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Mein Gott! Nicht doch!

22. Oktober 2019
in 11 min lesen

Unser Autor Hubert Dรถring hat sich Gedanken รผber Gott und Religion gemacht. Hat eine Macht im Staat seine Berechtigung? Warum kann man eine Kirche gebrauchen? Was verlangt sie und was gibt sie? Was bedeuten eigentlich die tรคglichen Begriffe, die man ohne nachzudenken verwendet?

Wenn der Herbst sich einstellt, wenn es trรผb wird, wenn der Sommer abgefeiert istโ€ฆ

โ€ฆwenn man wegen Dauerregens nicht nach drauรŸen will, sinnierend รผber dem Rechner hรคngtโ€ฆ

โ€ฆund mittels diesem durch die unendlichen Weiten des Netzes streiftโ€ฆ

โ€ฆ

Wenn man dabei noch das Glรผck hat nicht in einen Fluss zu geraten der nur dahin fรผhrt, sich durch lustige youtube Videos die Laune aufzuhellenโ€ฆ

โ€ฆsondern sich stattdessen an den Wunsch zur eigenen Vervollkommnung, zur SchlieรŸung von Wissenslรผcken erinnertโ€ฆ

โ€ฆ

Klick!

โ€ฆ

Was ich immer schon mal fragen wollteโ€ฆ

โ€ฆ

Was ist der exakte Unterschied zwischen einem sรคkularen und einem laizistischen Staat?

โ€ฆund wie verhรคlt es sich eigentlich genau, mit dem Verhรคltnis eines Staates – zu den in ihm praktizierten Religionen?

โ€ฆ

Vor dem Rechner sitzend, habe ich zur Linken immer noch ein Lexikon paratโ€ฆ

Der Brockhaus erklรคrt: โ€žSรคkularisation: 1.) Verweltlichung, 2.) Verstaatlichung des geistlichen Besitzes.โ€œ

Na, Gott sei Dank nur des geistlichen, nicht des geistigen Besitzesโ€ฆ

(Die Hoheit รผber geistigen Besitz zu haben, wรคre fรผr Regierende schon recht praktischโ€ฆ

Nun kann man aber geistigen Besitz nicht รผber Steuern abschรถpfen โ€“ und auch sonst schlecht rauben. Aus dieser Erkenntnis heraus kรถnnen Machthaber zu dem Schluss kommen, in den Erwerb von Wissen dergestalt eingreifen zu mรผssenโ€ฆ

โ€ฆdass ausschlieรŸlich ihnen genehmes Wissen vermittelt wird.

Das vermindert zwar die Wissensmenge insgesamt, ergibt fรผr sie aber wenigstens einen kommerziellen Nutzenโ€ฆ

โ€ฆweil sich fรผr einen Zeitraum von nicht gerade 1000, aber von immerhin 12 oder auch mal 40 Jahren, ihre Anhรคngerschaft erhรถht…)

โ€ฆ

Zu โ€žLaizismusโ€œ finde ich im Brockhaus nur die Erklรคrung โ€žLaienkultur (kath. Kirche).โ€œ.

โ€ฆ

(Der Brockhaus war die โ€žAllgemeine deutsche Real-Encyklopรคdie fรผr die gebildeten Stรคnde.โ€œ So ein Ding aus Papier, zum Blรคtternโ€ฆ

โ€ฆgibtโ€™s nicht mehr neu zu kaufen, alte Exemplare kรถnnen aber vererbt werden!)

โ€ฆ

Bei der Nutzung eines Onlinelexikons fehlt mir das Haptische, die Sinnlichkeit des Blรคtterns โ€“ Informationen finde ich aber auch hier. Wikipedia: โ€žAls Sรคkularisation wird ursprรผnglich die staatliche Einziehung oder Nutzung kirchlicher Besitztรผmer (Land oder Vermรถgen) bezeichnet.โ€œโ€ฆ

โ€ฆโ€žIm engeren Sinne versteht man darunter die Sรคkularisation wรคhrend des napoleonischen Zeitaltersโ€œ

โ€ฆโ€žIn einem weiteren Sinn versteht man unter Sรคkularisation allgemein die Abwendung von der Religion und von religiรถsen Werten als gesellschaftliche Entwicklung; dafรผr ist jedoch die Bezeichnung Sรคkularisierung รผblich.โ€œ.

โ€ฆund der Verweis zu โ€žSรคkularisierungโ€œ bringt noch etwas รผber die Wortherkunft: โ€žvon lateinisch saeculum โ€šZeitโ€˜, โ€šZeitalterโ€˜; auch: โ€šJahrhundertโ€˜โ€œ.

