Die letzte Woche Urlaub wollte ich noch einmal voll auskosten. Also buchten eine Freundin und ich kurzerhand ein Hotel in Breslau und dรผsten รผber die Grenze. Nach zwei, drei Stunden Fahrt war das Ziel erreicht. Wir gingen Geld wechseln und wollten anschlieรend den Parkautomat mit Bargeld fรผttern, weil dieser meine EC Karte verweigerte.
Tja – ganz schรถn blรถd so ohne Kreditkarte. Das Teil wollte ansonsten nur Mรผnzen, wir hatten aber nur Scheine in die Hand gedrรผckt bekommen. Im Hotel wollte man uns die Scheine auch nicht klein machen. Naja egal, dachte ich, dann habe ich erstmal keinen Parkschein, den brauchte ich sowieso erst ab frรผh um neun.

Das Nachtleben rief und zog uns in seinen Bann. Nachdem wir in zig verschieden Bars waren und โWahnsinnโ von Wolle in einer Karaoke-Bar sangen, wozu die polnischen Mรคdels richtig abgingen, waren wir noch in anderen Klubs. Normaler Montag, wenn man mal frei hat. Nix zu hรถren von CoRooOonAaa.

Als wir gegen sechs ins Bett fielen, stellte ich noch schnell, pflichtbewusst wie ich nunmal bin, einen Wecker. Zwei Stunden spรคter stand ich tatsรคchlich auf, um meine Zลoty in Mรผnzen einzuwechseln. Ich hatte richtig Glรผck, denn im ersten Cafรฉ gab mir eine Mitarbeiterin tatsรคchlich ihr ganzes Wechselgeld. Das reichte immerhin fรผr vier Stunden Parkplatzaufenthalt.
Als wir gegen Mittag endlich das Hotel verlieรen, um die restlichen Zลoty umzutauschen, erlebten wir das Unfassbare. Wirklich kein Mensch wollte uns helfen. Im Kiosk sah uns die Frau an, als seien wir nicht ganz dicht. Mรผnzgeld??! Ist das euer Ernst? Gut, dann zurรผck zur Wechselstube. Dort wird uns sicher geholfen. Aber weit gefehlt. Die Angestellte fuhr mich an, dass ich verschwinden soll, sie ist doch keine Bank. Aha! Na dann Tschรผss, schรถnen Tag noch.
In der Bank angekommen, war auch der Angestellte restlos รผberfordert. Scheine in Mรผnzen wechseln sei nicht mรถglich. Hรถchstens, wenn ich ein Konto erรถffne. Ohne polnische Staatsbรผrgerschaft aber ebenfalls unmรถglich. Es wurde immer bekloppter. Langsam waren wir mit unserem Latein (oder Polnisch) am Ende. Da half auch der Google-รbersetzer nicht mehr weiter.
Nachdem wir verschiedene Leute auf der Straรe ansprachen, von denen scheinbar keine Sau Kleingeld besaร, gab uns eine Frau einen Tipp. In Kiosk xy, ganz in der Nรคhe, wรผrde man uns unsere heiร begehrten Mรผnzen geben. Ihre Worte bewahrheiteten sich – Gott sei Dank!! Aus Zลoty wurden Groszy und Erleichterung machte sich breit, nachdem das neue Parkticket gekauft war.

Trotz dieses nervtรถtenden Erlebnis, ist Breslau wirklich einen Besuch wert. Die (ehemals) deutsche Stadt hat einige bezaubernde Ecken vorzuzeigen. Die barocke Namen-Jesu-Kirche, gleich neben der Universitรคt, ist einfach ein Traum.


Sobald man sie betritt, nimmt man an, dass sie nicht von dieser Welt ist – so schรถn ist sie. Auch die andere Kirchen sind beeindruckend.

Ich will heutzutage mal einen sehen, der knapp 100 Meter hoch Klinker mauert und damit eine Kathedrale erschafft.

Auch sollte man sich die Kaiserbrรผcke einmal anschauen. Schon Kaiser Willhelm ||. war 1910 bei der Erรถffnung dabei. Doch auch wer jede Stadtrundfahrt verweigert und auf den ganzen Kulturkram pfeift, kommt trotzdem auf seine Kosten. Billig Bier trinken geht wirklich an jeder Ecke.

Aber bezahlt am besten immer mit groรen Scheinen. Damit ihr genรผgend Mรผnzen bekommt – fรผr den Parkautomat. Es soll euch ja nicht so ergehen wie uns. Prost!
