8 Prozent der Deutschen wollen nach Angaben des Umfrageinstitutes INSA die Partei die LINKE wรคhlen. Das sind 1,2 Prozent weniger als bei der Bundestagswahl 2017.
Allerdings lag die LINKE im Mai und Juni, also in der Zeit des Grรผnen-Umfragehochs nur bei 6 Prozent der Wรคhlergunst. Die strauchelnden Grรผnen samt Spitzenkandidatin Annalena Baerbock sorgen aber momentan fรผr einen kleinen Aufschwung der ehemaligen SED.
Nach der Wahl von Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler und insbesondere durch eine Entfernung der Partei vom sogenannten Wagenknecht-Flรผgel, haben es die Sozialisten im September schwer, ihre traditionelle Wรคhlerschaft zu erreichen. Eingeengt zwischen postmodernem Gendergaga und einer AfD, die auch bei den einfachen Arbeitern fischt, fokussieren sich die LINKEN weiterhin auf das urban-sozialistische Milieu. Was sich im Falle einer wiedererstarkenden Grรผnen aber weiter abwenden kรถnnte.
Von einer Gefahr fรผr Konservative, Liberale und Rechte durch die LINKEN kann nicht ausgegangen werden. Stattdessen schadet ein starkes Ergebnis fรผr die LINKE eher SPD und Grรผne. Auch inhaltlich sind Grรผne und SPD so weit nach links gerutscht, dass es die sozialistische Partei schwer hat, ein klares Profil zu benennen. Dazu kommt eine katastrophale รffentlichkeitsarbeit und Positionierung innerhalb der Corona-Krise. Kaum jemand weiร, wie die Partei zum neuartigen Virus aus China steht.
Pluspunkte kann die Partei lediglich mit der charmanten Janine Wissler sammeln, die jahrelang in der hessischen Landespolitik aktiv war und trotz ihrer radikalen Positionen allseits geschรคtzt ist. Minuspunkte sammelt die Partei durch die unqualifizierte Hennig-Wellsow, die wie kam jemand anderes das inkompetente stรคdtische Milieu verkรถrpert und mit verbissener Miene und burschikoser Frisur auf Stimmenverlust geht.
Doppelspitzen funktionieren also nicht automatisch: Sie mรผssen auch von strategischem Nutzen sein. Ob die LINKE sich รผberhaupt zu einer rot-rot-grรผnen Regierung breitschlagen lassen wรผrde – sollte das Wahlergebnis stimmen – ist noch immer unklar: Zwar wollte Chefin Janine Wissler RRG nicht kategorisch ausschlieรen, allerdings hรคlt sie ein links-link-linkes Bรผndnis fรผr unwahrscheinlich.
In der jetzigen Situation ist ein harter Oppositionskurs fรผr die Ex-SED definitiv die bessere Option: Sollte beispielsweise eine Schwarz-Grรผne Regierung die linksgrรผnen Idealisten enttรคuschen, wรผrden die LINKEN in der Oppositionsrolle deutlich besser aussehen. Die Marxisten mรผssen also abwarten.