โ€ฆ

Formulierungen wie โ€žursprรผnglichโ€œ, โ€žim engeren Sinneโ€œ, โ€žin einem weiteren Sinnโ€œ, offenbaren mir Schwammigkeit, fehlende Prรคzision in der Definition.

โ€ฆzumal die Wortherkunft keinen Zusammenhang mit einem Handlungsablauf ergibt, sondern bestenfalls das Tempus beschreibt.

โ€ฆ

Auch zu Laizismus finde ich bei Wiki zunรคchst etwas Sprachliches: โ€žLaizismus (genauer: Laizitรคt) geht auf das altgriechische Wort ฮปฮฑฯŠฮบฯŒฯ‚ laรฏkรณs โ€žder Ungeweihte, Laie (im Gegensatz zum Priester)โ€œ zurรผck.โ€œ.

โ€ฆโ€žDer Begriff laรฏcitรฉ wurde 1871 vom franzรถsischen Pรคdagogen und spรคteren Friedensnobelpreistrรคger Ferdinand Buisson geprรคgtโ€œโ€ฆ

โ€ฆโ€žIm heutigen Sprachgebrauch beschreibt der Begriff โ€žLaizitรคtโ€œ die religionsverfassungsrechtlichen Modelle, denen das Prinzip strenger Trennung zwischen Religion und Staat zugrunde liegt. In einigen Staaten ist der Begriff โ€žLaizismusโ€œ inzwischen in der Verfassung verankert.

โ€ฆโ€žLaizismus ist ein Verfassungsprinzip. Religion ist ausschlieรŸlich Privatangelegenheit, woraus folgt, dass Religion nicht nur keine staatliche, sondern auch keine รถffentliche Funktion hat.โ€œ

โ€ฆ

Die Beschreibung des Laizismus empfinde ich, trotz der Formulierung โ€žim heutigen Sprachgebrauchโ€œ, als prรคziser gegenรผber dem Sรคkulargedรถns.

โ€žLaizismusโ€œ ist mir, im Zusammenhang mit der franzรถsischen Verfassung, auch schon mal untergekommenโ€ฆ

Wiki tut kund: โ€žIm heutigen franzรถsischen Verstรคndnis ist Laizismus zu einem politischen Ideal geworden, das die Grundsรคtze der Neutralitรคt des Staates gegenรผber den Religionen, deren Gleichbehandlung sowie die Glaubensfreiheit zum Ziel hat.โ€œ

โ€ฆ

Kann es wirklich eine Neutralitรคt des Staates gegenรผber Religionen geben?

Zu den Religionen die wir kennen?

Zu den Religionen, mit denen wir tรคglich konfrontiert werden?

Ist โ€žNeutralitรคtโ€œ gleichbedeutend mit โ€žgewรคhren lassenโ€œ?

โ€ฆ

Was ist รผberhaupt eine Religion?

Bei Wikipedia findet man unter diesem Stichwort, ausdrรผcklich auch als solche bezeichnet, nur โ€žVersucheโ€œ zu einer Definitionโ€ฆ

Um eine eigene Definition, kurz und knackig, habe ich mich schon รถfters bemรผht. Irgendwie leide ich bei diesem Thema aber an Wortfindungsstรถrungenโ€ฆ

โ€ฆaus denen mir auch mein Brockhaus nicht heraushilft. Unter Religion finde ich darin โ€ž1) das Verhรคltnis des Menschen zu Gott. 2) Glaube, Glaubensbekenntnis โ€ฆ โ€œ

Immerhin bringt mich der Brockhaus zum Schmunzeln, weil direkt unter โ€žReligionโ€œ โ€žReliktโ€œ zu finden ist, mit der Erklรคrung โ€žรœberbleibsel, Restโ€œโ€ฆ

โ€ฆ

Der Bezugspunkt einer Religion ist ein Glaube โ€“ und ihre Aufgabe mit โ€žLebenshilfeโ€œ wohl am besten beschrieben.

Der Glรคubige erkennt eine imaginรคre Ma
cht an – und unterwirft sich dem dieser Macht unterstellten Willen.

