Vielleicht kennen Sie aus Ihrer Kindheit noch die ramponierten Blechkรคsten an den Hรคuserwรคnden, die nach dem Einwurf eines Groschen klebrige Kaugummiekugeln oder Plastikschrott aus Fernost ausspuckten. Oder hatten Sie noch das Privileg fรผr Papa โschnell โne Schachtel Kippen zu ziehenโ?
Verkausautomaten sind ein faszinierender Teil der Konsumgeschichte und – wie kรถnnte es anders sein – auch ein Spiegel ihrer Epoche. Was heute mit flackernden Neonrรถhren und demolierter Scheibe auf Bahnsteigen sein trauriges Dasein fristet, hat nicht mehr viel zu tun mit den dekorierten Wundermaschinen der Vergangenheit.
15.000 Verkaufsautomaten boten 1893 im ganzen Kaiserreich ihre Waren feil. Neben Parfum und Zigarren waren es vor allem Schokoladetรคfelchen, die dank der Automaten millionenfach offeriert wurden.
Dabei tat sich besonders die Kรถlner Schokoladenfabrik Stollwerck hervor, deren Geschรคftsfรผhrer Ludwig Stollwerck zusammen mit dem Ingenieur Max Sielaff und dem Metallbauer Theodor Bergmann im Jahre 1889 den berรผhmten โMerkurโ entwickelte.
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Zuvor hatte Stollwerck auf einer Geschรคfstreise durch die USA die gar nicht mal so neuartige Erfindung (der Grieche Heron von von Alexandria entwickelte im 1. Jahrhundert n. Chr. den ersten Verkaufsautomaten) kennengelernt.
Der โSchokoladenkรถnigโ Stollwerck, so viel sei gesagt, wird noch fรผr reichlich Artikel dieser Art herhalten. So gilt der umtriebige Geschรคftsmann als Revolutionรคr des Sammelbildes. Ja, wirklich! Aber das ist eine andere Geschichte.
