Am 8. Juli 2020 wurde in einem Hotel im Geschรคftsviertel Causeway Bay, lange ein Schwerpunkt der Demonstrationen gegen die รถrtliche Regierung und die dahinterstehende Machtstruktur in Peking, das Zentrale Amt fรผr Nationale Sicherheit in der Sonderverwaltungszone Hongkong (Office for Safeguarding National Security of the Central People’s Government in the Hong Kong Special Administrative Region CPGNSO) provisorisch eingeweiht.
In Gegenwart von Amtsleiter Zheng Yanxiong und Luo Huining, Chef des Verbindungsbรผros Hongkong-Peking, sagte Regierungschefin Carrie Lam wรคhrend der Erรถffnungsfeier, dass das soeben eingefรผhrte nationale Sicherheitsgesetz die Menschen in Hongkong dazu befรคhigen wรผrde, „ihre Rechte und Freiheiten auszuรผben, ohne eingeschรผchtert und angegriffen zu werden“.
Die am 30. Juni verabschiedete umstrittene Gesetzgebung als rechtliche Grundlage fรผr die Einrichtung des CPGNS dient laut den chinesischen Funktionรคren lediglich dazu, nach den im letzten Sommer begonnenen heftigen Protesten Stabilitรคt wiederherzustellen. Weltweit wurde Alarm geschlagen, weil diese Maรnahme angeblich das von Groรbritannien und China vor der รbergabe 1997 vereinbarte Konzept โEin Land, zwei Systemeโ untergrรคbt, das der ehemaligen Kronkolonie im Vergleich zum Rest des Landes 50 Jahre lang weitreichende Privilegien einrรคumte.
Zum ersten Mal werden Sicherheitskrรคfte aus anderen Teilen des Reiches der Mitte die Befugnis besitzen, eine Vielzahl neuer (politischer) Verbrechen zu untersuchen und Verdรคchtige mรถglicherweise an China auszuliefern, wo die Verurteilungsraten recht hoch sind.
Die in Zukunft zu verfolgenden wichtigsten Straftaten sind Separatismus, Subversion gegen die Staatsgewalt, Terrorismus (einschlieรlich der Beschรคdigung von รถffentlichem Eigentum) und Zusammenarbeit mit auslรคndischen oder externen Krรคften, auf die allesamt eine Hรถchststrafe von lebenslanger Haft steht.
Am Ende haben diejenigen in Hongkong, die sich 2003 vehement gegen das spรคter zurรผckgezogene nationale Sicherheitsgesetz, 2018 gegen die angekรผndigten Maรnahmen gegen die Unabhรคngigkeitsbewegung und 2019 gegen das Auslieferungsgesetz aussprachen, viel mehr von dem bekommen, was sie nicht wollten. Aus Angst um seine Sicherheit ist bereits ein prominenter Oppositioneller an einen unbekannten Ort gereist.
Nicht die friedlichen Demonstranten, die sich Sorgen รผber die Einschrรคnkung jener Rechte machten, die sie fรผr unvereinbar mit der Autonomie hielten, sondern die stetig wachsende Zahl regelmรครiger Randalierer und deren sinnlose Zerstรถrungswut haben ihrer Heimatstadt einen schlechten Dienst erwiesen und die sehr skeptische Meinung der chinesischen Falken รผber die Fragilitรคt der Demokratie bestรคtigt.
Genau am 1. Oktober 2019, als die Volksrepublik China ihr 70-jรคhriges Bestehen feierte, erlebte Hong Kong dank schwarz gekleideter, gut ausgerรผsteter Straรenkรคmpfer einen seine chaotischen Tage.
Wรคhrend man die Polizei mit Benzinbomben, Bambusstangen, Baseballschlรคgern, Ziegeln und anderen Projektilen angriff, wurde, einem jungen Mann in die Brust geschossen. Zuvor hatte es bereits unnรถtige Provokationen gegeben, wie die Entehrung volksrepublikanischer Symbole und Angriffe auf Institutionen der Zentralregierung.
In westlichen Lรคndern ist es Mode geworden, Nationalflaggen ungestraft zu verbrennen, obwohl dieses Konzept der Meinungsfreiheit in anderen Kulturen nicht gut ankommt. Zumal es groรe Anstrengungen erforderte, in China den Nationalismus anzufachen, da man sich dort traditionell eher mit der Heimatprovinz identifizierte.
Es ist unbestreitbar, dass die Roten Mandarine ohnehin vor 2047 die Absicht hatten, die Zรผgel im Finanzzentrum Hongkong anzuziehen. Doch die jรผngsten Entwicklungen in den Vereinigten Staaten, in denen nach dem Tod eines schwarzen Verbrechers durch einen weiรen Polizisten Recht und Ordnung im Grunde zusammengebrochen sind, haben dabei die Schwรคche der oft angepriesenen Zivilgesellschaft deutlich gemacht.
Die Fรผhrung in Peking musste erneut feststellen, wie vom Selbsthass zerfressene Antifa-Hooligans und selbsternannte ewige Missbrauchsopfer aus der Umlaufbahn der Black Lives Matter zerstรถrten, plรผnderten und mordeten, ohne dass dies spรผrbare negative Folgen fรผr sie gehabt hรคtte.
Als ob das nicht schon schlimm genug wรคre, konnten sie miterleben, wie weltweit friedliche Sympathisanten diesen angeblich durch systemischen Rassismus gerechtfertigten tรถdlichen Vandalismus verteidigten. Doch eine staatliche Diskriminierung in den USA wird von erfolgreichen konservativen Schwarzen, die nie in den Mainstream-Medien auftauchen, eindeutig bestritten.
Das Ansehen der Sicherheitskrรคfte sowohl in den USA als auch in Europa wurde durch solch absurde Entscheidungen wie den Abbau der Polizeibehรถrde in Minneapolis unter ihrem ersten schwarzen Chef oder das รถffentliche Knien der Polizei in Deutschland in voller Montur weiter beschรคdigt. Wenn es sich jemals um Rassendiskriminierung drehte, geht es jetzt offensichtlich um das verhasste System als Ganzes.
Zuallererst sind die chinesischen Kommunisten Machtpolitiker, die genau beobachten, wie der Westen den Weg der Selbstzerstรถrung geht, geschmรผckt mit blumigen Worten und vorgetรคuschter moralischer รberlegenheit. Um zu verhindern, dass sich der Virus falscher oder missverstandener westlicher Ideen in ihrem Einflussbereich weiter ausbreitet, hat Peking letztendlich entschlossen gehandelt. Mao Tse-tungs Erben mรถgen Schurken sein, aber es sind keine Idioten.