Daraus ergeben sich fรผr den Glรคubigen zu beachtende Verhaltensweisen. So circa zehn Gebote, oder auch noch ein paar mehrโ€ฆ

Gebote, welche in ihrer Mehrzahl nichts anderes darstellen, als Vorgaben zum persรถnlichen Verhaltenโ€ฆ

โ€ฆ

Das Entwickeln einer Religion ist eine kulturelle Leistung, welche auf Erfahrungswerten des Lebens – und des Zusammenlebens, beruht. Genau in diesem Punkt liegt das Konfliktpotential zu einem Staat, der ja seine eigene, weltliche Gesetzgebung betreibt, also die ihm eigenen Verhaltensvorgaben formuliertโ€ฆ

Die Lebenshilfe einer Religion besteht zwar auch darin, sich selbst eine Erklรคrung fรผr unbeantwortbare Fragen geben zu kรถnnen; oder darin, in ausweglosen Situationen Trost schรถpfen zu kรถnnen, oder auchโ€ฆ

โ€ฆ

โ€ฆaber in der Praxis besteht Religion aus dem Ausleben gebotener Verhaltensweisen, welche zwar transzendent begrรผndet sind, aber eben im Hier und Jetzt stattfinden!

โ€ฆ

Das โ€žHier und Jetztโ€œ lรคuft รถffentlich ab โ€“ womit der dem Laizismus innewohnende Wunsch, Religionen keine รถffentliche Funktion einrรคumen zu wollen, sich schon erledigt hat!

Man kann dazu einwenden, dass die Verbindung einer Religion zur ร–ffentlichkeit rein visueller Natur sein kann, zum Beispiel durch das Tragen ulkiger Kopfbedeckungen โ€“ und dass Religionsinhalte nur selbstbezรผglich auf den Ausรผbenden wirkenโ€ฆ

โ€ฆwas aber, wenn Gebote einer Religion mit der Gesetzgebung eines sich sรคkular oder laizistisch nennenden Staates kollidieren?

Muss ein Staat nicht konsequent gegen alles vorgehen, was im Widerspruch zu seinen eigenen Regeln steht?

Mรผsste โ€žReligionsfreiheitโ€œ fรผr einen Staat nicht heiรŸen, sich โ€žfrei von Religionenโ€œ zu halten?

โ€ฆ

Welchen Wesenskern hat denn ein Staat? Doch den Willen zum eigenen Werden – und dann seinen Selbsterhalt.

(Wenn jemand meint, das gelte fรผr Deutschland nichtโ€ฆ

โ€ฆdann sage ich: Doch! Gilt! Wie fรผr jeden anderen Staat auch!

Den Nationalstaatsfeinden halt zum ร„rgernis – die sich etwas anderes aber nur wรผnschen dรผrfen!)

โ€ฆ

Die Anerkennung von โ€žWerdenโ€œ und โ€žSelbsterhaltโ€œ als die Natur eines jeden Konstruktes, lassen keinen anderen Schluss zu, als dass eine Religion innerhalb eines Staates immer auch dessen Gegenspieler ist!

โ€ฆdenn den Wunsch vom Werden und Selbsterhalt trรคgt nicht nur der Staat, sondern auch eine Religion in sich.

โ€ฆ

Also: wehret den (zersetzenden) Anfรคngen?

โ€ฆ

Wie?

โ€ฆ

Als Schnittstelle, als Berรผhrungspunkt zur Umwelt betreiben Religionen institutionalisierte Glaubenstrรคger โ€“ umgangssprachlich โ€žKirchenโ€œ, bei uns auch โ€žAmtskirchenโ€œ genannt.

Muss der Staat diesen nicht zunรคchst einmal die Formulierung eines Staatskirchenrechtsโ€ฆ

โ€ฆoder mehr noch, jedes Gesprรคch und jede Konferenz verweigern?

Das wรคre logisch, denn wie kรถnnte man auch Regelungen mit einer Institution vereinbaren, ihr also einen Raum geben, wenn man mit ihr, ganz laizistisch, nichts zu tun haben will?

โ€ฆund sich zudem auch noch รผber deren gefรคhrdenden Charakter im Klaren ist?

