Endlich wieder Weltmeister! Wรคhrend Jogis Jungs zuletzt klรคglich gescheitert sind, wurden in Berlin alle Vorbereitungen fรผr Deutschlands energiepolitischen Triumphzug getroffen und siehe da, der erste Platz auf dem Treppchen kommt wieder heim ins Reich.
Eine Preisanalyse des Vergleichsportals Verivox, auf Grundlage der Daten des Energieunternehmens Global Petrol Prices, zeigt, dass sich der Strompreis in Deutschland seit der Regierung Schrรถder mehr als verdoppelt hat. Derzeit ist Strom hierzulande sage und schreibe 163 Prozent (!) teurer als im weltweiten Durchschnitt. Wรคhrend deutsche Verbraucher und Unternehmen mittlerweile รผber 32 Eurocent (in der unteren Grafik werden noch Zahlen aus dem letzten Jahr verwendet) fรผr die Kilowattstunde berappen mรผssen, sind es im internationalen Durchschnitt gerade einmal 12 Cent.
Wir sind mal wieder spitze!
Wer jetzt einwendet, man mรผsse ja Kaufkraft und Preisniveau berรผcksichtigen: Zum einen spielen diese Faktoren, beispielsweise fรผr international agierende Unternehmen, eher insofern eine Rolle, als dass gรผnstiger tendenziell auch attraktiver ist, zum anderen geht der Spitzenplatz innerhalb der G-20-Staaten (mit denen man sich hauptsรคchlich zu messen hat) auch kaufkraftbereinigt nach Deutschland.
Dass die Stromkosten hierzulande explodieren, liegt dabei vor allem an der kontinuierlichen Abschaltung der kostengรผnstigen Atomkraftwerke und der enormen Abgaben- und Umlagenlast, die mittlerweile mehr als 50 Prozent des Strompreises ausmacht.
Insgesamt umfassen staatliche Bestandteile des Strompreises wie Steuern, Abgaben und Umlagen inzwischen 54 Prozent der Gesamtkosten. Darin enthalten sind die Stromsteuer, die Konzessionsabgaben an die Kommunen sowie die Abgaben, die sich aus dem Kraft-Wรคrme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), der Verordnung zu abschaltbaren Lasten (AbLaV), der NEV-Umlage, der Offshore-Netzumlage und der Mehrwertsteuer ergeben.
Die groรen Industrielรคnder wie die USA (13 US-Cent), China (0,08 c) oder Russland (0,06 c) reiben sich angesichts des hiesigen Energiemasochismus die Hรคnde. Energieintensive Unternehmen suchen trotz halbherziger Vergรผnstigungen (z.B. Befreiung von der EEG-Umlage) lรคngst nach alternativen Standorten. Ein wirtschaftliches Desaster, zumindest wenn in der Politik รผberhaupt noch ein Interesse daran besteht Schlรผsselindustrien wie Maschinenbau und Chemie weiterhin im Land zu halten.
In unseren deutlich gรผnstigeren Nachbarlรคndern Frankreich (22 c), Polen (20 c) und รsterreich (25 c) werden bereits die potentiellen Industrieflรคchen begutachtet, auf die die Produktionsstandorte hiesiger Unternehmen in Zukunft verlagert werden kรถnnen.
Sollen sie halt Kerzen benutzen
Neben den Unternehmen leiden besonders die Geringverdiener unter den hohen Abgaben, weil sie hรคufiger in energieintensiven Branchen beschรคftigt sind und ein immer grรถรerer Teil ihrer potentiellen Gehรคlter von den Betrieben fรผr Strompreise aufgewendet werden muss โ sofern diese รผberhaupt noch in Deutschland produzieren.
Auรerdem geben Geringverdiener einen deutlich grรถรeren Anteil ihres Gehalts fรผr Stromkosten aus als Besserverdiener, weshalb sie durch die steigenden Preise doppelt unter Druck geraten. Die deutsche Klimapolitik findet also zum Groรteil auf den Kรถpfen von Geringverdienern statt, was grรผne Lobbyisten geflissentlich ignorieren.![]()
Schlieรlich werden die Grรผnen vor allem von der sich aus Beamten und staatsnahmen Angestellten rekrutierenden Oberschicht gewรคhlt. Ihr aktivistischer Wurmfortsatz, die โFridays for Futureโ-Bewegung wird nicht nur medial gefรถrdert. Die Fรผhrungsfiguren Luisa Neubauer und ihrer Cousine Carla Reemtsma entstammen entfernt der vermรถgenden Reemtsma-Familie. Was der Strom, der bekanntlich aus der Steckdose flieรt, kostet, kann ihnen egal sein.
Wer selbst von den Folgen der eigenen Politik kaum betroffen ist, den kรผmmern diese zumeist wenig. So dรผrfte sich die Rallye am deutschen Strommarkt auch in Zukunft fortsetzen und der Wirtschaftsstandort Deutschland weiterhin geschwรคcht werden.

