Es ist typisch und trotzdem รคrgerlich, wie schnell der designierte Bundeskanzler Friedrich Merz seine Wahlversprechen gebrochen hat. Noch im Wahlkampf verteidigte er lauthals die Schuldenbremse und sprach sich vehement fรผr Haushaltsdisziplin aus. Doch kaum hat die Wahl stattgefunden, biegt die CDU mit Unterstรผtzung der SPD in eine vรถllig andere Richtung ab: Die Schuldenbremse wird gelockert und eine Neuverschuldung von mindestens รผber 500 Milliarden Euro fรผr vermeintliche Investitionen in Infrastrukturprojekte wird vorbereitet.
Es ist kein Geheimnis, dass die Union in der Vergangenheit immer wieder Wahlversprechen brach. Doch der aktuelle Kurswechsel stellt einen neuen Negativrekord dar. Nicht einmal eine Woche nach der Wahl wird der fiskalstrenge Kurs komplett รผber Bord geworfen. Das ist das gewohnte Muster der Scheinkonservativen: Vor den Wahlen rechts blinken, nach den Wahlen links abbiegen.
Das offizielle Argument fรผr diese historische Neuverschuldung ist die angebliche Notwendigkeit, die Ukraine im verlorenen Krieg gegen Russland zu unterstรผtzen. Ein europรคischer Sonderweg im krassen Widerspruch zur Friedensinitiative von US-Prรคsident Donald Trump, die eine zeitnahe diplomatische Lรถsung anstrebt. Aber das ist nicht der einzige Grund fรผr die Lockerung der Schuldenbremse. Vielmehr mรถchten die Kartellparteien sich neuen finanziellen Spielraum herbeizaubern, um linke ideologisch geprรคgte Projekte wie die Transformation der Industrie und die Energiewende weiter zu finanzieren.
Zudem ist es mehr als fraglich, dass die 500 Milliarden Euro des sogenannten โSondervermรถgensโ wirklich in Infrastrukturprojekte flieรen werden. Denn wer sich an die Corona-Mittel erinnert, die in erster Linie als Klima- und Transformationssubventionen genutzt wurden, kann sich gut vorstellen, dass auch hier das Geld eher fรผr grรผne und linksideologische Ziele verbrannt wird, statt in die รผberfรคllige Sanierung der deutschen Brรผcken, Schienen und Schulen zu flieรen.
Mit der Lockerung der Schuldenbremse droht Deutschland nicht nur eine zunehmende Verschlechterung der Kreditwรผrdigkeit, sondern auch eine noch tiefere Abhรคngigkeit von internationalen Finanzmรคrkten. Man fragt sich, ob Friedrich Merz mit dieser Politik nicht vielleicht im Auftrag seines frรผheren Arbeitgebers BlackRock handelt. Die Kreditwรผrdigkeit des Bundes kรถnnte, trotz derzeit noch hoher โAAAโ Bewertungen, auf lange Sicht gefรคhrdet sein. Bereits jetzt sind die Renditen fรผr 10-jรคhrige Bundesanleihen binnen kรผrzester Zeit um 18 Prozent emporgeschnellt, was das erhรถhte Rรผckzahlungsrisiko widerspiegelt. Denn zusรคtzlich belasten die fortschreitende Deindustrialisierung und die demografische Alterung die Finanzstabilitรคt und somit die Kreditwรผrdigkeit des Bundes.
Die geplante Neuverschuldung wird nicht nur die Steuerzahler von morgen belasten, sondern auch die Inflation weiter anheizen. Bereits seit 2019 sind die Verbraucherpreise in Deutschland um fast 25 Prozent gestiegen. Nach Schรคtzungen des DIW wird die alleine die Einrichtung des โSondervermรถgensโ fรผr Infrastruktur die Inflationsrate bis 2027 um weitere 1,7 Prozentpunkte erhรถhen.
Es stellt sich die Frage: Was bleibt den kommenden Generationen, wenn der Staat bereits heute mit Schulden und Pensionsverpflichtungen belastet ist, die in einem kaum vorstellbaren Ausmaร anwachsen werden? Diese sogenannte โNachhaltigkeitslรผckeโ wird bereits heute von Institut Marktwirtschaft auf 15,4 Billionen Euro beziffert. Das entspricht 350 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Diese Schuldenlast wird nicht nur die kรผnftigen Generationen in die Knie zwingen, sondern auch die Steuerzahler von heute belasten. Schon 2024 hat der Bund 34,2 Milliarden Euro allein fรผr Zinszahlungen auf die bestehenden Staatsschulden aufbringen mรผssen. Wenn die Schuldenbremse weiter gelockert wird und zusรคtzlich 500 Milliarden Euro an Neuverschuldung fรผr das Infrastruktur-Sondervermรถgen aufgenommen werden, steigen die Zinskosten auf fast 50 Milliarden Euro jรคhrlich โ ein Anstieg von 44 Prozent. Damit wรผrden diese mehr als ein Zehntel der jรคhrlichen Bundesausgaben ausmachen.