โ€ฆ

Das sollte passieren, bevor sich eine Religion ihr eigenes Kirchenrecht verpasstโ€ฆ

โ€ฆ(was mit den groรŸen Volksreligionen in unserem Land natรผrlich nicht funktioniert, weil, wie gerade gelernt, bei uns eine โ€žSรคkularisierungโ€œ ablรคuft โ€“ und keine Neugrรผndung betrieben wirdโ€ฆ)

Das Beispiel unserer Kirchen zeigt aber auf, dass der ร„rger mit ihnen um so grรถรŸer wird, je mehr ein Staat deren eigenes Kirchenrecht, innerhalb seiner selbst, akzeptiertโ€ฆ

ร„rger, zum Beispiel durch kircheneigenes Arbeitsrecht, oder durch eigenmรคchtiges gewรคhren von Kirchenasylโ€ฆ

โ€ฆoderโ€ฆ

Mir fallen da bestimmt auch noch mehr Dinge einโ€ฆ

โ€ฆ

Mit Religionen die ihr eigenes, fรผr ihre Mitglieder bereits verbindliches Recht, in einen bestehenden Staat einschleppen, wird es fรผr diesen aber noch konfrontativerโ€ฆ

โ€žSรคkularisierungโ€œ ist eine Entwicklung. Sie bedeutet eine allmรคhliche Neuordnung, in deren Folge es auch zu einer Aufspaltung einer einstmals geistig homogenen Volksgemeinschaft kommen kannโ€ฆ

Man kann aber davon ausgehen, dass auch in einer Phase der gesellschaftlichen Neuorientierung, selbst bei einer kommenden Spaltung, der ursprรผnglich fรผr die Gesamtheit geltende Verhaltenskodex weiterhin ein hohes MaรŸ an allseitiger Zustimmung findetโ€ฆ

(Als Beispiel aus vorsรคkularer Zeit fรคllt mir dazu die Trennung von Katholiken und Ketzern ein. Beide berufen sich noch heute auf die Bibel โ€“ und lehren die gleichen Geboteโ€ฆ)

โ€ฆwรคhrend ein eingeschleppter Glaube, schlimmstenfalls, รผber keinerlei gemeinsame Inhalte mit der Lebensordnung des Staates verfรผgt…

โ€ฆwas zur Folge hat, dassโ€ฆ

โ€ฆ

โ€ฆ

Ich sehe Konfliktherde aber nicht nur im Bereich des Umgangs der Staatsbevรถlkerung miteinander, im Bereich des Rechtsโ€ฆ

โ€ฆwelches zwischen dem eines sรคkularen oder laizistischen Staates und dem von Glaubensgemeinschaften differiert.

Die in Deutschland praktizierten Religionen stammen alle, mit Ausnahme von Geschรคftsmodellen wie Scientology, aus der Zeit vor dem, was wir heute โ€žAufklรคrungโ€œ nennen.

Lange herโ€ฆ

Es begab sich zu einer Zeitโ€ฆ

โ€ฆda Sachverhalte noch mit Gleichnissen erklรคrt wurdenโ€ฆ

โ€ฆmittels einer Bildsprache gearbeitet wurde, welche auch Schreibunkundigen verstรคndlich warโ€ฆ

โ€ฆeiner Zeit, in der das Abstraktionsvermรถgen noch nicht sehr ausgeprรคgt war!

โ€ฆ

Ewig ist es her!

โ€ฆ

Wie muss man heutzutage mit einer Institution umgehen welche versu
cht glauben zu machen, dass Wein zu Blut werden kann?

โ€ฆoder, dass eine Hostie aus Mehl und Wasser womรถglich nichts fรผr Vegetarier ist?

Ich habe in der Kirche schon aus dem Kelch getrunken und bin mir sicher, da war Wein drin โ€“ nichts Gewandeltes! Bei meinen Geschmackstests nahm ich eindeutig vergorene Trauben – und nicht die Grundsubstanz von Blutwurst wahr!

Leute, die schon รถfters mal โ€žgewandeltenโ€œ Wein probiert haben โ€“ und dabei offensichtlich zu einem anderen Schluss kamen als ichโ€ฆ

โ€ฆund die ihren Zuhรถrern eine Verรคnderung des getrunkenen Rebensaftes jeden Sonntag aufs Neue versichernโ€ฆ

โ€ฆsind entweder wahrnehmungsgestรถrt โ€“ oder behaupten bewusst etwas Falsches, fรผhren also Unlauteres im Schilde!

Wahrnehmungsstรถrungen lassen sich durch einen guten Therapeuten vielleicht behandelnโ€ฆ

Machtstreben jedoch, der Wunsch die Hoheit รผber andere zu besitzen, leider nichtโ€ฆ

โ€ฆ

Nicht behandelbar dรผrften auch Fรคlle sein in denen jemand daran glaubt, dass in einem Paradies zweiundsiebzig, teils durchscheinende, Jungfrauen auf ihn warten wรผrden, just nachdem er sich mittels Sprengstoff atomisiert hรคtteโ€ฆ

Eine Gesundung der von so etwas betroffenen Gehirne kann man wohl noch nicht einmal erhoffenโ€ฆ

โ€ฆtherapieresistent!

