Iris Stalzer, Anwältin, Kommunalpolitikerin der SPD und seit den Wahlen im September 2025 designierte Bürgermeisterin der Kleinstadt Herdecke im Südosten des Ruhrgebiets, wurde letzte Woche, am 7. Oktober, Opfer eines Messerdelikts. Mit mehr als einem Dutzend Stichen wurde sie schwer verletzt, später im Krankenhaus wurden Hämatome und Schädelbrüche gefunden, zeitweise schwebte sie in Lebensgefahr.
Nun ist eine solche Tat seit einiger Zeit leider nichts Besonderes mehr (schon gar nicht in Nordrhein-Westfalen), doch dieser Fall machte bundesweit aufgrund seiner Umstände auf sich aufmerksam: Zunächst traf es eine Kommunalpolitikerin, sodass kurzzeitig von einer politisch motivierten Tat ausgegangen wurde, und dann die Tatverdächtige – die Adoptivtochter. Stalzer und ihr Ehemann hatten sich nämlich dazu entschieden, zwei Kinder zu adoptieren – und zwar keine deutschen Kinder, sondern einen Sohn (15) aus Haiti und eine Tochter (17) aus Mali, also westafrikanische beziehungsweise westafrikanisch-stämmige Kinder.
Allein das wäre ja schon brisant genug, wenn da nicht noch die Hintergrundgeschichte hinzukäme: Laut mehreren Medienberichten soll die Adoptivtochter Stalzer schon mehrmals bedroht haben, und angesichts der Tat vom 7. Oktober kann man schon von einer Folterung sprechen: Nachdem es morgens zu einem heftigen Streit zwischen den beiden kam, soll die Adoptivtochter nicht nur auf ihr Opfer eingestochen, sondern mit einem Deodorant ihre Haare angezündet haben. Anschließend habe die Mutter den Teenager überredet, den Notarzt und die Polizei zu alarmieren; im Gegenzug versprach sie, ihre Peinigerin zu decken (!).
Daher rührte vermutlich auch die Verwirrung über Tathergang und -motiv am Anfang der Berichterstattung, denn gegenüber den eintreffenden Polizei- und Rettungskräften behaupteten beide Kinder, mehrere Männer hätten die Kommunalpolitikerin überfallen. Die Tochter sitzt mittlerweile in einer jugendpsychiatrischen Anstalt, weiter heißt es im „Focus“:
„Oberstaatsanwalt Bernd Haldorn hat die lebensbedrohliche Attacke auf den Strafvorwurf der gefährlichen Körperverletzung herabgestuft. Dies sei ein normaler Vorgang, erklärte der Strafverfolger auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. Schließlich habe das beschuldigte Mädchen den Notruf gewählt und sei somit von der Tat zurückgetreten.“
Das grundlegende Motiv für die Tat und den Hass des Mädchens auf ihre Mutter: Sie fühlte sich zurückgesetzt und benachteiligt. Es war auch nicht das erste Mal, dass die Tochter die Mutter bedrohte, schon mehrmals muss das vorgekommen sein. Jede Nachricht von Iris Stalzer an Jugendamt und Polizei wurde allerdings immer wieder ignoriert oder nicht ernst genommen.
Noch mal zusammengefasst: Die SPD-Kommunalpolitikerin (zuvor war sie übrigens bei Bündnis 90/Die Grünen) und Anwältin wird von ihrer Adoptivtochter mehrfach bedroht, so lange, bis es schließlich zur Bluttat kommt. Anschließend überredet die Mutter die Täterin, Polizei und Notarzt zu rufen und im Gegenzug nichts vom eigentlichen Tathergang zu erzählen, die Täterin damit zu decken. Nicht nur das: Sie wäre sogar in den Haushalt mit ihrer gewalttätigen Tochter zurückgekehrt. Wie lässt sich dieses selbstgefährdende, ja merkwürdig masochistische Verhalten erklären?
