Im Artikel 146 des Grundgesetzes heiรt es: „Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands fรผr das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gรผltigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“ Die deutsche Wiedervereinigung war am 3. Oktober 1990, die „Vollendung der Einheit“ ist also in wenigen Tagen 30 Jahre her. Eine Verfassung hat das deutsche Volk bisher trotzdem nicht beschlossen.
Bรถse Zungen kรถnnen jetzt sagen, dass das nur konsequent sei, da „die Freiheit Deutschlands“ eben nicht vollendet ist und somit die beiden Bedingungen gemรคร Artikel 146 nicht erfรผllt sind. Stimmt natรผrlich. Nach 30 Jahren Verschleppung der Abstimmung รผber eine deutsche Verfassung muss aber auch klar sein, dass die Freiheit Deutschlands so niemals vollendet werden kann. Zumal Merkel und Co. ja auch gerade fleiรig und erfolgreich an der DDRfizierung Deutschlands arbeiten.
Der Leviathan hat sich nunmehr drei Jahrzehnte vor der freien Entscheidung des deutschen Volkes รผber eine Verfassung gedrรผckt, er wird sie auch in den nรคchsten 30 Jahren nicht zulassen, wenn die Deutschen weiter geduldig darauf warten. Das Grundgesetz kommt seit seinem Inkrafttreten am 24. Mai 1949 ohne Abstimmung oder vergleichbare Legitimation der Bevรถlkerung aus – warum nicht noch weitere 30, 50 oder 100 Jahre? Ach was, nicht kleckern sondern klotzen, 1000 Jahre! Dass das mit dem tausendjรคhrigen Reich bei den Nationalsozialisten nicht geklappt hat, muss ja nicht heiรen, dass es bei DDR 2.0 und EUSSR nicht klappt!
Zum Betrug gehรถren immer zwei dazu, einer der betrรผgt, und einer, der sich betrรผgen lรคsst. Die Deutschen lassen sich nun schon so lange betrรผgen, dass der sie beherrschende Staat ruhigen Gewissens von Gewohnheitsrecht ausgeht. Da sich das aller Voraussicht nach erst mit dem durch die breite Masse unmittelbar erlebbaren Zusammenbruch im Sinne von starker Inflation, akuter Nahrungsmittelknappheit usw. รคndern wird, gibt es aktuell im Wesentlichen nur drei Dinge zu tun:
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Seinen eigenen Bereich in beste Ordnung bringen.
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Die Wahrheit aussprechen.
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Den Zusammenbruch abwarten.
Ein paar vertiefende Gedanken zu diesen drei Punkten: Seinen eigenen Bereich in beste Ordnung zu bringen bedeutet einfach Krisenvorsorge. Ganz banale Maรnahmen wir Nahrungsmittelvorrรคte anlegen, sich einen Handkurbelgenerator kaufen, um das Smartphone auch bei Stromausfall aufladen zu kรถnnen und so weiter. Prepper-Kram halt. Man muss sich ja nicht in dem Thema verlieren und sich auf das Ende der Welt vorbereiten, sondern im Sinne des Pareto Prinzips die wenigen simplen Vorkehrungen treffen, die aller Voraussicht nach den grรถรten Effekt haben. Das schlimmste, das einem hier passieren kann, ist doch รbervorbereitung bzw. die Nahrungsmittelvorrรคte und das Equipment dann doch nie zu benรถtigen. Ach wie furchtbar! Wenn es drauf ankommt, bin ich allerdings wesentlich lieber paranoid als hungrig oder tot.
Die Wahrheit auszusprechen bedeutet psychische Hygiene, Aufklรคrungsarbeit im Rahmen der eigenen Mรถglichkeiten und Vernetzung mit Gleichgesinnten. Aufklรคrungsarbeit bedeutet nicht, Menschen gegen ihren Willen zu bekehren. Freiheit inkludiert immer auch das Recht zur Dummheit und zum Selbstbetrug, das gilt es zu respektieren – so schwer das auch mitunter ist. Glรผcklicherweise werden die Systemkritiker ja immer mehr, sodass es vermutlich so leicht wie nie zuvor ist, Gleichgesinnte zu finden. Wer suchet, der findet. Telegramgruppen, Internetforen usw. gibt es so viele, dass wohl fรผr jeden etwas dabei ist.
In jedem Fall ist es mรถglich, sich zu vernetzen und dem leviathanischen Gedankengefรคngnis zu entfliehen. Und umso mehr Menschen die Wahrheit sagen, desto normaler und gesellschaftsfรคhiger wird es, die Wahrheit zu sagen.
Den Zusammenbruch abzuwarten bedeutet vielleicht vor allem, den Untergang zu genieรen. Sich eine Sicht auf die Welt anzueignen, die, um Nietzsche zu paraphrasieren, mit einer wohlig-melancholischen Gewissheit um den sicheren Neubeginn „auf alte mรผrbe Culturen, in denen eben die letzte Lebenskraft in glรคnzenden Feuerwerken von Geist und Verderbnis verflackert“, blickt.
Bis diese mรผrbe Kultur endgรผltig in glรคnzenden Feuerwerken der Verderbnis verflackert ist, kรถnnen natรผrlich noch viele Jahre vergehen. Wer bis dahin mehr tun will, als sein eigenes Haus in beste Ordnung zu bringen und die Wahrheit zu sagen, der kรถnnte freilich noch einen Schritt weiter gehen. Wagen wir ein kleines Gedankenexperiment: Wie viele Freigeister mรผssten sich wohl zusammenfinden, um im Rahmen einer Kommunalwahl eine kleine Gemeinde aus dem leviathanischen Gedankengefรคngnis zu befreien? Menschen, die im Home Office arbeiten und geographisch ungebunden sind, kรถnnten sich organisieren und gemeinschaftlich ihren Wohnsitz in eine kleine Gemeinde verlagern und dort Sezession im Kleinsten betreiben.
Wer eine Kommunalwahl gewinnt, entscheidet dann รผber die Gemeindesteuern eben dieser Kommune. Die Gemeinde als Gebietskรถrperschaft mit eigenem Steueraufkommen entscheidet vor allem รผber Grund- und Gewerbesteuer, daneben noch รผber mehrere kleinere Steuern wie die Hunde-, Vergnรผgungs- und Zweitwohnsitzsteuer. Was wรผrde wohl passieren, wenn eine libertรคre Clique, die per Kommunalwahl eine Gemeinde รผbernommen hat, รผber diese Steuern und die ihnen gegenรผberstehenden Ausgaben entscheidet?
Vielleicht wรคre es ein Himmelfahrtskommando, das in der Praxis herauszufinden. Vielleicht wรผrde es aber auch viel mehr Spaร machen, als dem Leviathan noch viele Jahre bei seinem Dahinsiechen zuzusehen.
