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Die Rentenfrage – Warum wir zurück zur Kapitaldeckung müssen

15. Dezember 2025
in 2 min lesen

Die Schuldenkoalition aus CDU/CSU und SPD hat kürzlich ein Rentenpaket beschlossen, das auf den ersten Blick attraktiv wirken mag, für die junge Generation aber eine tickende Zeitbombe darstellt. Die sogenannte Haltelinie von 48 Prozent kostet allein rund 175 Milliarden Euro bis 2040 und wird über steigende Beiträge sowie das Abschmelzen der Nachhaltigkeitsrücklage finanziert – Belastungen, die im Haushalt kaum transparent abgebildet sind. Dazu kommt die Mütterrente III, die ab 2027 jährlich 5 Milliarden Euro verschlingt, bis 2040 summiert auf weitere 60 Milliarden Euro. Insgesamt geht es um mindestens 235 Milliarden Euro, deren Finanzierung künftige Beitragszahler massiv treffen wird.

Dass ausgerechnet die „Junge Gruppe“ von CDU und CSU, die zuvor vollmundig Widerstand angekündigt hatte, am Ende fast geschlossen zustimmte, zeigt, dass auf die Scheinkonservativen, wie immer, kein Verlass ist. Nur sechs von 20 Abgeordneten hielten ihr Wort.

Historisch betrachtet war die Rente in Deutschland einmal ein kapitalgedecktes System. Eingeführt von Bismarck 1889 lag der Beitragssatz bei 1,7 Prozent, jeder Versicherte sparte für sich, die Mittel wurden angelegt – häufig im Wohnungsbau – und die Rentenzahlungen begannen erst ab 70 Jahren. Dieses Modell hatte den Vorteil, dass Leistungen und Beiträge eng miteinander verbunden waren.

Der große Systembruch kam 1957 unter Adenauer: Gegen den Widerstand von Ludwig Erhard wurde das kapitalgedeckte System abgeschafft und durch ein reines Umlageverfahren ersetzt. Die Folgen waren einschneidend: Das Rentenniveau stieg über 60 Prozent, viele Rentner erhielten hohe Leistungen ohne entsprechende Vorleistung. Gleichzeitig wurden traditionelle familiäre Versorgungsstrukturen von Wohlfahrtsstaat verdrängt – ein Modell, das nur tragfähig ist, wenn ausreichend Kinder nachwachsen, um die Renten der Eltern zu finanzieren.

Heute liegt die deutsche Fertilitätsrate bei nur 1,3, während mindestens 2,1 Kinder notwendig wären, um das Umlagesystem stabil zu halten; realistisch wären sogar 2,5 bis 3 Kinder pro Frau erforderlich. Das Ergebnis: Zu wenige Beitragszahler tragen die Lasten zu vieler Rentner, das System droht strukturell zu kollabieren. Der demografische Rückgang macht die heutige Rentenpolitik also zu einem politischen und mathematischen Problem zugleich.

Die AfD kritisiert das Rentenpaket der Schuldenkoalition genau aus diesen Gründen. Statt kurzfristiger politischer Popularität fordert sie eine langfristig tragfähige Lösung: getrennte Finanzierungstopfsysteme für beitragsgedeckte und steuerfinanzierte Leistungen, schrittweise Defizithaftung des Bundes und klare, transparente Haushaltsführung. Zusätzlich setzt die AfD auf eine Rückkehr zur Kapitaldeckung: private Altersvorsorge durch steuerlich geförderte ETF-Sparpläne, betriebliche Altersvorsorge mit digitalen ETF-Betriebsrenten und Junior-Spardepots für Kinder und Enkel.

Historische Renditen zeigen, dass aktienbasierte Anlagen über 30 Jahre realistische Erträge zwischen +900 % und +1.200 % erzielen. Aus 100 Euro eingesetztem Kapital können so rund 1.000 bis 1.200 Euro werden. Dieses Potential bietet die Chance, die Renten langfristig abzusichern, ohne die jungen Beitragszahler zu überfordern.

