Nun ist es also so weit: Am 28. Februar starteten die Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika und Israels einen geballten Militärschlag gegen den Iran, bei dem mehrere Ziele im Iran angegriffen wurden und der Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, getötet wurde. Bereits im letzten Jahr war es mit dem israelisch-amerikanischen Angriff im Juni zum „Zwölftagekrieg“ und damit zu einer ernsteren militärischen Auseinandersetzung zwischen dem Iran und Israel gekommen – mit der Begründung seitens der israelisch-amerikanischen Allianz, die Reaktorprogramme der Iraner zu zerstören. Nun erfolgten Luftangriffe auf Teheran und andere Bodenziele, mit dem Ziel, die Macht des iranischen Regimes und seiner verbündeten Milizen im Nahen Osten endgültig zu brechen. Wenn auch nicht offiziell verlautbart, schwingt in der Operation implizit ebenfalls die Absicht mit, einen „Regimechange“ im Iran zu initiieren, das heißt die infolge der Islamischen Revolution von 1979 entstandene Islamische Republik zu stürzen.
Die Iraner ihrerseits reagierten auf den Schlag gegen sie mit Raketenangriffen, nicht nur auf Israel, sondern auch auf US-amerikanische Militärbasen im Persischen Golf, etwa in Bahrain. Auch auf andere Golfländer wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien. Grund für die Aggression gegen die arabischen Golfstaaten ist ihre indirekte Beteiligung am aktuellen Krieg; sie haben auf ihrem Gebiet nicht nur die bereits erwähnten Stützpunkte der US-Amerikaner, sondern sind auch politisch wie wirtschaftlich eng mit Israel und den USA verwoben. Saudi-Arabien etwa ist neben Israel einer der schärfsten Rivalen des Irans im Nahen Osten. Neben ihren Raketen haben die Iraner noch eine weitere Waffe, eine ökonomische: Sie blockieren die Straße von Hormus, jene Meerenge, die den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean verbindet und über die ein großer Teil des Öls aus den arabischen Golfstaaten in die Welt transportiert wird.
Doch welchen Zweck verfolgen die Israelis und die Amerikaner wirklich mit ihrer Operation? Und was bedeutet der neue Krieg für uns? Wie man sich als Rechter am besten nicht verhalten sollte, hat Kollege Shlomo Finkelstein in seiner jüngsten Kolumne bereits aufgezeigt. Also weg mit irgendwelchen emotions- und moralgetränkten Parteigängen zugunsten Israels, nur weil die Iraner böse Antisemiten und Islamisten sind. Gleiches gilt für die Positionierung für die Mullahs, nur weil sie Raketen auf Israel und amerikanische Militärbasen schießen – unsere „Freunde“ waren sie nie.
Neben den direkten wirtschaftlichen Folgen, etwa den steigenden Ölpreisen durch die Blockade der Straße von Hormus, sind es die geopolitischen Veränderungen, die ein Sieg der israelisch-amerikanischen Allianz mitbringen kann. Der Iran unter den Mullahs ist die einzige direkte Bedrohung Israels im Nahen Osten: Die Hamas dürfte keine große Bedrohung darstellen (hat sie vermutlich schon im Oktober 2023 nicht), und der syrische Ex-Präsident Baschar al-Assad, ebenfalls israelfeindlich, musste im Dezember 2024 den Hut nehmen und außer Landes fliehen und wurde durch Ahmed al-Scharaa ersetzt – einen überzeugten Islamisten, der sich aber mit Israel gut stellt und sich auch nicht an der Besetzung eigener Territorien durch Israel zu stören scheint. Zwar hatte al-Scharaa die Demokratisierung Syriens versprochen, ob er sie aber auch umsetzen wird – das steht in den Sternen, vorsichtig gesagt.
Auch beim Iran wird es letzten Endes egal sein, wer oder wie viele (der Iran ist ein Vielvölkerstaat, in dem die Perser etwa 50 Prozent der Bevölkerung stellen) nach dem potenziellen Ende der Mullahs regieren werden – solange die Nachfolger Israel gewogen sind. Wichtig ist nur die Entfernung der Islamischen Republik, auf die ein schwacher Nachfolgestaat folgt. Dass Israel eigene imperiale Interessen in der Region verfolgt, dürfte allerspätestens mit diesem Krieg klar sein. Benjamin Netanjahu und seine Partei Likud verfolgen seit Langem nicht nur das Ziel, das Überleben ihres Staates zu sichern, sondern auch das, das Territorium desselben zu vergrößern, ein Großisrael zu errichten.