Ich kann dem Glauben an ein solches Paradies nicht verfallen, weil ich lesen kannโ€ฆ

Dass โ€ždas Mark der Knochen ihrer Beine durch die Knochen und das Fleisch hindurch sichtbar sein wird“ hรถrt sich fรผr mich nicht verlockend anโ€ฆ

โ€ฆselbst dann nicht wenn mir suggeriert wird, dass der โ€žPenis der Auserwรคhlten nie erschlafftโ€œโ€ฆ

Diese Vielzahl von transluzenten Geschรถpfen stellt fรผr manch anderen aber eine unwiderstehliche Verlockung darโ€ฆ

Der Glaube an eine geile Zeit mit ihnen kann so wirkmรคchtig sein, dass Mann dafรผr in Kauf nimmt, freitags regelmรครŸig an Arschritzen riechen zu gehenโ€ฆ

โ€ฆ

Man kรถnnte jetzt sagen โ€žjedem Tierchen sein Plรคsierchenโ€œ โ€“ aber da war doch noch die Sache mit dem Selbsterhalt des Staatesโ€ฆ

โ€ฆ

Die Fragen, welche sich aus der Vermittlung des Glaubens an wahnhafte Bilder ergeben sind dieโ€ฆ

โ€ฆob das Gewรคhren von Religionsfreiheit nicht gleichbedeutend ist – mit einer Genehmigung zur Volksverblรถdung?

โ€ฆund, ob es im Eigeninteresse eines Staates sein kann, (wissenschaftlich erarbeitete) Erkenntnis durch einen Hokuspokus zu ersetzen?

โ€ฆ

Ich fordere Intelligenz ein!

โ€ฆ

Durch die gelebten Folgen der Aufklรคrung gibt es in Europa kein โ€žheiligesโ€œ (rรถmisches) Reich mehrโ€ฆ

โ€ฆsondern sรคkularisierte Staaten.

โ€ฆ

Bei allen staatlichen Auf- und Ablรถsungen, bei Neuordnungen, Separierung oder Zufรผhrung von Religionen, betrachten wir Machtverschiebungenโ€ฆ

โ€ฆwir erkennen Interessen – und den Machtgewinn von Einzelpersonenโ€ฆ

โ€ฆwelcher gestรผtzt wird vom Glauben der Vielen an eine โ€žVerbesserungโ€œโ€ฆ

โ€ฆund zwar genau der Gruppe der โ€žVielenโ€œ, welche nicht รผber eine individuelle, sondern nur รผber Schwarmintelligenz verfรผgt!

โ€ฆ

Schwarmintelligenzler mittels eines Kults fรผr sich gewinnen zu wollen, ist sichtbarer Ausdruck eines Machtbegehrens!

โ€ฆ

Wenn man Religionen dementsprechend als โ€žMachtโ€œ, innerhalb eines Gemeinwesens betrachtet, als Antagonisten zu weltlichen Instanzenโ€ฆ

โ€ฆdann stellt man fest, dass sie sich von anderen nach Macht strebenden nicht in ihrer Methodik unterscheiden, sondern nur darin, von wem sie ihren Herrschaftsanspruch ableitenโ€ฆ

โ€ฆund mit der Berufung aufโ€ฆ

โ€ฆhaben Religionen, zumindest derzeit, schlechte Karten: es gibt nรคmlich immer mehr Menschen die meinen, Gott kรถnnte schon tot seinโ€ฆ

โ€ฆoder als Gesetzgeber nie existiert habenโ€ฆ

โ€ฆ

Mit Fegefeuer und Hรถlle kann man nur so lange drohen – bis man ausgelachtย  wird!

โ€ฆ

Was machen Menschen mit Machtanspruch, wenn sie ihre eigene Position als schwach erkennen?

Probieren zu teilen um wenigstens ein wenig mit zu herrschen?

โ€ฆund auf bessere Zeiten fรผr sich hoffen?

โ€ฆ

Sรคtze streuen wie โ€žSo gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!โ€œ?

โ€ฆwelche suggerieren sollen, dass eine Koexistenz von Staat und Kirche mรถglich istโ€ฆ

โ€ฆdie fรผr mich aber nur Ausflรผchte eines in die Enge getriebenen darstellenโ€ฆ

โ€ฆ.denn: โ€žNiemand kann zwei Herren dienenโ€œ!

