Von Jens Noah
Wie sind wir in dieses Schlamassel gekommen? Wie konnte sich Corona dermaรen mit einer Massenhysterie sondergleichen paaren? Warum haben Staatsdiener ganz offensichtlich so ein groรes Interesse an der Aufrechterhaltung eines Klimas der Angst?
Diese Fragen zu beantworten bemรผhen sich Prof. Philipp Bagus et. al. im Artikel COVID-19 and the Political Economy of Mass Hysteria. In einem einzigartigen Ansatz versuchen sie, Massenpsycho(patho)logie mit รถkonomischen Erkenntnissen zu verknรผpfen und das Ganze empirisch zu untermauern.
Der Wohlsfahrtsstaat begรผnstigt Massenhysterien
Sie vergleichen dabei die Entstehung von Massenhysterien in einem typischen Wohlfahrtsstaat vs. in einem idealisierten Nachtwรคchterstaat. Sie kommen dabei zu folgenden Hypothesen, warum gerade ein moderner Wohlfahrtsstaat die Entstehung von Massenhysterien stark begรผnstigt:
Erstens wurden durch รผbergriffige Staaten viele angstlรถsende Aktivitรคten verboten oder stark eingeschrรคnkt, wie soziale Anlรคsse, Sport und Unterhaltung. In einem schlanken Staat wรคre das ganz klar eine Kompetenzรผberschreitung.
Zweitens ist der Staat per definitionem ein Monopolist; starke Tendenzen zur Zentralisierung sind ihm eigen. Je dezentraler ein politisches Gebilde ist, desto mehr Wettbewerb gibt es in der Lรถsungsfindung. Gute Ideen kรถnnen schneller kopiert werden, wรคhrend schlechte Politik keinen allzu groรen Schaden anrichten kann.
Drittens ist im modernen Nanny State die Medienlandschaft typischerweise stark politisiert, und โwesโ Brot ich ess, desโ Lied ich singโ. Staatsnahe Medien unterstรผtzen das staatliche Fear Mongering, um ihre eigenen Pfrรผnde zu sichern.
Der Problemverursacher wird zum Problemlรถser
Viertens richten sich die Augen in Krisenzeiten stets auf โAutoritรคtenโ und โExpertenโ, die fรผr den Staat arbeiten, auch wenn diese es nicht immer so genau nehmen mit der Wahrheit. Der Klerus bietet nur noch wenigen Menschen echte Gegen-Autoritรคten und mit fehlender Religiositรคt geht hรคufig grรถรere Furcht vor dem Tode einher, was wiederum eine wesentliche Grundlage fรผr Hysterien bildet.
Fรผnftens kann der Staat auch ein echtes Interesse an Furcht, Verzweiflung und Schuldgefรผhlen seiner Untertanen haben, wie gerade in einem deutschen Arbeitspapier des Innenministeriums schwarz auf weiร zu lesen ist. Angst ist wohl eine der tiefsten Wurzeln des grassierenden Etatismus.
Sechstens gibt es in modernen Demokratien sehr asymmetrische Anreize zur รberreaktion: zu lasches Agieren kรถnnte in der Abwahl resultieren, wรคhrend man sich bei energischem Durchgreifen als Held profilieren kann. Wirtschaftliche Folgen bei รผberharten Maรnahmen gibt es hingegen รผberhaupt nicht fรผr die Entscheider โ und man hat sich ja nur an die Empfehlungen der Experten gehalten. Freilich, nachdem man diesen gesagt hat, was sie einem sagen sollen.
Der vollstรคndige Artikel ist hier zu finden und ich kann die Lektรผre nur jedem ans Herz legen.