Schon um 2000 herum, noch vor der Präsidentschaft George W. Bushs und dem Anschlag von 9/11, war Netanjahu der Ansicht, das Regime im Irak unter Saddam Hussein müsse entfernt werden; Gleiches gilt für Syrien unter al-Assad – und wie ein Wunder sorgten die USA in beiden Fällen dafür. Nun ist eben der Iran an der Reihe. Wie gesagt: Dabei steht nicht die Verwandlung dieser Staaten in Demokratien im Vordergrund, sondern die Destabilisierung und die darauffolgende Auffüllung des entstandenen Machtvakuums durch israelfreundliche Machthaber. Dass der Krieg extrem unpopulär ist und die jüngeren Generationen in den USA keine Nibelungentreue gegenüber Israel mehr empfinden, könnte den Zeitpunkt des Krieges miterklären: Bevor diese die neue amerikanische Politikergeneration stellen und sich das Zeitfenster für eine mögliche Expansion schließt, muss gehandelt werden.
Das sollten die Lehren aus diesem neuen Krieg sein: keine Moral, keine Emotion, kalte Analyse. Keine der beiden Kriegsparteien ist unser Freund und wird am Ende auf unserer Seite sein. Israels Einfluss auf die USA via Lobbygruppen und auf Trump ist groß und mittlerweile offensichtlich. Mögliche Flüchtlingsströme aus dem Nahen Osten werden wieder zu uns kommen. Es ist alles ermüdend, und es ist wahrlich bedauerlich, dass nicht beide Seiten verlieren können.

Doch, die Vereinigten Staaten von Amerika haben uns in der BRD & Berlin (West) beigestanden sowie weitestgehenden Freiraum gelassen, welches die russisch dominierte Sowjetunion der DDR nicht gewährte. Die USA waren stets Freunde und Verbündete; nur Links- & Rechtsradikale sowie ostzonal Geprägte sahen und sehen dies anders – weiß der Geier warum?!
Maximaler CARE-Paket-Cringe. Seit wann lesen CDU-Boomer die Krautzone?
Ich schliesse mich dieser Meinung an und füge hinzu, dass die USA ein Land ist, welches von Weissen Europäern gegründet wurde.
Ein Land, welches von weißen Europäern gegründet wurde und sich stets antieuropäisch verhalten halt. Na toll.
Und was ist nun die kalte Analyse?
Und wie sollte man sich den nun, der Meinung des Autors nach, als deutscher Rechter nun zu dem Konflikt positionieren (falls überhaupt) und wie äußern (falls gefragt)? Ich behaupte mal, „… ,aber das Völkerrecht.“ wird bei der Krautzone eher verpönnt sein 😉
Die kalte Analyse ist diese: Jeder wahrhaft rechte und libertäre Deutsche sollte sich auf keine der beiden Seiten positionieren, weder auf der Seite der islamischen Republik Iran noch auf der Seite Israels & der VSvA und schon gar nicht sollte man auf das Völkerrecht verweisen. Man sollte sich distanziert gegenüber der islamischen Republik Iran positionieren, weil eine Regierung, die Teile ihrer eigenen Bevölkerung abschlachtet und ein islamisches Regime ist, dass ebenfalls den globalen Terror finanziert, sorgt ohnehin dafür, dass Menschen aus dem nahen und mittleren Osten nach Europa migrieren. Und man sollte sich nicht pro Israel und VSvA positionieren, weil dieser Krieg diese Migration nur noch befeuert. Wir sollten lediglich dafür sorgen, dass unsere Grenzen dicht gemacht werden, damit keiner dieser Migranten über unsere Grenzen kommt.
Das Völkerrecht sollte man als rechter und libertärer Deutscher nicht in Anschlag bringen, weil beide Kriegsparteien nur dann auf das Völkerrecht verweisen oder das Völkerrecht hervorkramen, um die jeweils andere Kriegspartei die Missachtung des Völkerrechts vorzuwerfen. Z. B. werfen die VSvA der russischen Föderation die Missachtung im Hinblick auf den Krieg gegen die Ukraine die Missachtung des Völkerrechts vor, während Russland bei solchen Aktionen, wie der aktuellen kriegerischen Auseinandersetzung gegen den Iran die Missachtung des Völkerrechts vorwirft. Wenn diese Staaten aber selbst eine kriegerische Intervention gegen einen Staat unternehmen, dann kümmert sie es nicht im geringsten, ob es Völkerrechtkonform ist.
Ein ähnliches Phänomen sieht man bei Politikern und Bürgern europäischer Länder. Je nach politischer Gesinnung positionieren sie sich gegen die eine Seite und für die andere und dementsprechend verweisen Sie auch auf das Völkerrecht, die einen gegen den einen Staat, die anderen aber gegen den anderen. Z. B. verweisen die linke Sozialisten gerne auf das Völkerrecht, wenn es sich um kriegerische Aktionen Israels und der VSvA gegen andere Staaten handelt, während Neokons und Liberalalas in diesem Falle das Völkerrecht völlig Banane ist. Neokons und liberalalas auf der anderen Seite bringen das Völkerrecht dann in Anschlag, wenn Russland eine kriegerische Aktion gegen ein anderes Land unternimmt, während die linke da gerne Schweigen.