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Ein neues Symbol für die AfD-Jugend?

30. Juli 2025
in 2 min lesen

Im Zuge der Neugründung einer neuen Jugendorganisation der AfD wurde neulich heftig über das Symbol, das Wiedererkennungszeichen für diese diskutiert. Vor allem, da ein inoffizieller Vorschlag die Runde machte: ein blauumrandeter Adler – offensichtlich an den Bundesadler angelehnt, allerdings kantiger als dieser und damit auch etwas dem, sagen wir, „Vorgängeradler“ der BRD ähnelnd – mit dem AfD-Logo und der Aufschrift „Patriotische Jugend“ anstelle seiner Fänge.

Ein Adler, der, wie gesagt, so manche empfindliche Seele an die bösen zwölf Jahre zu erinnern schien. Wie genau das zustande kam, kann ich mir nicht so leicht erklären: Natürlich, aus Sicht des politischen Gegners sofort einleuchtend, weil dieser in seiner ideologischen Raserei jegliche Anlehnung an einen Adler als Abwandlung des Hitler’schen Reichsadlers werten würde, aber dass aus den eigenen Reihen die Kritik so harsch war wie beispielsweise hier bei „Junge Freiheit“-Chefredakteur Dieter Stein, überraschte mich dann doch – gerade weil der nationalsozialistische Adler eine schlankere Gestalt und horizontal ausgerichtete Schwingen besitzt, während der vermeintliche AfD-Adler hingegen wesentlich breiter mit geneigten Schwingen ist, also deutlich mehr an den bundesrepublikanischen Adler angelehnt.

Den vorgeschlagenen AfD-Adler mag ich allerdings ebenfalls nicht: Nicht, weil er zu sehr an den NS-Adler erinnert, sondern weil er so generisch wirkt, so ausdruckslos, so „unschön“, was vielleicht auch gerade in der Anlehnung an den Bundesadler, der mir ebenfalls missfällt, begründet sein mag. Um einen kleinen Beitrag zur Diskussion zu leisten, hier drei Vorschläge für ein neues Logo der AfD-Jugend:

1.) Die Idee, den Adler zu verwenden, ist selbstredend gut und naheliegend, ist er doch seit der Inanspruchnahme der Nachfolge des römischen Kaisertums durch die römisch-deutschen Könige im Frühmittelalter ein Symbol der deutschen Herrscher gewesen – wenn nicht in diese, in welche Tradition soll man sich als rechte Jugendorganisation dann stellen? Es geht mir um Folgendes: Die Ästhetik, die sich die neue AfD-Jugend aussuchen sollte, darf eben nicht der des 20. Jahrhunderts folgen – weg von Schlichtheit, von Minimalismus oder gar von „Corporate Design“. Es würde sich lohnen, sich an ältere Formen des Adlers anzulehnen, ohne etwa den Kaiserreichs- oder HRR-Adler zu kopieren. Es wäre ein Zeichen, die Verwerfungen und Irrungen des 20. Jahrhunderts hinter uns zu lassen (was meiner Ansicht nach auch eines der Ziele einer rechten Partei/Organisation/Bewegung sein sollte: dem 20. Jahrhundert endlich seine verdiente Totenruhe zu geben) und einen neuen ästhetischen Anspruch zu erfüllen.

2.) Die alte Idee der Flamme fand ich übrigens äußerst ansprechend. Die könnte man wieder aufgreifen, wenn es der Adler doch nicht sein soll. Die Flamme als Symbol des Aufbruchs, des Lebens, des Tatendrangs – einer lebendigen Jugendorganisation mehr als würdig. Das bis 2025 verwendete Logo sollte allerdings verworfen und durch eine neue, weniger künstliche, eckige Flamme ersetzt werden. Also: zurück zur Natürlichkeit, zum Organischen. Eventuell könnte die Flamme auch Inspiration für die neue Organisation geben: „Die blaue Flamme“ wäre doch was? Auf jeden Fall weniger generisch als etwa „Patriotische Jugend“ – es lohnt sich, einen Namen zu wählen, der nicht so naheliegend und offensichtlich ist, dass ChatGPT ihn hätte ausspucken können.

3.) Man könnte aber auch beide Ideen kombinieren: Vogel und Flamme, da wären wir beim Phönix. Der hat zwar keine gesamtdeutsche Tradition als Wappentier oder Ähnliches, aber wann wäre der bessere Zeitpunkt, eine solche neu einzuführen, als jetzt? Zumal der Phönix für Dinge steht, die uns in unserer Situation nahegehen sollten: Ewigkeit des Schönen, die Wiedergeburt etwas längst verloren Geglaubten, die Hoffnung auf die Wiederkehr des Schönen und Guten – so viel lässt sich in dieses Symbol hineininterpretieren.

Das ist also mein bescheidener Beitrag zur Diskussion. Leider bin ich ein Technikboomer und in puncto Grafikdesign vollkommen unbegabt und ungebildet – aber vielleicht ist unter unseren Lesern ein kreativer Kopf dabei, der sich von meinen Vorschlägen inspiriert fühlen könnte. Und um mir nicht vorwerfen lassen zu müssen, ich würde KRAZ-interner Manöverkritik aus dem Weg gehen: Einer blauen Blume als Symbol für Sehnsucht und Hoffnung bin ich gewogen, aber als eigentliches Logo einer Jugendorganisation erscheint sie mir doch ungeeignet…

5 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. „dem 20. Jahrhundert endlich seine verdiente Totenruhe zu geben“, die ersten 12-14 Jahre des 20. Jahrhunderts waren doch gut 🙂

    Und ein Reichsadler in Anlehnung an den des deutschen Kaiserreiches oder den doppelköpfigen des HRR’s fände ich persönlich recht gut: Einerseits wegen der Bedeutung her, andererseits weil die ausgestreckte(n) Adlerzunge(n) einfach gut sind.

  2. Die Knellersche Blume erinnert mich an das Grünenlogo. Eine Assoziation die ich definitiv nicht für Rechte will.
    Oben im Bild war doch auch noch der Herrmannskrieger. Das zusammen mit „Deutsche Jugend“ finde ich durchaus ansprechend.
    Ein Jugendlogo sollte auch kämpferisch kraftvoll sein und nicht langweilig geradlinig wie die Erwachsenenpartei.

    • Und es gab unsere Thusnelda. Es gibt sie immer noch. Beide, Arminius und Thusnelda im Duett.

  3. Hallo zusammen,

    die Flamme war aber auch das Symbol der Jungpioniere in der DDR. Ich schreibe dies, da ich doch deutlich älter als die Mehrheit der Autoren und Leser bin.

    Beste Grüße aus Mitteldeutschland

  4. Vorschlag zur pragmatischen Jugendhilfe:
    Erlaubt den Schlumpflingen doch einfach Euren Chillhelm abzuwandeln – zeitlos zeitgeistig, von hohem Wiedererkennungwert, formschön und stilsicher.

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