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EU – Statt Weltmacht ein Vasall der USA

7. August 2025
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Wenn heute von โ€žEuropaโ€œ die Rede ist, dรผrfte in der Regel die EU gemeint sein. Diese โ€žEuropรคische Unionโ€œ reicht mit ihren gegenwรคrtig 27 Mitgliedern von der Kรผste des Atlantiks bis zur russischen Grenze. Geopolitisch kommt sie damit der 1904 von Halford John Mackinder entwickelten โ€žHerzland-Theorieโ€œ nahe, die zur Erklรคrung der Weltpolitik auch des 21. Jahrhunderts hilfreich sein kann.

Der britische Geograph Mackinder (1861-1947), Mitbegrรผnder der London School of Economics and Political Science, entwickelte seine Theorie in einer Rede mit dem Titel โ€žDer geographische Dreh- und Angelpunkt der Geschichteโ€œ vor der Royal Geographical Society. Um die Weltherrschaft zu erringen, so Mackinder, reiche nicht die Macht zur See. Vielmehr mรผsse man das โ€žHerzland Eurasienโ€œ dominieren, die riesige Landmasse zwischen franzรถsischer Atlantik- und russischer Pazifikkรผste. Damit sich dieser eurasische Kontinent nicht zum Konkurrenten und Mitspieler im โ€žGreat Gameโ€œ um die Weltherrschaft entwickle, mรผรŸten die Angloamerikaner eine Allianz zwischen Deutschland als dem fรผhrenden Industriestaat und dem an Rohstoffen reichen RuรŸland verhindern.

Diese Geostrategie vertiefte George Friedman, Grรผnder eines Beratungsinstituts, im Februar 2015 vor dem Chicago Council on Global Affairs. Wenn die USA ihre Position als fรผhrende Weltmacht behalten wollten, mรผรŸten sie ihren EinfluรŸ auf Eurasien sichern und ausbauen. Friedman: Sie sollten die Ukraine in die westliche EinfluรŸsphรคre eingliedern und perspektivisch das Intermarium des einstigen litauisch-polnischen GroรŸreichs wiederherstellen. Vor allem aber mรผรŸten sie jegliche Kooperation zwischen Deutschland und RuรŸland verhindern, die die Dominanz der Vereinigten Staaten im technisch-industriellen Sektor der Weltwirtschaft gefรคhrden kรถnnte.

Wie die letzten Wochen zeigen, haben die USA einmal mehr รผber die Europรคer triumphiert. In der bedauernswerten Bittsteller-Figur der Kommissionsprรคsidentin Ursula von der Leyen schrumpfte der sonst so beredte Moralapostel EU zur demรผtigen Befehlsempfรคngerin. Was blieb ihr auch anderes รผbrig? SchlieรŸlich gehรถren ihre 27 Mitgliedsstaaten gleichzeitig der NATO an, weil sie alle auf den atomaren Schutzschirm der Amerikaner angewiesen sind. Was Donald Trump als โ€žgroรŸartigen Dealโ€œ feiert, ist fรผr die Europรคer eine Blamage, eine fast bedingungslose Kapitulation. รœber die aufgezwungenen Importzรถlle von 15 Prozent hinaus versprach die EU, Flรผssigerdgas (LNG), Nuklearbrennstoffe, ร–l und Kohle im Wert von 750 Milliarden Dollar bis zum Ende von Trumps Amtszeit zu kaufen und 600 Milliarden Dollar bis 2028 in den USA durch hiesige Unternehmen zu investieren.

Noch nie wurde der Hochmut der EU so bloรŸgestellt wie auf dem historischen Treffen Ende Juli in Trumps Golf-Resort Turnberry an Schottlands Sรผdwest-Kรผste. Als โ€žzweitgrรถรŸte Volkswirtschaft der Weltโ€œ rรผhmt sich die Brรผsseler Union und mit ihren 450 Millionen Verbrauchern als Heimat des โ€žgrรถรŸten Binnenmarkts der Weltโ€œ. Die Wahrheit sieht anders aus: Statt einer Volkswirtschaft handelt es sich um die Addition von 27 Volkswirtschaften aus mehr als 27 Vรถlkern mit jeweils unterschiedlichen รถkonomischen Interessen, auch der Markt setzt sich aus diversen Mรคrkten zusammen. Dominiert in Frankreich die Landwirtschaft, sind es in Deutschland der Auto- und der Maschinenbau.Die Einheitswรคhrung Euro tรคuscht eine Gleichheit vor, die es nicht gibt und nie geben wird, solange es das politische Bestreben ist, die jeweilige nationale Souverรคnitรคt aufrechtzuerhalten.

Energiepolitisch hat sich die EU, vornehmlich aber die Bundesrepublik, in eine Sackgasse manรถvriert, indem alle diplomatischen Drรคhte nach Moskau gekappt wurden. DaรŸ freiwillig auf billiges russisches Gas verzichtet wird, bedeutet, daรŸ jetzt 60 Prozent zu hรถhere Preisen importiert werden mรผssen. Auch die deutschen Massenexporte nach China gehรถren der Vergangenheit an, denn Pekings Unternehmen haben sich zu ebenbรผrtigen Konkurrenten entwickelt, die bessere und billigere E-Autos und preiswertere Elektronikprodukte herstellen. Europas Zukunft, mithin auch jene Deutschlands, entspricht lรคngst nicht mehr dem rosigen Bild, das ihre Propagandisten trotz allem noch immer so gern verkรผnden.

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