Weihnachten steht vor der Tรผr! Zugegeben, wenn man in so manchen Supermarkt geschaut hat, so ergab sich der Eindruck, dass wir seit drei Monaten das Fest der Geburt Jesu Christi erwarten, nur um danach noch vor Silvester die ersten Ostereier einkaufen zu kรถnnen. Tatsรคchlich scheinen die meisten Menschen vergessen zu haben, dass das Weihnachtsfest mit dem Heiligen Abend erst beginnt und nicht endet โ so hat mir eine Freundin einmal erzรคhlt, wie schief sie der Kassierer anschaute, nachdem sie ihn einen Tag nach dem Zweiten Feiertag nach Weihnachtsdekoration gefragt hatte.
Aber neben dem inhaltsleeren Konsumismus unserer geliebten Mitbรผrger mรผssen wir uns eventuell mit anderen Unannehmlichkeiten herumschlagen: Freunden und Familienmitgliedern, die es nicht unterlassen kรถnnen, am Essenstisch irgendwelche politischen Themen anzusprechen. Ich selbst rate euch dringend davon ab, in dieser Zeit zwanghaft politisch zu werden, das fรผhrt im schlimmsten Falle nur zu Entzweiung und Streitereien, die man sich fรผr ein anderes Mal aufheben kann. Es ist zwar etwas anderes, wenn grรถรtenteils Konsens in eurem Familien- und Freundeskreis herrscht, aber selbst dann gilt es die Zeit sinnvoller zu verbringen, als auf die bestehenden Verhรคltnisse zu schimpfen.
Doch was ist nun, wenn eure Schwester โ sie studiert gerade im zweiten Semester an einer Uni in einer westdeutschen Groรstadt irgendeine Geschwรคtzwissenschaft โ unbedingt รผber den patriarchalen Hintergrund des Weihnachtsfestes diskutieren will?
Natรผrlich: Ihr sagt, dass das weiรe Patriarchat ziemlich โbasedโ sei und deshalb unbedingt erhalten werden mรผsse. Doch Spaร beiseite, bevor ihr damit kommt, gilt es erst mal, sich eine Eigenschaft anzueignen, die ohnehin fรผr das Weihnachtsfest von groรer Bedeutung ist: Barmherzigkeit. Ja, ich weiร, dieses Wort fรคllt in jeder 08/15-Predigt eines Mรถchtegern-Gutmenschen-Pfaffen, doch was ich hiermit meine, ist: Geduld bewahren, liebevoll sein, nie schroff werden.
Eure Schwester gehรถrt schlieรlich zu eurer Familie, und die gilt es zu bewahren und zu retten. Solltet ihr euch auf eine Diskussion einlassen, heiรt das: Niemals die Fassung verlieren! Seid immer geistig รผberlegen, bleibt hรถflich, ruhig und gelassen und seid stets geduldig. Wenn ihr Argumente macht, seid euch stets bewusst, dass ihr die Fundamente linker Ideologie angreifen mรผsst und nie ihre Prรคmissen รผbernehmen dรผrft. Sobald ihr Letzteres tut, kann euch eure Gutmenschen-Schwester in einen Widerspruch locken und euch so schachmatt setzen โ das gelingt ihr nicht, wenn ihr ihre Moral gar nicht erst teilt.
Achtet aber stets darauf, dass ihr nicht zu offensiv vorgeht. Wenn ihr mit der Tรผr ins Haus fallt, verschreckt ihr sie. Bedenkt, falls ihr eine linke oder linksliberale Vergangenheit habt, wie lange ihr gebraucht habt, um an den Punkt zu kommen, an dem ihr jetzt steht โ und welche รberwindung es gekostet hat, die ursprรผnglichen Ideen und Weltanschauungen zu verwerfen. Solch ein Prozess geschieht nicht von heut auf morgen, schon gar nicht innerhalb eines Familienessens.
Und wenn es doch eskalieren sollte? Auch hier gilt unbedingt: Ruhe bewahren, niemals die Fassung verlieren. Und seid bereit, euren Familienmitgliedern zu verzeihen, sollten sie irgendwann danach ehrlich auf euch zukommen. Es kann passieren, dass euer Schwesterlein nach einer gewissen Zeit vom Zug des Progressivismus รผberrollt werden kรถnnte und die Absurditรคt und Widersprรผche der modernen Ideologien erkennt.
Das wรคre der Moment, sie die altbekannten โRoten Pillenโ schlucken zu lassen. Fรผr diesen Fall gilt es immer bereit zu sein und stets ein offenes Ohr zu haben. Familie kann man sich schlieรlich in den allermeisten Fรคllen nicht aussuchen, sie ist Schicksal โ und deshalb mรผsst ihr jede Chance nutzen, sie auf eure Seite zu ziehen.
Und damit ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest euch allen!