Vermutlich – natürlich wird hiermit der Bereich der Spekulation betreten – handelt es sich um etwas, das seit über zehn Jahren auf kollektiver Ebene die größte Bürde unserer Nation ist und nun auch auf kleiner, auf persönlicher Ebene eskaliert ist: krankhaftes Gutmenschentum. Warum sonst allein die Entscheidung der Eltern und von Iris Stalzer im Speziellen, Kinder aus fernen Ländern zu adoptieren statt Kinder des eigenen Volkes? Selbstverständlich ziemt es sich nicht, über den Grund des Fehlens von leiblichen Kindern zu spekulieren, doch die Frage, warum nicht deutsche Kinder aufgenommen wurden, stellt sich sehr wohl. Und die Antwort liegt auf der Hand: die Überhöhung des Fremden, gleichzeitig die Überbemitleidung des Fremden (und vor allem des Nichtweißen), die wiederum eine erniedrigende Bemutterung dieses Fremden nach sich zieht (und vielleicht zum Hass der Tochter auf ihre Adoptivmutter beigetragen haben könnte). Auf kollektiver Ebene sehen wir das in der Infantilisierung oder Bevormundung des Fremden, etwa wenn Messerstraftätern ihre Mündigkeit ob irgendwelcher psychischer Krankheiten oder angeblicher Traumata abgesprochen wird.
Doch die endgültige Stufe des Masochismus wird erreicht, als die Mutter meint, ihre Peinigerin decken zu müssen, und gar gewillt ist, mit ihr weiterzuleben. Diese selbstzerstörerische Erniedrigung des Eigenen erleben wir auf kollektiver Ebene ja immer wieder, wenn unsere linken Mitbürger trotz wiederkehrender, teils eigener schlechter Erfahrungen mit dem Fremden sich weigern, Muster zu erkennen. Hier ist dieser krankhafte Selbstzerstörungswahn auf die persönliche Ebene vorgedrungen. Die Krone setzt dann nur der Ehemann der Familie auf, der bis zuletzt eine passive Rolle eingenommen zu haben schien, statt selbst aktiv seine Frau zu schützen – und nun mit seinen Adoptivkindern nichts mehr zu tun haben will. Wir alle erkennen die Muster wieder, lange genug konnte es auf kollektiver Ebene beobachtet werden. Und dieser Fall, der Fall von Iris Stalzer, verdeutlicht wie kaum ein anderer, wie dieses Muster ins Private hinuntergebrochen wird.

Wenn man Strafrecht AT im 1. oder 2. Semester gehört hat, ist man umso verblüffter: Eine Rücktritt „von der Tat“ sieht der Gesetzgeber nämlich gar nicht vor (die Tat ist das vollendete Delikt, bei dem dann allenfalls, gleichwohl einzelfallgesetzlich, tätige Reue in Betracht kommt). Lediglich der Rücktritt vom Versuch ist als Strafaufhebungsgrund vorgesehen. Aber vielleicht hat die Oberstaatsanwaltschaft ein anderes StGB. Es ist mystisch.
Sehr guter Kommentar & Name
„Notruf gewählt und somit von der Tat zurückgetreten“ ist ja eine interessante Auslegung, die Messerhelden und Clan-Mitgliedern ganz neue Perspektiven verschaffen könnte. Aber passt irgendwie zu einem hilflosen und verwirrten Land, in dem Eltern schon nicht mit ihren Kindern klarkommen, das es aber jetzt kriegstüchtig mit dem Russen aufnehmen will.
Ohne den SPD-Hintergrund des Opfers und der Hautfarbe der Tochter wäre der Vorgang kaum über die Lokalseite des örtlichen Käseblatts hinausgekommen (wurde vielleicht zuerst ein Attentat von rechts vermutet?).
der Vorgang sollte sehr gründlich wissenschaftlich untersucht werden; möglicherweise werden dann bisher nicht erkannte Muster sichtbar ( Täter / Opfer Beziehung wie im Artikel beschrieben , Ursachenforschung ist hier dringend erforderlich – sobald dann ein Resultat vorliegt lassen sich geeignete Präventionsmaßnahmen ableiten )
Der Rücktritt bezieht sich auf den versuchten Totschlag. Die Körperverletzung ist selbstverständlich vollendet. Aber dafür kommt man eben nicht in Untersuchungshaft