Genau zwei Wochen ist es her, dass ihn die Mörderkugel traf. Charlie Kirks Tod hat die politischen Verwerfungen und Spannungen in den Vereinigten Staaten (und, obwohl er hier viel weniger bekannt war, auch in Deutschland) auf ein neues Niveau gehoben. Nicht nur war die Reaktion in den Medien einmal mehr augenöffnend, auch der Jubel des linken Mobs in den USA sollte jedem noch mal deutlich machen, dass der politische Kampf langsam kein Spaß mehr ist.
Am Sonntag, elf Tage nach dem Attentat, fand im Football-Stadion in Glendale im US-Bundesstaat Arizona die offizielle Trauerfeier für den Ermordeten statt. Um die 100.000 Menschen sollen dahin gekommen sein, um eines ihrer politischen Vorbilder zu gedenken. Das Ereignis war dementsprechend eine Mischung aus religiöser Verabschiedung und politischer Großveranstaltung, die mit auf einen Europäer fremd wirkendem Kitsch und Pathos durchtränkt war. Von der Witwe, von Freunden wie von politischen Figuren der USA bis zu US-Präsident Donald Trump selber wurden Reden zum Andenken wie zum Kampfe geführt. Ein weiterer Gast auf der Trauerfeier war Tech-Milliardär Elon Musk, der während der Zeremonie an der Seite des Präsidenten saß – ob das als Versöhnung und als Ende der seit einigen Monaten anhaltenden Fehde zwischen den beiden zu deuten ist, wird sich noch zeigen.
Erika, die Witwe Kirks und die Mutter seiner zwei Kinder, hielt die wohl mit Abstand emotionalste Rede an diesem Tag. Höhepunkt ihrer knapp 30-minütigen Ansprache war die Vergebung für den Kirk-Attentäter Tyler James Robinson:
„Diesem Mann, diesem jungen Mann, vergebe ich. Ich vergebe ihm, weil es das war, was Christus getan hätte. Und weil es das ist, was Charlie tun würde.“
Sie war damit der einzige Redner, der versöhnliche Töne anschlug. Donald Trump etwa widersprach ihr direkt in seiner Rede:
„Er hasste seine Gegner nicht. Er wollte das Beste für sie. In diesem Punkt war ich anderer Meinung als Charlie. Ich hasse meine Gegner und will nicht das Beste für sie. Es tut mir leid. Es tut mir leid, Erika. Aber jetzt kann Erika mit mir und der ganzen Gruppe reden, und vielleicht können sie mich davon überzeugen, dass das nicht richtig ist, aber ich kann meine Gegner nicht ausstehen.“
Neben diesen Ansprachen wurden religiöse Lieder gesungen, in quasi freikirchlicher Manier: mit Live-Band, erhobenen Armen und Popkonzert-Stimmung.
Das muss wohl die Ami-Vorstellung einer würdevollen Trauerfeier sein, aber so sollen wir uns von unseren Märtyrern hier in Deutschland und Europa nicht verabschieden – auch diese Zeit wird wohl noch kommen. Aber genug von meiner Abneigung gegenüber amerikanischem Ästhetikverständnis.
Damit also verabschiedete sich die politische Rechte in den USA von einem ihrer wichtigsten Akteure. Dass die Trauerzeremonie auf keine Gegenliebe seitens der Linken treffen sollte, war abzusehen, aber dennoch seien hier zwei Beispiele nicht vorenthalten: Die „Tagesschau“ titelte bereits mit „Wenig Trauerfeier, viel Kampfansage“ leicht passiv-aggressiv und fährt im gewohnt tendenziösen Framing fort. Ein Satz wie „Bei der Trauerfeier war kein einziger demokratischer Politiker zu sehen“ mag verwundern – warum sollten sie auch dort auftauchen wollen? –, soll aber nur der rechten Seite Unversöhnlichkeit und Engstirnigkeit indirekt vorwerfen. Die radikal linke „taz“ ließ ihrer Gehässigkeit wie gewohnt freieren Lauf, indem sie beispielsweise der amerikanischen Rechten vorwarf, sie habe das Attentat „für die eigene Propaganda ausgeschlachtet“ und dass es eine „Inszenierung“ gewesen sei, „die Kirk als einen religiösen Märtyrer feierte, der sein Leben im Namen Gottes ließ, um Amerika vor dem Bösen zu retten. Die Ansprachen der Regierungsmitglieder deuteten an, dass sie die aktuelle Welle der Bestürzung ausnützen wollen, um gegen ihre mutmaßlichen politischen Gegner vorzugehen.“ Nun, was erwarten die Journos bei den Linken eigentlich? Dass sich die Rechten einmal mehr linke Narrenfreiheit gefallen lassen? Die Zeiten sind nun hoffentlich vorbei.
Und da bin ich doch recht froh über die Worte von Trump und seinem Vizepräsidenten JD Vance, der ähnliche Töne anschlug. Bei allem Respekt vor der Witwe, doch die Zeiten des Vergebens sind fürs Erste vorbei und kommen so schnell auch nicht wieder. Die kämpferischen Töne von Trump und Vance machen Mut, dass endlich mal etwas passieren möge, dass die Rechten zu einem bleibenden Gegenschlag antreten wollen, um ihr Land, ihre Kultur aus dem Dreck zu ziehen – auf dass „something finally happens“. Aber bis dahin sind Worte nichts weiter als Schall und Rauch, und so gilt weiterhin erst mal das ermüdendste Motto von allen: „Nothing ever happens.“ Auch wenn es mit all der ermutigenden Rhetorik anders erscheint, hat sich am allgemeinen Lebensgefühl noch nicht viel geändert. Noch.

Die Evangelikalen in den USA haben schon in weiten Bereichen eine parallele Struktur etabliert, um der Zensur und dem Terror der Linken nicht länger ausgeliefert zu sein: man kauft bei Gleichgesinnten, man nutzt eigene TV- und Netzwerkstrukturen, die von den woken Oligopolisten unabhängig sind, man hat sogar eine eigene KI am laufen (Gab AI). Die Menschen befreien sich von der Dominanz der linken Ideologen und geben diesen keinen Einfluss mehr auf ihr Leben. Gut so.
Auch in Deutschland sind die Evangelikalen recht widerstandsfähig gegenüber dem Gesinnungsregime und ein Gegenpol zu den rotgrünversifften Amtskirchen. Aber ihr Einfluss ist deutlich geringer als in den USA. Deshalb braucht es in D eine breitere Bewegung, die sich der linken Dominanz entgegenstellt, z.B. durch: konsequenten Boykott der Lügenmedien, konsequenten Widerstand gegenüber jedem Angriff auf die Demokratie (Ludwigshafen, Brandmauer, Ausgrenzungsterror, Gesinnungsjustiz, usw.), Verweigerung jeglicher finanzieller Mittel für das Regime und seine Lakaien, Stärkung der demokratischen Opposition auf allen Ebenen. Keinen Cent mehr für links/grün, kein Entgegenkommen mehr, keine Kompromisse.
Und was soll an den Evangelikalen jetzt besonders demokratisch sein? Wer den Bock zum Gärtner macht, darf sich nicht wundern, wenn am Ende selbst konservative Positionen nicht länger mehrheitsfähig sind. Wer freie Presse möchte, darf sich nicht dem Gesinnungsterror der christlichen Fundamentalisten aussetzen. Hatten wir schon und hat nicht gut funktioniert.