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Frauen

18. Juni 2020
in 3 min lesen

Eigentlich wollte ich mich nicht zu dieser ganzen Debatte รคuรŸern. Dieser Debatte, die seit geraumer Zeit mal weniger, aber insgesamt mal eher mehr รผber uns ausgeschรผttet wird. Und so geht es mir auch hier wie mit den meisten Themen, die ich im Grunde zu bescheuert finde, um einen Gedanken an sie zu verschwenden: Frรผher oder spรคter geht mir das Ganze so auf die Nerven, dass ich nicht mehr schweigen will. Nun ist es also soweit, und da ich nur ein kleines Licht bin, dessen Kegel gerade mal bis zur Tรผr meines Zimmers reicht, in dem ich schreibe, und dessen matter Glanz darรผber hinaus weitgehend ungesehen eines nicht allzu fernen Tages (mit Blick auf die unfassbar lange Weltgeschichte) sowieso fรผr immer in Dunkelheit versinken wird, flackere ich doch einmal kurz auf, indem ich den Mund nicht halte:

Diese Frauenquote-, Gender-, Gleichstellungsdebatte ist vollkommen sinnentleert. Ich bin diesbezรผglich nicht geschult, ich habe kein einziges Buch eines Fachmanns oder einer Fachmรคnnin darรผber gelesen, aber ich bin eine Frau. Und ich habe ein bestimmtes Weltbild, das meiner Selbstwahrnehmung nach auf einem einigermaรŸen gesunden Menschenverstand beruht. Das muss genรผgen.

Ich leugne nicht, dass in der Geschichte der Menschheit die Frau in vielen Lebensbereichen fรผr lange Zeit eine, milde gesagt, schwierige Position hatte. Und es gab und gibt immer noch Mรคnner, die das auf widerwรคrtige Art ausnutzten. Sei es der Zugang zu Bildung, hรคusliche Gewalt, politische Ungleichheit und so weiter. Da hat sich viel geรคndert, und das ist auch gut so. Auch verschlieรŸe ich nicht die Augen vor immer noch unfassbarer Brutalitรคt, die Frauen und Mรคdchen in manchen Lรคndern angetan wird, einfach nur aufgrund der Tatsache, dass sie diesem Geschlecht angehรถren. Mein ehrlicher Dank gilt an dieser Stelle all jenen Persรถnlichkeiten, die sich dafรผr einsetzten und einsetzen, dem ein Ende zu bereiten.

Nun ist es andererseits jedoch so, dass tatsรคchlich jedes Thema, dem ein eigentlich ehrenwerter Antrieb zugrunde liegt, von den Bewohnern der Wohlstandsgesellschaften frรผher oder spรคter ad absurdum gefรผhrt wird. Und das ist skandalรถs. Mir fรคllt dazu wirklich kein anderer Begriff ein. Ernsthaft zu glauben, die Rechte der Frauen wรผrden gestรคrkt durch eine Anpassung der Sprache oder eine Frauenquote, durch die Zerstรถrung der Familie und die Einrichtung und Fรถrderung von Kinderkrippen fรผr die Kleinsten der Kleinen, nur damit Mutti ganz schnell wieder ihren Karrierechancen neuen Aufwind verpassen kann, denn die Selbstverwirklichung jener als Erfolgsfrau ist genauso wichtig wie der, natรผrlich geplante, Kinderwunsch, das ist einfach nur pervers.

Und zwar in mehrfacher Hinsicht. Erstens ist es ein Zeichen unserer Zeit, alles zu wollen und keine Kompromisse einzugehen. Kinderwunsch ist vielleicht der menschlichste aller Wรผnsche, Karrierewunsch vielleicht der nachvollziehbarste fรผr viele. Beides gemeinsam und gleichzeitig? Nein, daran glaube ich nicht.

Zweitens ist dieser Wunsch nach Gleichzeitigem im Ungleichzeitigen ein Faustschlag ins Gesicht all jener Frauen, die in vergessenen Teilen der Welt leben und sich nichts sehnlicher wรผnschen als dass man ihnen nicht die Geschlechtsteile verstรผmmelt und dass ihr Ehemann ihnen mit etwas Respekt und Dankbarkeit begegnet. Und es ist auch ein Faustschlag ins Gesicht all jener Frauen, die in uns besser bekannten Teilen der Welt leben und jeden Tag verzweifelt versuchen, zu รผberleben und mit drei Jobs gleichzeitig versuchen, den Hunger ihrer Kinder zu stillen, weil sich der Schรถpfer aus dem Staub gemacht hat, oder weil das Geld einfach vorn und hinten nicht reicht, auch wenn Papa noch fleiรŸig seiner Arbeit nachgeht, aber Miete und Staatsquote den GroรŸteil davon verschlingen.

Drittens ist es eine nicht hinnehmbare Bevormundung, allen vorzuschreiben, wieviele Frauen sie in Chefetagen zu verankern hรคtten und Steuergelder einzutreiben, um dieses kranke Gedankengut zu finanzieren, statt das Geld denen zu geben, die es wirklich benรถtigen.

Um das zu erkennen, ist kein Genderstudium vonnรถten, in dem wahrscheinlich sowieso nichts dergleichen gelehrt wird, sondern lediglich die Indoktrination vorangetrieben wird. Nein, ich will niemandem das Recht auf eigene Lebensplanung vorschreiben, und ich bin kein Vereinfacher. Ich bin eine Frau, die Mitgefรผhl hat mit all den armen kleinen Menschen, die sich nichts sehnlicher wรผnschen, als ihre Kindheit mit ihren Eltern zu verbringen, anstatt in staatliche Institutionen abgeschoben zu werden, weil Mama sich selbst verwirklichen will.

Entweder โ€“ Oder. Was ist daran so schwer? Machen Sie Karriere. Grรผnden Sie eine Familie, aber alles zu seiner Zeit. Oder wenigstens ohne mich dafรผr zur Kasse zu bitten oder mir den Mund zu verbieten. Nerven Sie andere mit Ihrem Genderwahn. Ich bin raus.

ABOS

Bรผcher

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