Ein Blick auf unsere europรคischen Nachbarn zeigt, dass sich in den letzten zehn Jahren drastische politische Verschiebungen angekรผndigt haben: Europa steht an der Schwelle zu einem โrechten Zeitalterโ. Die Menschen Europas haben genug von linker Politik. In elf Lรคndern sind rechte Parteien in aktuellen Umfragen stรคrkste Kraft: Zwar gaben die PiS in Polen und die PVV in den Niederlanden die Fรผhrung in den letzten Monaten ab, dafรผr eroberte die norwegische Fortschrittspartei um Sylvi Listhaug den Spitzenplatz von den Sozialdemokraten. Damit stehen in gerade einmal vier europรคischen Lรคndern linke Parteien in den Umfragen an der Spitze. In zehn Lรคndern sind es konservative oder christdemokratische Parteien, und in zwei Lรคndern konnten liberale Parteien in Umfragen die meisten Stimmen auf sich vereinen.
Rechte Regierungsbeteiligungen fanden in den letzten Jahren immer wieder statt: In รsterreich platzten zwei FPร-Regierungen, zuletzt infolge des Ibiza-Skandals um HC Strache โ die โFreiheitlichenโ konnten das Land nicht wirklich auf Kurs bringen. Auch in Skandinavien scheiterten bereits einige Experimente: Die norwegische Fortschrittspartei beteiligte sich ab 2013 an der Regierung, trat nach einem Skandal um eine IS-Heimkehrerin aber aus der Regierung aus. In Dรคnemark sorgte die Dรคnische Volkspartei in den 2010er-Jahren dafรผr, dass sich der โLaw and Orderโ-Kurs der Dรคnen durchsetzte und auch von den Sozialdemokraten รผbernommen wurde. In Finnland beteiligen sich die Wahren Finnen aktuell an einer Koalition, auch wenn sie hinter den Erwartungen zurรผckbleiben und in den Umfragen bereits abgestraft werden. Ein รคhnliches Muster kann in Schweden beobachtet werden: Die rechten Schwedendemokraten tolerieren derzeit eine Minderheitsregierung aus bรผrgerlichen und liberalen Parteien. Angedacht war, als Kontrollinstanz fรผr einen rechten Politikkurs zu sorgen, doch bislang scheint der Plan nicht aufzugehen, und die Schwedendemokraten kรถnnen nicht wirklich Akzente setzen. Bei einer Debatte zum Waffenrecht passten sie sich gar vollstรคndig dem Mainstream an.
Das aktuellste Beispiel fรผr eine Niederlage rechter Parteien ist sicherlich die PVV von Geert Wilders in den Niederlanden: Nachdem sich die Koalition aus bรผrgerlichen Parteien um Wahlsieger Wilders geweigert hatte, in der Asylpolitik einen rigorosen Kurs einzuschlagen, lieร Wilders die Regierung platzen โ mit katastrophalen Folgen: Seine Partei verlor bei den Neuwahlen drastisch an Zustimmung und wurde mittlerweile sogar von der liberalen Neugrรผndung D66 รผberholt. Wildersโ PVV brauchte fast 20 Jahre, um an die Regierung zu kommen, nur um schlussendlich doch alles zu verlieren.

Auch die Regierung von Giorgia Meloni wird von Seiten der Migrationsgegner kritisch beรคugt: Zwar arbeitet die Fratelli dโItalia vergleichsweise gerรคuschlos, doch die Vorwรผrfe, die Migration nach Italien nicht zu beenden, muss sich Meloni gefallen lassen. Auch in der Zeit nach der Amtsรผbernahme strรถmten Zigtausende Illegale in das Mittelmeerland. Inwiefern das aber wirklich an einer gemรครigten Meloni oder den europรคischen und innerstaatlichen Rechtsrahmen liegt, steht auf einem anderen Blatt. Zudem sind die Zustimmungswerte in Italien fรผr Meloni hoch: In vielen Bereichen, wie etwa der drastischen Kรผrzung der vormals รผppigen Sozialhilfe, konnte sie seit Amtsรผbernahme liefern.
Es zeigt sich ein deutliches Muster: In allen europรคischen Lรคndern blieben rechte Regierungen hinter den gesteckten Erwartungen zurรผck: Entweder waren die Parteien noch nicht reif genug, um Regierungsgeschรคfte zu รผbernehmen, oder der parteipolitische und vor allem mediale Mainstream-Block konnte den Reformwillen der zumeist jungen Rechtsparteien ausbremsen, wodurch diese Federn lassen mussten. Als drastischstes Beispiel gilt sicherlich die Dรคnische Volkspartei, der es gelang, einen dรคnischen Sonderweg bei der Migrationspolitik durchzudrรผcken โ nachdem die Sozialdemokraten ihr den Rang abgelaufen hatten, fiel sie aber in die Bedeutungslosigkeit.
Dass es auch anders laufen kann, zeigen unsere deutschsprachigen Nachbarn: In der Schweiz dominiert die SVP seit Jahrzehnten und sorgt dafรผr, dass das Neun-Millionen-Land das vielleicht lebenswerteste Land in Mitteleuropa bleibt. Und auch wenn die FPร in รsterreich trotz mehrerer Regierungsbeteiligungen noch keine Wende erreichen konnte, steht die Partei um Herbert Kickl kurz vor der Machtรผbernahme. Mit 38 Prozent hat sie die Konkurrenz in den aktuellen Umfragen weit hinter sich gelassen.
In Deutschland steht mit der AfD eine rechte Partei auf dem ersten Umfrageplatz: Ob es 2029 oder doch eher 2033 zu einer Regierungsbeteiligung kommen wird, ist dabei noch nicht abzusehen. Klar sein muss aber: Dass es direkt beim ersten Versuch gelingen soll, das Land auf Kurs zu bringen, ist unwahrscheinlich: Deutlich รคltere โ und dadurch auch viel besser organisierte โ Parteien mit fรคhigerem Personal sind bereits an der Regierungsรผbernahme gescheitert. Dennoch kann man optimistisch auf die nรคchsten Jahre blicken: In nahezu allen Lรคndern erleben die Rechtsparteien einen riesigen Aufschwung. Ob wirklich eine Wende kommt, liegt dann aber nicht mehr in den Hรคnden der Wรคhler, sondern in denen der Politiker.
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