Du hast dicke Bรผcher gewรคlzt und lรคsst dich von den Mainstreammedien nicht mehr verarschen? Du kennst Zahlen, Fakten und Netzwerke – aber bist immer in der Defensive. Fรผr deine Freunde Pia-Sophie und Malte-Torben bist Du lรคngst nur noch der Nazi. Was lรคuft also schief?
1. Fรผr die Linken gelten andere Spielregeln – finde dich endlich damit ab!
Der wohl grรถรte Fehler bei allen Konservativen, Libertรคren, Reaktionรคren oder โ einfach gesagt โ allen anstรคndigen Oppositionellen war und ist seit den 60er Jahren die รberzeugung, dass Linke sich an die gleiche Spielregeln halten, wie man selbst. Der wohl grรถรte Irrtum in der modernen deutschen Politikgeschichte fuรt hauptsรคchlich auf einem Menschenbild, das auf Anstand, Werten, Moral, Verlรคsslichkeit und eben auch dem โfair playโ beruht. Linke haben zwar gelegentlich auch einen โmoralischen Rรผckfallโ, aber grundsรคtzlich ticken Sozialisten einfach anders. Das liegt hauptsรคchlich daran, dass sie eine Heilslehre verfolgen und ihre Ziele dadurch nicht als politische Ziele, sondern als grundsรคtzlich und รผberlebensnotwendige Ziele erachten. Dadurch werden die Mittel immer dem Ziel untergeordnet, sei es bei Hรคuserbesetzungen โ man darf gegen das Eigentumsrecht verstoรen, weil der Wohnraum knapp ist โ beim Kampf gegen Polizisten โ man fordert die Abschaffung der Polizei, will aber gleichzeitig, dass sie gegen Rechte vorgeht.
Ein besonderes Beispiel waren die Demonstrationszรผge vom Christopher Street Day in Dresden nur eine Woche nach den โCorona-Demosโ in Berlin. Masken wurden keine getragen, an die Abstandsregeln hielt sich auch niemand. Aufschrei? Fehlanzeige. Anstatt sich als Rechte jetzt frustriert รผber den Doppelstandard zu รคrgern und ein empรถrtes โaber die da auchโ, eines Fรผnfjรคhrigen hervorzubringen, ist es Zeit, im Jahr 2020 anzukommen. Fรผr Linke gelten andere Spielregeln als fรผr Rechte. Ja, das ist unfair, und nein, wir kรถnnen es nicht รคndern. Also passt euch den verรคnderten Spielregeln an und fallt nicht immer aus allen Wolken, wenn der Staat uns alles durchgehen lรคsst – und Euch nichts.
2. Nein, nach gewonnen Wahlen wird nichts besserโฆ
Die Linken der 68er haben es vorgemacht: Erst die Bildung, die Mobilisierung, die Okkupierung der Medien, die Metapolitik, ein Narrativ der Gleichheit gegen die Unterdrรผcker โ DANN folgt der politisch-demokratische Siegeszug.
Bis die Grรผnen erstmals รผber die 5 Prozent-Hรผrde kamen โ 1979 in Bremen โ war die 68er-Revolution, die keine Revolution, sondern ein schleichender Prozess war, bereits elf Jahre her. Auf Bundesebenen dauert es noch lรคnger: 1983 zogen die Mรผslifresser und Pullistricker als Chaotentruppe in den Bundestag ein und brauchten noch lange Jahre, bis sie sich formiert hatten und die anderen Parteien vor sich hertreiben konnten. Besonders deutlich erkennt man die verรคnderten Maรstรคbe der Mainstreammedien in ihrem Verhรคltnis zu den Grรผnen und der AfD. 1980 verfehlten die Grรผnen den Einzug in den Bundestag so krass, dass es fast peinlich war: 1,5 Prozent fรผr die neuen Rebellen. Und was schrieb der Spiegel dazu:
โDenn die Alternativen artikulierten Wรผnsche, Stimmungen, Hoffnungen und รngste jener Jugendlichen und Randgrรผppler, die sich und ihre politische Sache schon lange nicht mehr durch die etablierten Parteien vertreten sehen – mehr Umweltschutz und weniger Atomstrom, mehr individuelle Freiheit und weniger Staat.โ
Eine derartige neutral-positive Einschรคtzung gegenรผber der AfD ist schlichtweg undenkbar. Die APO-Kader und Jungsozialisten hatten es aber in den letzten 12 Jahren geschafft, bereits erste Vorposten in den groรen Medienhรคusern aufzubauen und die รถffentliche Meinung zu ihren Gunsten zu drehen, den Marsch durch die Institutionen zu beginnen und vor allem die Universitรคten zu dominieren und daraufhin linke Lehrer, Journalisten, Forscher, Beamte etc. auszubilden. Erst danach folgte der parteipolitische Aufstieg der grรผnangestrichenen Kulturmarxisten, der auf einer gewachsenen Struktur fuรte.
3. Argumente sind egal!
Die โoffene Gesellschaftโ nach Karl Popper oder die โDiskurstheorieโ nach Jรผrgen Habermas sind Ansรคtze, die davon ausgehen, dass man sich offen und rational รผber Probleme und Lรถsungen unterhalten sollte, um daraufhin das โRichtigeโ herauszufinden. Doch die Zeiten des โbesserenโ Argumentes, haben sich seit Jahren und Jahrzehnten bereits verabschiedet, wenn es sie denn รผberhaupt einmal gegeben hat. Aktuell dominiert eine Herrschaftsmeinung und eine โoppositionelleโ Meinung, die sich auรerhalb des Erlaubten befindet. Dieser Korridor wird von den polit-medialen Machthabern bestimmt.
Und wer kennt es nicht: Man kann noch so viele rationale Argumente auf der eigenen Seite haben, auf der Familienfeier oder dem Freundestreffen steht man schlichtweg auf verlorenem Posten. Zum einen, da man eine โunpopulรคreโ oder โbรถseโ Meinung vertritt โ man kรถnnte auch sagen, dass der Gegenรผber gehirngewaschen ist โ, zum anderen, sind die Linken zahlenmรครig in der Mehrheit. Und alleine gegen zwei, drei, vier oder noch mehr Leute eine Diskussion zu gewinnen, die gleichzeitig mit den irrationalen und emotionalen Waffen der Mainstreampresse ausgestattet sind, hรคtte nicht mal Aristoteles persรถnlich geschafft.
Tatsรคchlich wird meist das Gegenteil erreicht, weil der empรถrte Patriot sich im Angesicht der maรlosen Dummheit, Ignoranz, Taubheit und Indoktrination des Gegenรผber zur Emotionalitรคt hinreiรen lรคsst, und dadurch die eigene Position fรผr den sich-hรถherwertig-fรผhlenden Schwarz-Rot-Grรผn-Gelb-Wรคhler noch unattraktiver macht.
Das heiรt natรผrlich nicht, dass Du duckmรคuserisch die Klappe halten sollst. Ganz im Gegenteil: Vertrete offen und ehrlich und nรผchtern deinen Standpunkt, aber versuch nicht Leute mit dem Vorschlaghammer zu รผberzeugen und lass dich nicht auf unsinnige Diskussionen ein. Du wirst verlieren, wie alle Konservativen der letzten 50 Jahre.
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