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Layla

14. Juli 2022
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Heute gibt es mal wieder eine bizarre Posse aus der Bundesrepublik: Ein Streit entbrannte um das โ€žLiedโ€œ โ€“nein, das ehrwรผrdige Wort โ€žLiedโ€œ werde ich nicht fรผr diesen Schund benutzen โ€“, also: Ein Streit entbrannte um den Ballermann-Hit โ€žLaylaโ€œ. Die woken Linken gingen in die Schlacht gegen den Ballermann-Pรถbel. Was war passiert? In Wรผrzburg findet alljรคhrlich das Kiliani-Fest statt. Neben Messen und Wallfahrten zu Ehren des heiligen Kilian, des Schutzpatrons Frankens, wird dort auch ordentlich gefeiert โ€“ und zwar mit mรคchtig viel Alkohol und dรคmlichen Songs. Einer dieser Songs wรคre die Ballermann-Luftverpestung namens โ€žLaylaโ€œ gewesen โ€“ ein Werk der Musiker DJ Robin und Schรผrze, in welchem sie die gleichnamige โ€žPuffmamaโ€œ und ihre Qualitรคten (โ€žschรถner, jรผnger, geilerโ€œ) besingen.

Jedoch machte die Stadt Wรผrzburg den Produzenten einen Strich durch die Rechnung, indem sie โ€žLaylaโ€œ einfach verbot โ€“ mit der Begrรผndung, das Lied sei zu โ€žsexistischโ€œ. Denn Songs mit โ€žrassistische[n], extreme[n] oder sexistische[n] Inhalte[n]โ€œ dรผrfen auf den Volksfesten in Wรผrzburg nicht gespielt werden. In Dรผsseldorf machten die Stadtbeamten es ihren frรคnkischen Kollegen gleich und verboten den Song beim Kirmes-Fest. Die โ€žWokenโ€œ begrรผรŸten das Vorgehen der Stรคdte โ€“ einige, wie die Grรผne Jugend, wรผrden โ€žLaylaโ€œ am liebsten auf den Party-Index verschwinden lassen โ€“, wรคhrend die Bierzeltbesucher von der Sache รผberhaupt nicht begeistert waren und der Stadt und den Linken ein gewisses SpieรŸertum vorwarfen.

So viel also zum Hergang dieser Posse. Was heiรŸt das nun fรผr uns? Nun, es ist gewiss nichts Weltbewegendes, aber dennoch beobachten wir hier ein interessantes Phรคnomen: und zwar, wie sich die Partei der Woken und Gutmenschen am Ballermann-Pรถbel die Zรคhne ausbeiรŸt. Der ist nรคmlich ganz und gar unbeeindruckt vom Verbot und zeigt den Linken den Vogel. Im Bierzelt wird trotzdem bei drei Promille die geile Puffmama mit Gegrรถle angehimmelt. Eine Lektion, die wir hier lernen kรถnnen. Es ist ja so: Zumindest ich finde diese akustische Umweltverschmutzung so abstoรŸend, dass ich sie am liebsten selbst verbieten wรผrde. Natรผrlich nicht, weil sie โ€žsexistischโ€œ ist, sondern weil sie degeneriert ist und Prostitution propagiert โ€“ von dem Niveau des Textes und der… nennen wir es โ€žMusikโ€œ mal ganz abgesehen. Aber wir sehen: Das Verbot wรผrde nicht funktionieren. Der Pรถbel wรผrde uns ebenfalls ignorieren oder uns nicht ernst nehmen wie die Linken.

Soll heiรŸen: Wenn wir es nicht verbieten kรถnnen, mรผssen wir es wenigstens einigermaรŸen lenken. Ich will etwa nicht, dass dieser Schund vor Kindern gespielt wird. So was sollte in unserem schรถnen, rechten Staat irgendwie geregelt sein. Was uns die ganze Chose wieder einmal vor Augen fรผhrt: Die Menschen sind ungleich. Nicht jeder will gute Musik hรถren, die meisten werden eben โ€žLaylaโ€œ mitgrรถlen โ€“ sie kรถnnen nicht anders โ€“, und das gilt es, zu akzeptieren. Das heiรŸt aber auch, solche Menschen aus der Mitgestaltung unserer Welt zwangslรคufig auszuschlieรŸen. Ehe โ€“ oder eher falls โ€“ das jedoch passiert… Nun, bis dahin kรถnnen wir zumindest unsere Schadenfreude genieรŸen, wenn unser Feind beim Versuch, den Mallorca-Plebs zu zรคhmen, sich ordentlich sein verlogenes Maul verbrennt…

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