Liebe Leser,
vielleicht fragt sich der ein oder andere, was man als rechtspopulistischer Verleger an Neujahr macht. Die Antwort ist einfach: Die Buchfรผhrung und den Shop รผberarbeiten, um endlich Mehrwertsteuer bezahlen zu dรผrfen. Ja, Sie haben richtig gehรถrt: Die vergangenen drei Jahre haben wir weder Flรผchtlinge, noch Corona-Hilfen, noch das Gehalt von Angela M. mitfinanziert โ zumindest nicht in Form von direkten (strenggenommen sind sie indirekt) Steuern auf unsere Umsรคtze.
Die sogenannte Kleinunternehmerregelung ermรถglicht es kleinen Start Aufโs (engl. Start-ups) wie uns, erst einmal keine Mehrwertsteuer zu zahlen. Richtig sozial, oder? Dass der Staat aber diese freundliche Erleichterung (kein Diebstahl an unserem Eigentum und unserer Lebenszeit) nur aus Eigennutz gรถnnt, ist auch jedem klar. Warum sollte man die zarten Pflรคnzchen eines Jungbauern abernten, wenn er doch im nรคchsten Jahr mehr Ertrag bringt?
Moderne Rรคuberbanden
So sitzen wir hier, wie eigentlich jeden Tag, an verschiedenen Orten Deutschlands: Der eine bastelt an der Druckfahne, die anderen korrigieren, schneiden, planen, texten, haben Ideen, die besprochen, verworfen, durchdacht werden. Wie eben ein kreatives Unternehmen arbeitet, oder besser gesagt โarbeitetโ โ man hat ja doch noch Schamgefรผhl und setzt sich nicht mit Kanalarbeitern, Waldarbeitern oder Tiefbauern gleich.
Aber zumindest ist unsere Leistung kein Produkt erzwungener Subventionen wie in gewissen anderen Branchen, die eben seit heute auch von unseren Steuern leben. Und um uns kreisen die Raubritter und Rรคuberbanden, die seit Jahrhunderten nicht mehr wie Rรคuber aussehen und auch ganz anders arbeiten: Mit Druck, Macht und einer nichtphysischen Omniprรคsenz, die kleine Firmen wie uns dann doch dazu zwingt, alle Warenkategorien zu รคndern und ordentlich Mehrwertsteuer abzufรผhren.
Wie genau das technisch funktioniert, wissen wir auch noch nicht, aber Hauptsache das Geld flieรt, die Frau mit dem Bindestrich-Doppelnamen vom Finanzamt ist zufrieden und droht nicht wieder mit Zwangsgeldern, wenn wir ihren zwei Plagen nicht das Zeltlager bei der Grรผnen Jugend und das Soziale Jahr in Guatemala pรผnktlich mitfinanzieren. So sitzen wir, die Redaktion, und auch die Autoren, hier, oder besser gesagt โremoteโ:ย Gesellschaftlichen Anfeindungen ausgesetzt, leben alleย seit Jahren unter dem nebulรถsen Druck einer ausufernden Zivilgesellschaft.
Moral oder Geld?
Kaum jemand arbeitet und schreibt hier fรผr sich: Aus rein egoistischer Perspektive hรคtte man sich im Studium nur irgendwo anbiedern ย mรผssen, und schon wรคren wir in einem der zahlreichen Think-Tanks, NGOs und Vereine untergekommen, die nach โTarif รถffentlicher Dienstโ zahlen, was fรผr Geschwรคtzwissenschaftsabsolventen fast 4.000 Euro im Monat entspricht. Da wir die Fรคhigkeiten unserer Autoren und Leute kennen, wissen wir, dass es ein Leichtes gewesen wรคre, sich einzuschleimen und abzukassieren. Sie haben es nicht gemacht. Heute im rechten Lager aktiv zu sein, ist wie ein Ausweis der eigenen Freiheit โ der eben auch teuer bezahlt werden will.
