0

Die Entrechtung der „Rechten“

7. Februar 2024
in 2 min lesen

Wenn, wie in der โ€žMรคrkischen Allgemeinen Zeitungโ€œ am 3. Februar, geรคuรŸert wird, โ€žrechtes Gedankengut hat in unserer Gesellschaft nichts zu suchen“, weiรŸ man, daรŸ die Demokratie des Grundgesetzes von 1949 in Gefahr ist.

Wie perfide und skrupellos selbst Kinder gegen den ideologischen Gegner instrumentalisiert werden, offenbart die โ€žSรผddeutsche Zeitung“ gleichfalls am 3./4. Februar. Auf einer ihrer beiden am Wochenende erscheinenden Doppelseiten โ€žFรผr Kinder“ thematisiert das Blatt unter der Rubrik โ€žLichtblick“ die Demonstrationen gegen Rechts mit der Frage โ€žWarum ist nie wieder jetzt?“Antwort fรผr die Kinder:

โ€žDie teils rechtsextreme Partei AfD, die gegen Menschen aus anderen Lรคndern hetzt und bei geheimen Treffen ihre Vertreibung plant, gewinnt immer mehr Stimmen. Das macht vielen Angst, sie fordern: Man muรŸ die Demokratie schรผtzen und jetzt dafรผr einstehen, dass Nazis in Deutschland nie wieder etwas zu sagen haben.“

Bei den seit nunmehr vier Wochen stattfindenden Aufmรคrschen der sogenannten Zivilgesellschaft wird nicht die Demokratie verteidigt, sondern eine mit Hilfe des Verfassungsgerichts modellierte Variante: Volk und Nation muรŸten einer Einwanderungspolitik weichen, aus Ehe und Familie wurden mehrgeschlechtliche Verbindungen. Vielfalt und Weltoffenheit sind seit langem die staatlich verordneten Parolen.

Die auf vielen Plakaten zu lesende Devise โ€žMenschenrechte statt rechte Menschen!“ bringt die wahre Gesinnung der meisten Demonstranten auf den Punkt: Hetze und HaรŸ bezรผglich einer politischen Minderheit, ergo gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, sowie eine in der Konsequenz aufs Totalitรคre abzielende antidemokratische Einstellung: Wird โ€žrechts“ eliminiert, verschwindet die โ€žMitte“, und es bleibt nur noch โ€žlinks“. Selbst der linksradikale Mao Zedong wuรŸte, daรŸ die Geschichte anderes lehrt:

โ€žรœberall, wo Menschen leben โ€“ auรŸer in der Wรผste โ€“, teilen sie sich in Linke, in der Mitte Stehende und Rechte. Das wird in zehntausend Jahren noch so sein.“

Wer Deutschlands antinationale Einheitsfront ablehnt, muรŸ gewรคrtigen, daรŸ ihm รถffentlich und privat jenes Schicksal droht, das Alexis de Tocqueville (1805-1859) in seinem Standardwerk โ€žรœber die Demokratie in Amerikaโ€œ schildert. Nach einjรคhrigem Aufenthalt in den damals entstehenden USA vergleicht er den Despotismus europรคischer Fรผrsten mit der Tyrannei in den demokratischen Republiken, die auf der โ€žAllmacht der Mehrheitโ€œ als Resultat der Gleichheit beruht:

โ€žDer Machthaber sagt hier nicht mehr: ยดDu denkst wie ich, oder du stirbstยด; er sagt: ยดDu hast die Freiheit, nicht zu denken wie ich; Leben, Vermรถgen und alles bleibt dir erhalten; aber von dem Tage an bist du ein Fremder unter uns. Du wirst dein Bรผrgerrecht behalten, aber es wird dir nicht mehr nรผtzen; denn wenn du von deinen Mitbรผrgern gewรคhlt werden willst, werden sie dir die Stimme verweigern, ja, wenn du nur ihre Achtung begehrst, werden sie so tun, als versagten sie sie dir. Du wirst weiter bei den Menschen wohnen, aber deine Rechte auf menschlichen Umgang verlieren… Gehe hin in Frieden, ich lasse dir das Leben, aber es ist schlimmer als der Todยด.“

Tocquevilles Resรผmee: โ€žIch kenne kein Land, in dem im allgemeinen weniger geistige Unabhรคngigkeit und wirkliche Diskussionsfreiheit herrscht als in Amerika.โ€œ Wir schon, dรผrften hierzulande nicht wenige denken.

ABOS

Bรผcher

SPIELE