Die Frage stellt sich also: Woher soll dieses Geld kommen? Denn Deutschland hat keine Einnahmeprobleme โ die staatlichen Einnahmen aus Steuern und Abgaben belaufen sich bereits auf รผber zwei Billionen Euro pro Jahr. Die Steuer- und Abgabenquote ist mit knapp 40 Prozent des BIP ohnehin bereits sehr hoch. Tatsรคchlich gibt es also keinen Mangel an finanziellen Mitteln. Das eigentliche Problem ist die viel zu hohe Staatsausgabenpolitik, die im Jahr 2024 bereits auf 2,13 Billionen Euro angewachsen ist. Statt weiterhin auf Neuverschuldung zu setzen, wรคre es dringend geboten, die Ausgaben zu senken und die Haushaltsdisziplin wiederherzustellen. Nur die AfD ist dazu willens. Allein im Bundeshaushalt 2024 hรคtte sie nach eigenen Angaben 134 Mrd. Euro einsparen kรถnnen.
Trotz des eklatanten Bruchs der Wahlversprechen bleibt die Zustimmung zur CDU/CSU in den Umfragen erstaunlich stabil. Laut jรผngsten Umfragen liegt die Union nur minimal unter dem Ergebnis der letzten Bundestagswahl mit 28,4 %. Dies zeigt, dass viele Wรคhler entweder noch nicht erkannt haben, wie eklatant Merz seine Wahlversprechen gebrochen hat, oder dass sie, noch schlimmer, die Lockerung der Schuldenbremse stillschweigend akzeptieren. Doch diese Stabilitรคt ist trรผgerisch. Angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Belastungen durch Deindustrialisierung, Inflation und รberschuldung wird es immer schwieriger fรผr die CDU/CSU, das Vertrauen der Wรคhler zu halten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis immer mehr Bรผrger erkennen, dass die politische Fรผhrung ihre Versprechen nicht einhรคlt und auf dem Rรผcken der kommenden Generationen eine Politik der Verschuldung betreibt.

Da bin ich eher skeptisch, was das Erkenntnisvermรถgen der Wรคhler betrifft. Dem Groรteil der Bevรถlkerung fehlt รถkonomisches und finanzpolitisches Hintergrundwissen, um die Auswirkungen des Merz’schen Ausverkaufs beurteilen zu kรถnnen. Bestenfalls bleibt ihnen ein unbehagliches Bauchgefรผhl angesichts der Schuldenorgie, das aber durch die ebenso simple wie wirkungsvolle Propaganda รผberlagert wird. So stellen die Uninformierten im Gesprรคch รผbereinstimmend fest: „Aber stimmt ja schon, die Straรen, die Brรผcken, da muss mal was gemacht werden… und die Bundeswehr sowieso, weil der Trump… und der Putin… oh je.“
Sogar die fรผr die betagten Gewohnheitswรคhler der Union reicht es sowieso, ihnen vor den nรคchsten Wahlen ein paar leicht verdauliche Reizwรถrter wie „Ordnung“ oder „Vernunft“ hinzuwerfen, die sie dann hinuntermรผmmeln kรถnnen. Peinlich, dass sich sogar AfD-Leute immer wieder der Union andienen, um mit ihr irgendwas „zu gestalten“, ohne zu bemerken, dass die Union diesen Anspruch gar nicht hat. Aber die Schuldenorgie lรถst sogar bei alten Kรคmpen feuchte Trรคume von der deutschen Atombombe aus.
Da die CDU vornehmlich von unseren Senioren gewรคhlt wird, denke ich, dass die von gebrochenen Versprechen entweder nichts mitkriegen oder denen das schlichtweg egal ist, schlieรlich ist die Rente sicher und CDU haben sie schon immer gewรคhlt.
Und da diese Gruppe รผber 40% der Stimmen hรคlt, wird die CDU wohl auch in den nรคchsten 30 Jahren verlรคsslich an bzw. รผber die 20% kommen.
Und die Zeche zahlen wir, die jungen Leute, ohne selbst auf eine auskรถmmliche Rente hoffen zu dรผrfen.
bitte die Oberschichtkinder in die Infanterieschule „Adolf Semmelmann“ stecken und dort zu guten Landsern ausbilden.