Das AfD-Konzept ist mehrstufig: kurzfristig Stabilisierung der Beitragssätze, mittelfristig Aufbau kapitalgedeckter Vorsorge durch ETF-Pläne und Betriebsrenten, langfristig Förderung durch Junior-Spardepots und nachhaltige Erhöhung des Rentenniveaus bis 70 Prozent nach Eurostat-Berechnungen. Länder wie Norwegen, Schweden oder die Niederlande zeigen, dass kapitalgedeckte Mischsysteme erfolgreich funktionieren: Dort liegt das kombinierte Rentenniveau aus Umlageverfahren, staatlich unterstützten Fonds und obligatorischer betrieblicher sowie privater Vorsorge bei zwischen 65 und 75 Prozent, deutlich über dem aktuellen deutschen Niveau von rund 48 Prozent.

Fazit: Ein Rückbesinnen auf kapitalgedeckte Modelle, wie es die AfD vorschlägt, kombiniert mit Anreizen für private und betriebliche Vorsorge sowie einer Familienförderung, ist der einzige Weg, die Rente zukunftssicher zu machen. Geschichte, Zahlen und Demografie zeigen klar: Wer die Lasten der Zukunft nicht heute plant, wird die junge Generation teuer bezahlen lassen.

Wollen wir die Rente retten, führt also kein Weg an der Kapitaldeckung vorbei – eine Lehre, die Bismarck einst verstand, die Adenauer leider verwarf und die Weidel hoffentlich wieder korrigiert.

4 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Die Historie der Rente ist einmalig gut, kurz und bündig sowie nachvollziehbar begründet bzw. beschrieben. Einschließlich Fazit ein hervorragender Bericht. Leider im Mainstream so nicht zu lesen, da, wenn überhaupt kritisch gesehen, nur rudimentär begründet wird und marktwirtschaftliche Mechanismen in der Regel als Lösung dort fehlen.

  2. Die Historie der Rente ist einmalig gut, kurz und bündig sowie nachvollziehbar begründet bzw. beschrieben. Einschließlich Fazit ein hervorragender Bericht. Leider im Mainstream so nicht zu lesen, da, wenn überhaupt kritisch gesehen, nur rudimentär begründet wird und marktwirtschaftliche Mechanismen in der Regel als Lösung dort fehlen.

  3. Das Konzept Rente ist ein sozialistischer Hirnschiss von Währungsmonopolisten, Banken-Huren und Politiker Funktionärs Nepotisten. Und die Aussage bezüglich des Kapitalmarktes, rechnet mal die Geldpolitische Inflation raus, allen voran öffentlich getriebene ungedeckte Schuldeninflation, da bleibt nicht mehr alzu viel von den Fantasie Prozenten erhalten.
    Die einzige „faire“ Lösung ist es das gesamte öffentliche Sozialisten System, inklusive Kranken und weiß der Teufel noch was für Umlagebetrügerreien restlos abzuschaffen, und die Betrogenen selten dämlichen BoomerX die 40 Jahre den Mist gewählt haben, eine inflations unangepasste Rückzahlung von 20% der „geleisteten“ Zahlungen anzubieten, oder nix. Ansonsten macht es für niemanden unter 40 noch Sinn einen einzigen Tag aktiv zu sein um die finanziellen Hirnrissigkeiten der letzten 70 Jahre Polit Apparatchik und Banke-Huren zu übernehmen, oder man muss genau so dumm und dreist sein wie der BoomerX

  4. „die Weidel hoffentlich wieder korrigiert.“

    Nur, womit? Der angerichtete Schaden ist schon immens, wird selbst bei konsequentem Gegenlenken noch geraume Zeit weiter wachsen, und der Großteil der Bevölkerung, inklusive der potentiellen Weidel-Wählerschaft, nicht bereit für Zumutungen sobald es sie selbst mit betrifft.

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