Ich weiร noch, wie ich mal glaubte, die AfD kรถnne Deutschland vor dem Verfall retten. Dann erkannte ich, dass nicht die deutsche Heimat allein, sondern der ganze Westen, das Abendland, von innen heraus verfault, und dass die AfD weder das eine noch das andere retten kann.
Den Glauben in unser momentanes politisches System habe ich restlos verloren. Nun also habe ich vom Baum der Spenglerโschen Erkenntnis genascht und hingenommen, dass das Abendland unrettbar, unausweichlich verloren ist. Es muss untergehen, so wie wir alle einmal sterben mรผssen.
Jeder Versuch, den inneren, kulturellen Geist des Westens wieder zu erwecken lรคuft ins Leere. Viel zu spรคt ist unsere Generation geboren, als dass sie die frรผhlingshaften Formungsversuche der abendlรคndischen Seele im Mittelalter oder die sommerliche Blรผte im Barock hรคtte miterleben kรถnnen โ seien wir ehrlich: keiner der Zoomer, Millennials oder Boomer hat je eine tatsรคchlich lebendige, organische abendlรคndische Kultur erfahren โ, und zu frรผh wurde sie in die Welt geworfen, als dass sie den Beginn einer neu erwachten Kultur beobachten kรถnnte.
Welche Konsequenzen sind also daraus zu ziehen? Nun, zuallererst: So bitter und verbittert der oben geschriebene Absatz auch gerade wirken mag, er darf nicht als Defรคtismus aufgefasst werden! Es geht hier mehr darum, seine eigene Rolle im Zyklus der Hochkulturen anzunehmen. Nur weil der Groรteil der Menschen einen โseelenlosesโ Dasein fรผhren wird, heiรt das nicht, dass keine kleinen Flammen des abendlรคndischen Geistes gerettet werden kรถnnen.
Unter โUntergangโ stellen sich viele eine Eroberung durch fremde Vรถlker oder die Vernichtung einer Stadt durch eine Naturkatastrophe vor โ das Paradebeispiel dรผrfte wohl der Untergang des Rรถmischen Reiches als endgรผltiger Untergang der antiken Seele sein. Doch das muss, wie Spengler feststellte, nicht zutreffen: Es kann auch sein, dass eine Hochkultur in ihrer Endphase noch fรผr Jahrhunderte โdahinvegetierenโ kann โ so wie es die chinesische Kultur fรผr Jahrhunderte, bis zum Eintreffen der Europรคer, getan hat.
Die fรผr uns Rechte entscheidende, richtungsweisende Frage sollte also daher sein: Wie soll das Abendland untergehen? Welchen dieser groรartigen Hochkultur wรผrdigen Abschluss kรถnnen wir finden?
Und da beginnt der Kampf, der die nรคchsten Jahrzehnte und Jahrhunderte gegen den Progressivismus aufgenommen werden muss: Soll unsere Kultur wirklich, cum grano salis gesagt, mit Transenkindern in unseren inklusiven Gesamtschulen und muslimischen Shitholes in unseren Vorstรคdten untergehen? Soll dieses schรคndliche Szenario das letzte Kapitel des Abendlandes darstellen?
Ich denke, dort sollte der Ansatz liegen, an dem die kommenden Generationen von Rechten zu arbeiten hat: Wie soll die Abendlรคndische Kultur ihren wรผrdigen Abschluss finden? Die Kathedralen unserer Vorfahren werden wohl noch in tausend Jahren, hรถchstwahrscheinlich als beeindruckende Ruinen, die groรen Meister einer vรถllig neuen Kultur beeindrucken und inspirieren, so wie die Rรถmer und Griechen ihren Glanz auf die Kรผnstler der Renaissance abstrahlten.
Doch was soll von uns, von unserer Generation an Grรถรe รผbrigbleiben, wenn wir uns unserer Aufgabe nicht stellen? Unsere Zeit wird Zeit der Cรคsaren und ihrer Prachtbauten sein, so wie sie in der Ewigen und in der Verbotenen Stadt der Welt nach wie vor ihren Stempel aufdrรผcken. Was also werden erst die Cรคsaren des Abendlandes den nachfolgenden Kulturen hinterlassen?
