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Die bürgerliche Fassade der Linkspartei

7. Januar 2026
in 3 min lesen

Von T.P. Schönhäuser

Bodo Ramelow warnte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vor dem AfD-Parteitag in Erfurt. Dort würde „der letzte Rest an bürgerlicher Fassade entsorgt werden. Weiterhin zog er Parallelen zur Weimarer Zeit, als Thüringen laut ihm das Einfallstor für die Machtergreifung der NSDAP gewesen sei. Damit warf er natürlich Steine aus seinem Glashaus heraus. Denn gerade er, als Bundestagsvize der Linkspartei, sollte besser niemanden auf bürgerliche Fassaden und die Weimarer Zeit aufmerksam machen.

Die Linke ist nämlich nicht nur Nachfolgerin der SED, sondern auch und vor allem der KPD, deren historische Parteizentrale sie sogar weiter nutzt. Die KPD hatte dieses Gebäude in den 1920er-Jahren zivilrechtlich wirksam erworben. Deshalb wurde es nach dem Fall der DDR auch nicht als unrechtmäßig erworbenes SED-Eigentum vom Staat einbehalten, sondern der PDS zurückgegeben. Schließlich war diese Rechtsnachfolgerin der SED, welche wiederum Rechtsnachfolgerin der KPD war. Und was die KPD für eine Partei war und welche Rolle sie in der Weimarer Republik spielte, sollte dringend kritisch aufgearbeitet werden – besser ohne die dunkelrote Brille des Genossen Ramelow.

Unter den vielen inländischen und ausländischen Köchen, die den Brei namens Weimarer Republik verdarben, kann man die KPD neben der NSDAP und anderen Kandidaten sicherlich zu den Maîtres de Cuisine zählen. Gegründet zum Jahreswechsel 1918/1919, gab sich die Kommunistische Partei Deutschlands nicht einmal Mühe, eine bürgerliche Fassade vorzutäuschen. Sie war dezidiert antibürgerlich. Die bürgerliche Demokratie, bürgerlicher Privatbesitz, ja selbst das Bürgertum an sich waren Werte, welche die KPD nach ihrer Machtergreifung rücksichtslos abräumen wollte. Die Weimarer Republik sollte zerschlagen werden, an ihrer Stelle brauchte es nach Auffassung der Kommunisten eine „Diktatur des Proletariats“.

Um dieses hehre Ziel zu erreichen, mussten entsprechende Mittel eingesetzt werden. So wurde beispielsweise der Rotfrontkämpferbund (RFB) gegründet. Dies war ein paramilitärischer Verband, den man als die SA der Kommunisten verstehen kann. Und genau wie die SA wurde der RFB nicht nur zum Schutz eigener Veranstaltungen eingesetzt, sondern sollte auch aktiv den politischen Gegner einschüchtern und für Straßenschlachten, einen möglichen Bürgerkrieg und eine mögliche Machtergreifung bereitstehen. Neben der NSDAP war es vor allem die SPD – die „Sozialfaschisten“ –, an der sich die Kommunisten abarbeiteten. Der linke Faschismusbegriff war also von Beginn an dehnbar und beliebig. Er sollte Gegensätze suggerieren, die oftmals gar nicht bestanden. Aus Sicht des deutschen Bürgertums handelte es sich sowohl bei der KPD als auch bei der NSDAP um asoziales Gesindel, dessen Schlägerbanden unbescholtene Zivilisten behelligten.

Schließlich kam es, wie es kommen musste, 1933 ging die Weimarer Republik unter – jedoch auf andere Weise, als die KPD es sich erhofft hatte. Denn statt roter Kommunisten kamen braune Sozialisten an die Macht, statt Gulags wurden Konzentrationslager errichtet. Die Zeit zwischen 1933 und 1945 verbrachten die Genossen in Illegalität, in Haft oder im Ausland. Zehntausende von ihnen starben in Konzentrationslagern, und Tausende, die in die verheißungsvolle Sowjetunion exiliert waren, wurden schließlich dort „weggesäubert“. Als das Dritte Reich 1945 schließlich unterging, kam es zur Teilung Deutschlands – und damit auch zur Teilung der KPD. In der sowjetischen Besatzungszone wurde sie mit den verhassten „Sozialfaschisten“ der SPD zur Einheitspartei SED zusammengezwungen (es gab aber eine Vorherrschaft der KPD-Genossen in der SED). Im Westen wurde sie verboten. Konsequenterweise, schließlich war es seit ihrer Gründung ihr erklärtes Ziel, die verfassungsmäßige Ordnung der bürgerlichen Demokratie abzuschaffen.

Die nun „SED“ genannte KPD konnte noch für einige Jahrzehnte ihre sehr eigenen Vorstellungen von Freiheit und Demokratie leben, bis sie von den Folgen ihrer eigenen Ideologie eingeholt wurde. Die Kommunisten hatten ihr Land ruiniert, die Mauer fiel, es kam zur Wiedervereinigung. Damit stand die SED vor einem Problem: Um nicht dem Schicksal der West-KPD zum Opfer zu fallen, brauchte es eine bürgerliche Fassade. Das war die Geburtsstunde der PDS, Abkömmling einer Linie, in deren Ur-DNA der Wille zur Vernichtung des Bürgertums liegt. Aber zunächst musste die PDS wohl oder übel aus purem Überlebensinstinkt Kreide fressen. Die Linke hingegen zeigt nun immer häufiger ihre wahre Fratze.

Bodo Ramelow steht in dieser antibürgerlichen Tradition. Wenn er die AfD attackiert, dann tut er das nicht nur, weil die rechte Partei ihm die Gunst der Wähler abjagt. Er hasst die AfD, weil sie gegründet wurde, um das deutsche Bürgertum zu bewahren. Wenn die Genossen von „historischer Verantwortung“ faseln, meinen sie damit nie ihre eigene. Deswegen ist es so wichtig, den in historischen Sachen oftmals unbedarften Deutschen aufzuzeigen, aus welchem Schoß Ramelow und seine Genossen gekrochen sind. Wem etwas an bürgerlichen Werten liegt, der weiß, wo er bei den Kommunisten dran ist.

3 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Irene, 07.01.2026
    Das ist recht gut zusammengefasst! So richtig einschätzen – ich meine vor allem auch anhand eigenen Erlebens – kann diese Enwicklung vom Beginn der 1950er Jahre bis zur Wende sowieso nur jemand, der sein halbes Leben im Osten Deutschlands verbracht hat.

  2. Rammeldoof plärrt weil eine Partei ihren Bundesparteitag in Thüringen plant.
    Dabei waren es gerade seine Gesinnungsgenossen inkl. Komplizen in den weiteren Linksparteien welche dafür sorgten daß andernorts diese Partei massiv ausgesperrt und deren Mitglieder als auch sogar deren unpolitische Gastgeber vielfach gewalttätig bedroht worden sind und weiter werden.

    Aber anstatt sich darüber zu freuen daß sein Bundesland noch nicht ganz so verkommen ist wie der Rest der Buntesreplik speit er Gift & Galle über die kommenden Gäste.

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