Ab 2024 steigen die Regelsรคtze des Bรผrgergeldes deutlich an, was in der politischen Diskussion erneut das โLohnabstandsgebotโ in den Fokus rรผckt. Dieses Prinzip soll sicherstellen, dass es fรผr Menschen finanziell attraktiver bleibt, einer Arbeit nachzugehen, als auf Sozialleistungen angewiesen zu sein. Gleichzeitig werden weitere Anpassungen wie eine Erhรถhung des Mindestlohns auf 12,41 Euro pro Stunde und Verรคnderungen bei der Besteuerung und den Sozialabgaben umgesetzt. Mithilfe eines Mikrosimulationsmodells des ifo-Instituts wurden in einer Studie jetzt unterschiedliche Haushaltstypen untersucht, um die Auswirkungen der Reformen auf das verfรผgbare Einkommen zu analysieren.
Die Studie zeigt, dass der Lohnabstand โ der Unterschied zwischen Einkommen durch Arbeit und dem Bezug von Bรผrgergeld โ weiterhin klein bleibt. Insbesondere fรผr Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen erhรถht sich bei einem wachsenden Bruttoeinkommen das verfรผgbare Nettoeinkommen kaum: Zusรคtzliche Einnahmen werden oft vollstรคndig auf bestehende Sozialleistungen angerechnet und mรผssen zugleich hรถher versteuert werden. Das fรผhrt zu einer absurden Situation:
„Eine Erhรถhung des Bruttoeinkommens von 2.000 auf 3.000 Euro pro Monat fรผhrt bei Alleinerziehenden mit durchschnittlichen Mietkosten lediglich zu einem Anstieg des verfรผgbaren Einkommens um 59 Euro.“
Maximilian Blรถmer, Lilly Fischer, Manuel Pannier und Andreas Peichl
In einer Haushaltskonstellation fรผhrt ein wachsendes Bruttoeinkommen sogar zu gar keiner Erhรถhung des Haushaltsnettoeinkommens. Im Falle des Alleinverdiener-Paars fรผhrt die Erhรถhung des Brutto-Haushaltseinkommen von 3.000 auf 5.000 Euro zu einem konstanten Netto-Haushaltseinkommen von 2.847 Euro.

Doch auch jenseits der Mittelschicht wird Leistung und wachsendes Arbeitseinkommen aufgrund des gesetzlichen Sozialsystems sowie des progressiven Steuersystems bestraft: Ein Single mit einem Brutto-Einkommen von 5.000 Euro verfรผgt nach Abzug der Miete in Deutschland gerade einmal รผber 2.618 Euro. Wรผrde sich sein Bruttolohn um 2.000 Euro auf 7.000 Euro erhรถhen, stรผnden ihm aber lediglich 3.691 Euro zur Verfรผgung. Eine Erhรถhung des Gehalts um 2.000 Euro fรผhrte also nur zu einer Netto-Erhรถhung um rund 1.000 Euro. Diese Person รผberlegt es sich zweimal, ob es sinnvoll ist, weiter voll auf Karriere zu setzen, oder lieber die entspannte Vier-Tage-Woche zu favorisieren. Auch beim Alleinverdiener-Paar wรคchst das Netto-Haushaltseinkommen nur unterdurchschnittlich mit. Bei einem Brutto-Einkommen von 8.000 Euro bleibt lediglich eine Netto-Haushaltseinkommen von 4.711 Euro – nur knapp mehr als die Hรคlfte.

Die Analyse zeigt, dass eine umfassende Reform des Sozial- und Steuersystems notwendig ist. Eine jahrelange Klientelpolitik linker Parteien hat erwiesermaรen dazu gefรผhrt, dass es schlichtweg kaum oder sogar gar keine Anreize mehr gibt, mehr zu arbeiten und zu verdienen. Dass dabei gerade das „klassische“ Haushaltsmodell – Familie mit Alleinverdiener – betroffen ist, ist bezeichnend fรผr die Arbeits- Familien- und mittelschichtsfeindliche Politik Deutschlands. Ein Steuer- und Sozialsystem, das diese Gruppen gleichstellen oder sogar steuerlich bevorzugen wรผrde, kรถnnte nicht nur den Wohlstand in Deutschland anheben, sondern mรถglicherweise auch wieder zu mehr Kindern fรผhren.

Es ist immer wieder der Vergleich zwischen einer Alleinverdienerfamilie mit Kindern und Sozialleistungsbeziehern. Dabei ist die Problematik im Sozialstaat lรคngst eine andere: Zum einen ist das sogenannte Bรผrgergeld faktisch ein Immigrantengeld, weil die ein Groรteil der Bezieher keine Deutschen sind (oder frisch eingebรผrgert). Zum anderen gibt es ein paar wenige depressive, an der Flasche hรคngende, meist alleinstehende Mรคnner, die auch nicht mehr arbeitsfรคhig gemacht werden kรถnnen. Bei Frauen ist das was anderes, die schmeiรen sich in so einer Situation einem Mann an den Hals.