen Minderheit, ergo gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, sowie eine in der Konsequenz aufs Totalitรคre abzielende antidemokratische Einstellung: Wird โrechts“ eliminiert, verschwindet die โMitte“, und es bleibt nur noch โlinks“. Selbst der linksradikale Mao Zedong wuรte, daร die Geschichte anderes lehrt:
โรberall, wo Menschen leben โ auรer in der Wรผste โ, teilen sie sich in Linke, in der Mitte Stehende und Rechte. Das wird in zehntausend Jahren noch so sein.“
Wer Deutschlands antinationale Einheitsfront ablehnt, muร gewรคrtigen, daร ihm รถffentlich und privat jenes Schicksal droht, das Alexis de Tocqueville (1805-1859) in seinem Standardwerk โรber die Demokratie in Amerikaโ schildert. Nach einjรคhrigem Aufenthalt in den damals entstehenden USA vergleicht er den Despotismus europรคischer Fรผrsten mit der Tyrannei in den demokratischen Republiken, die auf der โAllmacht der Mehrheitโ als Resultat der Gleichheit beruht:
โDer Machthaber sagt hier nicht mehr: ยดDu denkst wie ich, oder du stirbstยด; er sagt: ยดDu hast die Freiheit, nicht zu denken wie ich; Leben, Vermรถgen und alles bleibt dir erhalten; aber von dem Tage an bist du ein Fremder unter uns. Du wirst dein Bรผrgerrecht behalten, aber es wird dir nicht mehr nรผtzen; denn wenn du von deinen Mitbรผrgern gewรคhlt werden willst, werden sie dir die Stimme verweigern, ja, wenn du nur ihre Achtung begehrst, werden sie so tun, als versagten sie sie dir. Du wirst weiter bei den Menschen wohnen, aber deine Rechte auf menschlichen Umgang verlieren… Gehe hin in Frieden, ich lasse dir das Leben, aber es ist schlimmer als der Todยด.“
Tocquevilles Resรผmee: โIch kenne kein Land, in dem im allgemeinen weniger geistige Unabhรคngigkeit und wirkliche Diskussionsfreiheit herrscht als in Amerika.โ Wir schon, dรผrften hierzulande nicht wenige denken.