Aber woher kommt so viel Geld fรผr linke und linkeste Organisationen? Natรผrlich von den arbeitenden Menschen in Deutschland, die mit horrenden Steuersรคtzen geknechtet werden. Wie schwer diese (Un)Tat, diese Unterdrรผckung, diese Zwangsbesteuerung wiegt, kann man sich am besten vergegenwรคrtigen, wenn man dem alten Spruch โZeit ist Geldโ einmal auf den Grund geht. Jeder, der in der freien Wirtschaft arbeitet, weiร: Geld ist vor allemย die Austauschware fรผr Lebenszeit. Und diese Lebenszeit wird jedem Nicht-staatlich-Beschรคftigten gestohlen. Er kรถnnte genauso gut, 30 Prozent seiner Arbeitszeit lohnfrei auf dem Steinbruch arbeiten, und die restlichen 70 Prozent steuerfrei seiner eigenen Arbeit nachgehen. Der Aufschrei wรคre groร, die Ungeheuerlichkeit des Steuerverbrechens lรคge auf der Hand.
Die grauen Herren
Also lรคsst man uns gnรคdig unserer Arbeit nachgehen โ erinnern sie sich an den Welpenschutz โ und unsere Pflรคnzchen gedeihen, nur um dann zuzuschlagen und uns zu versklaven. Die grauen Herren aus Michael Endes โMomoโ, sind eigentlich Finanzbeamte.
Damit dergleichen nicht offensichtlich wird, verschleiert Vater Staat, wie es nur irgendwie mรถglich ist, zieht Steuern vom Arbeitgeber ab, sodass der Arbeitnehmer gar nicht mitbekommt, wie teuer unser Sozialstaat eigentlich ist. Das gleiche Spiel mit der Mehrwertsteuer beim Endkunden. Warum auf einer Packung Kaugummi, einem Hemd, einer Rotwein-Schorle oder einem Auto nicht ein riesiger, roter, blinkender Aufkleber drauf ist, der besagt: โWIR WURDEN GEZWUNGEN X EURO/19 PROZENT STEUERN ZU ZAHLENโ ist mir noch immer schleierhaft โ und zeigt entweder die Feigheit der Unternehmer, oder die Dummheit der Deutschen, die gerne Steuern zahlen. Vermutlich beides.
Wer nichts tut, macht mit!
Wir, liebe Krautzone-Freunde, weisen Sie in diesem Sinne freundlichst darauf hin, auf keinen Fall etwas bei uns zu kaufen: Wir finanzieren den Staat mit, wir finanzieren Sรถder, Merkel, Spahn, โFlรผchtlingeโ, Europa, Energiewende und auch die Finanzbeamten mit. Wir finanzieren 65 Millionen Netto-Steuer-Empfรคnger mit. Aber sollen wir Ihnen etwas sagen: Vielen von Ihnen tun das auch! Von daher kรถnnen Sie Ihr Wohlerspartes eben auch in uns pumpen โ anstatt in Kaugummis, Hemden, Autos, oder, Gott bewahre, ein Glas Rotweinschorle. Um einen alten Spruch aus der Schule zu zitieren (Anti-Mobbing-Kurs, 6. Klasse, niemand wusste was Mobbing heiรt): โWer nichts tut, macht mit.โ Also Mund aufmachen! Alternative Medien unterstรผtzen! Krautzone lesen!
Aber genug der Worte. Was?!? Sie wollen auch noch ein obligatorisches โFrohes Neujahrโ hรถren, das Ihnen im zwei- bis dreistelligen Bereich durch die Kanรคle der sozialen Medien ins Gesicht gedrรผckt wurde? Da mรผssen Sie bei uns drauf verzichten, wir sind anders, wir sind die Krautzone. Auรerdem leben in Deutschland mittlerweile viele Millionen Menschen aus anderen Kulturkreisen, fรผr die der christliche Jahreskalender einen diskriminierenden Affront darstellt. Und da wir eine diverse, tolerante und vielfรคltige Zeitschrift mit bunter Mitarbeiter- und Leserschaft sind, verzichten wir selbstredend auf diskriminierende โNeujahrsgrรผรeโ. Das sollten Sie im รbrigen auch, denn sonst sind Sie ein RASSIST! Und seien wir einmal ehrlich:




