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Ach, Österreich…

23. November 2021

In Österreich ist nun das eingetreten, was viele befürchtet, aber niemand wirklich wahrhaben wollte: Im Februar tritt eine Impfpflicht in Kraft. Von jetzt bis Mitte Dezember verhängte man im Vorfeld noch einen Lockdown für alle, damit, so das offizielle Narrativ, die momentan vollkommen aus dem Ruder gelaufene vierte Welle einigermaßen eingedämmt werden könne, ohne das Weihnachtsgeschäft komplett an die Wand zu fahren…

Lassen wir das mal so stehen und gleichzeitig den Blick und die Gedanken schweifen. Was ist eigentlich genau passiert in der schönen Alpenrepublik, die so viele von uns mit ihren herrlichen Skigebieten und einer vorzüglichen Küche seit jeher in Scharen angelockt hat?

Wer sind unsere Nachbarn eigentlich?

Um das nachzuvollziehen, müssen wir einen kurzen Blick auf die nackten Zahlen werfen: Österreich ist mit knapp 9 Millionen Bürgern ein eher kleines Land. Die Zahl der Einwohner wächst leicht, aber stetig. Mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von fast 40.000 Euro gilt es als eines der reichsten Länder Europas und liegt damit vor Deutschland. Die Wirtschaft steht auf kräftigen Säulen mit zum Teil Weltmarkt führenden mittelständischen Unternehmen im Bereich der Zulieferer und einer äußerst florierenden Tourismusindustrie.

Gleichzeitig besitzen in ganz Österreich (ohne Wien) nur 60% eine eigene Immobilie, in der Hauptstadt Wien sind es sogar nur 16%. Da der Besitz von Immobilien maßgeblich dafür ist, wie reich ein Mensch ist, sinkt das Nettovermögen dadurch jedoch erheblich und führt zu ausgeprägten ungleichen Vermögensverhältnissen. Bis zum Beitritt in die EU unterlagen die Banken einem strengen Bankgeheimnis.

Alles in allem könnte man diese Informationen knapp zusammenfassen in einem lapidaren: „Passt schon“ – wäre da nicht dieser andere Tatbestand: Corona. Seit knapp zwei Jahren treibt es die Welt in den Wahnsinn, auch die Österreicher. Es ist müßig, das Geschehen hier noch einmal nachzuzeichnen. Aber es lohnt, eine andere Frage zu stellen: Warum wird ausgerechnet in Österreich jetzt die Daumenschraube so angezogen, und warum kommt diese Impfpflicht ausgerechnet im Februar?

Österreich ist ein Versuchskaninchen

Ich habe eine Vermutung, die erst im nächsten Winter bestätigt oder widerlegt werden wird: Österreich ist ein Versuchskaninchen und zugleich die Vorspeise für das, was die Welt nach der Pandemie zu erwarten hat. Wir alle wissen, dass Viren ihr schlimmstes Unwesen im Winter treiben. Wer ernsthaft dachte, die Corona-Infektionen gingen zurück aufgrund einer Impfung und das saisonale Infektionsgeschehen sei damit Geschichte, der muss irgendwie auch als erwachsener Mensch noch an den Weihnachtsmann glauben.

Nachdem es nun immer schwieriger wird, die Impferzählung aufrechtzuerhalten (was ebenfalls vorhersehbar war), wird es Zeit, die zweite Phase einzuläuten: der Ausstieg. Das kann man natürlich nicht einfach so verkünden, vor allem dann nicht, wenn man bestimmte gesellschaftliche Veränderungen dauerhaft implementieren möchte und gleichzeitig sein Gesicht wahren.

So saßen die Obersten der Oberen der Welt zusammen, schlürften Champagner und aßen Shrimp-Cocktails, die Weltkarte vor sich auf dem Tisch. Ihr Blick fiel auf – Sie ahnen es – Österreich: Die Eckdaten stimmen, der Kanzler muss sowieso ausgewechselt werden, und die Zeit ist reif. Kurzerhand wird Schallenberg installiert, ein Mann mit dem perfekten Hintergrund für dieses Amt: Kosmopolit, von adliger Herkunft, vertraut mit der Klüngelwirtschaft in Brüssel. Kaum ins Amt gehievt, kommt der Lockdown und, oh Wunder, zum Ende des Winters, wenn die Infektionsgefahr sowieso aus natürlichen Gründen wieder sinken wird, die Impfpflicht. Natürlich wird man dann erzählen, die sinkenden Zahlen lägen an der Zwangsimpfung…

Eines sollte man als Mensch mit einem winzigen Maß an Restverstand jedoch nicht vergessen: Der nächste Winter kommt bestimmt. Dass man daher jetzt schon fleißig an der Entwicklung von Medikamenten bastelt, die den Krankheitsverlauf mildern sollen, ist für uns Normalos vielleicht ein Trost. Die Tonangebenden dieser Welt können sich dann jedoch auf die Schultern klopfen, haben sie doch erreicht, was sie wollten: ihre Untertanen gefügig gemacht und sich gleichzeitig als Retter der Welt präsentiert. Warten wir ab, was passieren wird. Bis dahin bleibt nur ein Gedanke: armes Österreich.

Johanna Blum

„In der Provinz beginnt‘s“, dachte sich Johanna Blum und zog aus einer deutschen Großstadt nach Irland in ein altes Bauernhaus auf dem Land. Von dort versorgt sie die Krautzone mit Berichten von der Westfront Europas und frönt ihrer Leidenschaft für Bücher und dem Anhäufen gebrauchter Gegenstände, denn man kann ja nie wissen, ob nicht doch eines Tages alles gut wird und der Kaffee wieder handgefiltert werden muss.


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