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Spuk im Hill House – Eine Kritik

23. September 2020
in 2 min lesen

Netflix bietet im Horror-Genre Einiges an. Nicht immer geht es hierbei sonderlich originell zu. Wohl aber bei der Produktion โ€žSpuk im Hill Houseโ€œ. Das mag auch daran liegen, dass es sich nicht um eine reine Horrorserie handelt.

Die Verรถffentlichung lieg mittlerweile gut zwei Jahre zurรผck. In diesem Jahr erscheint jedoch die zweite Staffel. Ihr habt die erste Staffel noch nicht gesehen? Das solltet ihr nachholen. Es handelt sich um die Verfilmung eines Romans. Das Original hierzu erschien im Jahr 1963 unter dem Titel โ€žBis das Blut gefriertโ€œ.

Die Serie erzรคhlt parallel zwei verschiedene Zeitpunkte der selben Familiengeschichte. Zum Einen spielt dies dann in den 1980er Jahren, als eine junge Familie ein altes Haus kauft und vollstรคndig renoviert, zum Anderen gibt es einen Handlungsstrang in der heutigen Zeit, als die mittlerweile erwachsenen Kinder im Rahmen einer Beerdigung wieder aufeinandertreffen.

Die Exposition mit einer jungen Familie und einem alten Haus in dem es spukt, kennt man natรผrlich aus allerlei anderen, mal mehr, mal weniger gelungenen Produktionen. Was soll daran also noch originell sein oder wirklich gruseln? Die Frage magst Du Dir nun stellen, unberechtigt ist sie nicht.

Zunรคchst lรคsst sich dazu sagen: Ja, den Handlungsrahmen hat man nicht neu erfunden. Der Horror ist jedoch handwerklich sehr sauber aufgebaut und schafft es, neben grundsรคtzlicher Beklemmung auch wirkliche โ€žjump-scaresโ€œ, die das Wort verdienen, zu entwickeln. Der Originaltitel โ€žBis das Blut gefriertโ€œ ist vor allem in den ersten Folgen durchaus auch auf die Neuproduktion zutreffend. Darรผber hinaus sind die Zeitsprรผnge zwischen den Achtzigern und der Gegenwart klug strukturiert, man erfรคhrt so den Hintergrund der einzelnen Charaktere, die alle sehr glaubwรผrdig sind und sich gut ergรคnzen.

Hier bekommt die Handlung ihr โ€žFleischโ€œ, die die Serie nicht nach der zweiten Folge inhaltlich verebben lรคsst. Der Horror tritt zeitweise, abgesehen von der grundsรคtzlichen Beklemmung, in den Hintergrund und macht Platz fรผr ein Familiendrama, welches im wesentlichen die Folgen des Horrors fรผr die einzelnen Familienmitglieder schildert. Bei รคhnlichen Produktionen wie โ€žThe Amityville Horrorโ€œ endet die Handlung meist, wenn das Haus verlassen oder der Bann gebrochen wurde. Ohne zu viel zu verraten, muss man sagen: Da geht es bei โ€žSpuk im Hill Houseโ€œ erst los.

Das unterscheidet die Serie auch von den vielen 90-Minuten-โ€žDas Haus ist bรถseโ€œ-Streifen. Man nimmt sich die Zeit, jeden Charakter einzeln in seinen Motiven und seiner Entwicklung darzustellen. Da das Erlebte gleich, die Reaktionen der Einzelnen darauf jedoch verschieden sind (Eine Tochter der Familie hat zeitlebens Depressionen, ein Sohn wird erfolgreicher Buchautor und ist Rationalist), sind Konflikte auf der Beerdigung vorprogrammiert.

Spuk im Hill House bleibt bis zum Ende packend und eignet sich perfekt fรผr gruselige Sonntagnachmittage auf dem Sofa. Fรผr zart besaitete Gemรผter ist die Serie indes nichts und dieser Einschรคtzung liegt nicht nur das subjektive Empfinden des Autors zugrunde: Ihren groรŸen Bekanntheitsgrad erhielt die Serie auch, weil Zuschauer von Beinahe-Ohnmachten, รœbelkeit und Schlafproblemen berichteten.

Wenn ihr euch dennoch traut, werdet ihr selbst schnell feststellen: Harmlos ist die Serie nicht. Dementsprechend hoch sind auch die Erwartungen an die zweite Staffel. โ€žThe Haunting of Bly Manorโ€œ soll 2020 erscheinen und der ersten Staffel in nichts nachstehen. Die Darsteller sollen die gleichen bleiben, weshalb sich sogar eine Art Anthologie-Serie รคhnlich wie โ€žAmerican Horror Storyโ€œ vermuten lieรŸe. Wir bleiben also – im wahrsten Sinne des Wortes – gespannt.

ABOS

Bรผcher

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