Die Auflage der etablierten Medien kracht weiter in den Keller: Allen voran der โSTERNโ. Nach Angaben von โStatistaโ verlor die Illustrierte zwischen 1995 und 2020 einen Groรteil ihrer Leser. 1995 stand man noch deutlich รผber 1,1 Millionen Lesern, aktuell kann der โSTERNโ nur noch auf 361.000 zahlende Kunden bauen.
Immer wieder hรถrt man, dass das Zeitalter der Printzeitschriften vorbei sei. Doch entgegen dem โBranchentrendโ schaffen es viele Zeitschriften und Zeitungen, Zuwรคchse zu verzeichnen.
Das Problem liegt woanders: Die etablierten Medien haben die Bodenhaftung und die Kundenbindung verloren. Sie machen Zeitschriften fรผr die eigene, akademisierte und zumeist linke Medienkaste, orientieren sich nicht mehr am Leser und vor allem an der bundesdeutschen Realitรคt.
Das bestraft der Markt sofort. Besonders absurd wird es, wenn die Kritik am Zeitschriftengeschรคft aber von ganz links kommt: Dort wird behauptet, dass die mรคnnlich dominierten Chefredaktionen fรผr den Niedergang verantwortlich seien. Man brauche vor allem Frauen, die eine Zeitschrift femininer gestalten.
Der โSTERNโ handelte und stellte 2019 ein gemischtes Doppel an die eigene Spitze: Die Frau, die es richten soll, heiรt Anna-Beeke Gretemeier und startete selbst als โReporterin fรผr Flรผchtlings- und Umweltthemen und Redakteurin im Berliner Bรผro des Sternโ.
Trendumkehr? Fehlanzeige! Der โSTERNโ verlor vom 4. Quartal 2019 bis zum 4. Quartal 2020 weitere 16 Prozent ihrer Leser. Und das, obwohl man vermehrt Frauen – nicht nur in der Chefetage – eingestellt hat.