โ€ฆ

Ich tat mich mit dem โ€žGlaubenโ€œ immer schwerโ€ฆ

โ€žWissenโ€œ ist mir lieber โ€“ wohl wissendโ€ฆ

โ€ฆdas wir Menschen uns schwer damit tun, beides voneinander zu unterscheidenโ€ฆ

Ich bin mir darรผber im Klaren, dass auch ich im tรคglichen Leben auf gesetzte Eckpunkte, auf Behelfswahrheiten, auf Beispiele, Paradigmen, also Glauben, angewiesen binโ€ฆ

Ich sehe mich selbst aber als wenigstens darum bemรผht an, Angenommenes auf seinen (wahren) Kern herunterzubrechenโ€ฆ

โ€ฆwรคhrend die Kirche das Gegenteil betreibt, nรคmlich in voller Absicht Dogmen kreiert, also Glaubenssรคtze zu Wissen erhebtโ€ฆ

โ€ฆ

Trotz meines Drangs dazu in Wissen, in โ€žWahrheitenโ€œ zu leben (hoffentlich stellen sich nicht irgendwann alle als temporรคr heraus)โ€ฆ

Stand ich der Kirche frรผher recht wohlwollend gegenรผberโ€ฆ

Begrรผndet habe ich mir das selbst mit dem Verweis auf ihre Lebenshilfe, ihre seelsorgerische Tรคtigkeitโ€ฆ

โ€ฆwelche fรผr schwache Charaktere, die es nicht schaffen sich mit ihrem kommenden Vergehen im Nichts abzufindenโ€ฆ

โ€ฆwohl notwendig ist.

Ich sah die Kirche auch als ein Instrument an, als ein massenwirksames Regulativ zu einer Staatsregierungโ€ฆ

โ€ฆwelches zur staatlichen Gesetzesfindung, zumindest in Fragen der Ethik, bewusstseinsbildend eingreiftโ€ฆ

โ€ฆdenn wo fรผhrte es schon hin, wenn eine Regierung frei darรผber bestimmen konnte, was moralisch einwandfrei ist?

โ€ฆ

Aber wie es so ist, wenn man nach wahren Kernen sucht: Nachdenken zerbricht Trรคumeโ€ฆ

Man wird so desillusioniertโ€ฆ

โ€ฆ

โ€ฆdenn: waren die Kirchen in der Vergangenheit, wenn sie wirklich einmal gefordert waren, tatsรคchlich Regulativ โ€“ oder eher Kollaborateur?

โ€žSo gebt dem Kaiserโ€ฆโ€œ

โ€ฆ

Und wie ist es heute? Existenzangst verleitet zum Schwimmen im Strom. Auch Kirchen!

Was wird in den christlichen Kirchen Deutschlands gepredigt? Mehr als das, was das Volk eh schon weiรŸ, also glaubt?

Was wird von der Kirche unterstรผtz, wo greift sie ein?

Wer und was wird abgekanzelt?

โ€ฆ

โ€ฆ

Ein Regulativ hilft nur in leichten Fรคllenโ€ฆ

โ€ฆdort, woย  ein Ausgleich zwischen rivalisierenden Parteien relativ schmerzfrei, also ohne einen grรถรŸeren Gesichts- und Machtverlust fรผr einen von beiden mรถglich istโ€ฆ

โ€ฆ

Und in schweren Fรคllen? Wenn sich innerhalb eines Staatswesens Unvereinbarkeiten ergeben?

Wenn kein Glaube diskutiert wirdโ€ฆ

โ€ฆwenn Argumente als Parolen abgetan werdenโ€ฆ

โ€ฆwenn keine Einigung gesucht wird – sondern eine Unterordnung gefordert?

โ€ฆ

Je kontrรคrer die Positionen, je unversรถhnlicher die Protagonistenโ€ฆ

โ€ฆum so grรถรŸer ist der Blutdurst der erst gestillt werden muss, bevorโ€ฆ

โ€ฆ

โ€ฆ

Wie kam ich auf das Thema? Sรคkular? Laizistisch?

Wรคre es nicht am besten, das ganze Thema Religion zu beerdigen?

Beerdigen?

Ja, von mir aus auch mit Kultโ€ฆ

โ€ฆ

Mache ich mich mit dieser รœberlegung der Blasphemie schuldig?

Wenn mich deshalb jemand vor Gericht bringt, dann hoffe ich darauf, dass er Gott in den Zeugenstand fรผhrt!

Das wรคr mal ein Ding!

ABOS

Bรผcher

SPIELE