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Ramadan – Der Islamist markiert, der Normie salutiert

12. Mรคrz 2024
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Von Sandmann

Auch dieses Jahr kommt man nicht an ihm vorbei, dem muslimischen Fastenmonat Ramadan. Olaf Scholz spricht am 10. Mรคrz zur muslimischen Gemeinde in Deutschland; die Rede ist in Tรผrkisch und Arabisch untertitelt. Er nutzt die Ansprache, um sich fรผr einen Waffenstillstand im Gazastreifen auszusprechen und die Anti-Rechts-Demonstrationen zu loben. Von der Linken bis zur FDP scheint die deutsche Politik in diesem Monat ihren spirituellen Geist wiederzuentdecken und รผberbietet sich in Segenswรผnschen und zuvorkommender Solidaritรคt gegenรผber der islamischen Gemeinschaft, wรคhrend man an christlichen Festen sรคkular und allgemein bleibt. Man wรผnscht โ€žallenโ€œ โ€žFrohe Feiertageโ€œ.

Zur selben Zeit werden in Frankfurt und Kรถln Ramadan Beleuchtungen aufgehรคngt, zum Zeichen der โ€žToleranzโ€œ, immerhin stellen Muslime in Frankfurt 15 % der Bรผrger, so die Begrรผndung der Stadt. Konservative Medien sind รผber die Kosten von 50.000 bis 100.000 Euro empรถrt. Neben all dem Trubel ist kaum noch รผberraschend, dass nun auch deutsche Supermarktketten, wie โ€žDMโ€œ โ€žRamadankalenderโ€œ als Pendant zum Adventskalender anbieten. Der Ramadan wird in der deutschen Gesellschaft von Jahr zu Jahr prรคsenter. Warum?

Seit Merkel sind Ansprachen des Bundeskanzlers zum Ramadan obligatorisch, der Gewรถhnungseffekt normalisiert sie. Jedes Jahr ruft die Politik zum Zusammenhalt auf, erklรคrt den Deutschen, wie friedlich der Islam sei und versichert den Muslimen, dass der Islam, genau wie das Christentum auch, zu Deutschland gehรถre. Nebenbei echauffiert man sich รผber den rechten โ€žHassโ€œ, welcher nichts anderes als die Antwort einer irritierten, geschockten Gesellschaft ist, und betont, welch groรŸe Gefahr der Rechtsextremismus fรผr Deutschland und das Zusammenleben darstelle.

Das รœbliche. Dieses Jahr brachte der Kanzler die Ansprache jedoch auf eine vรถllig neue Dimension. Scholz reagierte in seiner Rede erstmals auf muslimische Interessen in der AuรŸenpolitik. Wรคhrend man die Muslime jahrelang mit innenpolitischen Themen wie Toleranz und Recht auf Mitsprache kรถderte, steigt deren Anspruch mit wachsender Demografie. Die Politik muss das Angebot hรถher treiben.

So sprach der deutsche Kanzler sich fรผr eine Waffenruhe im Gazastreifen, โ€žam liebsten noch wรคhrend des Ramadanโ€œ, aus und betonte, auch Israel mรผsse sich an die Regeln des Vรถlkerrechts halten. Deutschland unterstรผtze den Gazastreifen nach der USA am meisten. Die Rede war ein Sinnbild fรผr den wachsenden Druck des Islam auf die deutsche Politik.

Die Ramadandekorationen in Kรถln und Frankfurt stellen symbolisch einen neuen Hรถhepunkt dar. Die Floskeln und Glรผckwรผnsche der Politiker reichen nicht mehr, das Angebot muss erhรถht werden. Die Stรคdte Frankfurt und insbesondere Kรถln kommen dem Islam zwar schon seit Jahren entgegen, so ist zum Beispiel seit 2022 der Muezzinruf in Kรถln gestattet, jedoch ist die Dekoration zum Ramadan nun eine bewusste symbolische Gleichsetzung mit dem Christentum. Ein Zeichen islamischer Hegemonie in den Stรคdten. Dieser Prozess ist nur logisch.

Fakt ist, der Einfluss des Islam steigt proportional zum prozentualen Anteil der Muslime an der deutschen Bevรถlkerung, weshalb Politik und Wirtschaft ihm jรคhrlich bessere Angebote unterbreiten. Der Ramadan eignet sich dafรผr am besten. Der politischen Linken geht es primรคr um Stimmenfang in einem wachsenden Milieu, wรคhrend die Wirtschaft von einem neuen wachsenden Markt profitieren mรถchte. Grade durch diesen Effekt wird der Beginn des Ramadan jedes Jahr zu einer Art Thermometer, welches der Bevรถlkerung die derzeitigen demografischen Machtverhรคltnisse und deren Verschiebung รผber die letzten Jahre aufzeigt.

Demografie ist Macht, so hat die Stadt Frankfurt Recht, wenn sie darauf hinweist, dass Muslime 15ย % der Einwohner stellen (Schรคtzungen), wobei der Anteil in der Jugend noch um einiges hรถher ist und stetig wรคchst. Evangelische und katholische Christen stellen zusammengenommen zwar noch rund 30ย % der Bevรถlkerung Frankfurts(Zensus 2022), allerdings sinkt ihr Anteil stetig. 2020 stellte der Islam bundesweit mit 5,5 Millionen Anhรคngern 6,5ย % an der Gesamtbevรถlkerung, wรคhrend 2015 noch 4,5 Millionen Muslime in der BRD gezรคhlt wurden; der Anteil steigt also stark. Auch bundesweit dรผrften die Prozente in der Jugend durch hohe Geburtenraten und Migration junger Muslime noch weitaus hรถher liegen.

Die alternde christlich-einheimische Bevรถlkerung kann immer weniger Druck auf die Politik ausรผben und wirkt aufgrund des negativen Wachstums unattraktiv, wรคhrend die Forderungen der muslimischen Gemeinschaft an Einfluss gewinnen, da sie durch ihr Wachstum sowohl auf die Wirtschaft als auch auf die Politik attraktiv wirken. Die โ€žkulturell-ethnischen Schocksโ€œ sind die Knackpunkte in der Argumentation des konservativen Anti-Remigrationslagers, um Bildzeitung und CDU, welches hauptsรคchlich die Kosten und die Dekoration an sich kritisiert. Es bleibt bei Symptomkritik.

Eine stark wachsende Demografie integriert sich nicht in eine demografisch marginalisierende Gruppe, sondern sie wird ihren Willen durchsetzen wollen. Die rechte Kritik muss sich mit der Wurzel befassen und an der Remigration festhalten. Diese kulturellen Schocks zeigen dem Bรผrger einen Trend, sie wecken ihn auf. Er stellt sich zwangslรคufig die Frage, welche Forderungen die muslimische Gemeinschaft mit einem Anteil von 10 %, 20 % oder sogar 30 % stellen wird? Wie weit wird unsere linke Politikerklasse ihnen dann entgegenkommen? Der Ramadan ist ein Frรผhwarnsystem, ein demografisches Thermometer, er zeigt der Gesellschaft die Realitรคt und schockt dabei wie kaum ein anderes Ereignis.

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