Ein konservativer Rösselsprung

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Von William S. Lind

In Deutschland als auch in anderen westlichen Ländern, befinden sich Konservative in einem Dilemma. Auf der einen Seite sind die Parteien die sich als „konservativ“ bezeichnen nicht konservativ. Auf der anderen Seite werden die echten konservativen Parteien von ihren Gegnern als „Faschisten“ dargestellt. Der Faschismusvorwurf ist natürlich Unsinn, aber viele Konservative wollen lieber nicht als solches beschimpft werden.

Daher wählen sie die die fake Konservativen der CDU, jene Partei, die ihr Land mit zwei Millionen Arabern überschwemmt hat und die einzig zuverlässige „grüne“ Energiequelle, nämlich die Atomkraft, außer Dienst stellt (Amerikaner haben ein bisschen Schadenfreude, wenn sie sehen, wie Grüne Klimakreuzritter durch ihre Ideologie gezwungen sind, die Braunkohlekraftwerke hochzufahren). Im Angesicht dieses Dilemmas stellt man sich als westlicher Konservativer die Frage: was kann man eigentlich noch Sinnvolles machen?

Das hängt vor allem davon ab in welchem Land man wählt. In Amerika sind beide Parteien gegen alle Versuche, dass sich eine dritte Partei etabliert. Sie sind in dieser Frage Alliierte, um es für Drittparteien fast unmöglich zu machen in Washington Fuß zu fassen. Von daher müssen Konservative daran arbeiten, eine von den beiden Parteien von innen zu übernehmen. Das hat man mit der Republikanischen Partei in den Siebzigerjahren gemacht. Daraus entstand der Sieg von Ronald Reagan 1980.

Diese Versuche gibt es auch heute, in beiden Parteien. Leider sind die Republikaner zwischen dem ehemaligen Präsident Trump und Floridas Landesfürst Ron DeSantis gespalten (der letztere hat bessere Wahlchancen). Unter den Demokraten bietet Robert Kennedy Jr. eine teilweise konservative Plattform, was sehr überraschend für einen Demokraten ist. Zumindest will er das Recht auf freie Meinungsäußerung verteidigen. Die US „Woke“ Linke indessen will diese mit allen Mitteln abschaffen.

Warum hat die einstmals konservativen Parteien ihr Mut verlassen zum Konservativsein verlassen? In Deutschland, in Amerika und im gesamten Abendland haben wir eine Elite, die von einer „woken“ oder „progressiven“ Ideologie getrieben wird. „Wokeismus“ ist in Wahrheit Kulturmarxismus. Unter Kulturmarxismus versteht man die marxistische Ableitung von ökonomischen Begriffen in kulturelle Begriffe, welche durch das Frankfurter Institut für Sozialforschung vorangetrieben wurde, auch bekannt als Frankfurter Schule. Man kann heutzutage nicht Teil der Elite sein, ohne sich der Kulturmarxisitschen Ideologie anzuschließen.

Die Parteiführung der „konservativen“ Parteien wollen selbstverständlich zur Elite gehören und werden somit niemals den Kulturmarxismus bekämpfen. Deshalb wurden unter einer CDU geführten Regierung zwei Millionen „Flüchtlinge“ reingelassen – Menschen, die niemals Deutsche werden wollen, aber lebenslang auf Kosten der echten Deutschen in Deutschland bleiben möchten.

Ich habe in einer Kolumne für The American Conservative eine Lösung für die Republikaner im Wahljahr 2024 angeboten: Ron DeSantis sollte als Präsidentschaftskandidat antreten und Eric Trump, Sohn des ehemaligen Präsident Trump, als sein Vize. Dieser Kompromiss würde die Wähler von Donald Trump einbinden, gleichzeitig den Kandidaten mit den besten Siegchancen nämlich Ron DeSantis ins Rennen schicken.


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In diesem Zusammenhang möchte ich etwas ähnliches für Deutschland vorschlagen. Ein Mittel, um die nächste Bundestagswahl zu gewinnen, wäre eine Allianz zwischen der Alternative für Deutschland (AfD) und Bayerns CSU. Mir ist wohl bewusst, dass es einem politisches Erdbeben gleich käme, wenn sich die CDU und die CSU trennen würden. Dennoch – was heute noch unrealistisch klingt, kann morgen schon die Realität sein. Man denke nur an die derzeitigen AfD Wahlergebnisse! Meines Erachtens wird übersehen, dass CDU und die CSU in der Theorie und der Praxis zunehmend weniger gemein haben, allerspätestens seit der Spätphase der Merkel-Regierungszeit, insbesondere an der Parteibasis. Vor diesem Hintergrund sollte man darüber nachdenken, einen Keil in die Unionsparteien zu treiben.

Man erinnere sich nur an die jüngsten Entwicklungen, als CSU-Bundestagsabgeordnete bei Ron DeSantis für strategische Gespräche in Florida waren. Die CDU hatte sofort ihre linken Apparatchiks eingeschaltet, um sich wie immer politisch von ihren Parteikollegen zu distanzieren. Daran ändert auch der jüngste Vorstoß von Friedrich Merz wenig, in welchem er wenigstens die Kooperation mit der AfD auf kommunaler Ebene ins Spiel brachte und CSUs Markus Söder dies brüsk ablehnte. Betrachtete man sich Friedrich Merz Historie, darf man sicher sein, dass er sich sehr schnell von sich selbst distanzieren wird, genauso wie er sich bisher von allem „rechten“ und konservativen Gedankengut distanziert hat [Anm. d. Red.: Genau das ist auch passiert]. Die CSU hat meiner Meinung nach tatsächlich wenigstens an der Basis noch echte konservative Wurzeln in dem sie „Nein, danke“ an die Kulturmarxisten sagte und die traditionelle, christliche Kultur des Abendlandes verteidigte-einschließlich Kruzifixe in Schulen.

Deutschland braucht eine Politik dieser Art. Die CSU ist aber aktuell nicht in der Lage einen bundesweiten Wahlkampf zu betreiben. Glücklicherweise hat sich die AfD bundesweit etabliert. Innerhalb Bayerns würde die CSU keinen Gegner auf dem rechten Flügel haben. Im ehemaligen Westdeutschland würde die CSU der AfD verhelfen als eine bürgerliche Partei angesehen zu werden, auch innerhalb Bastionen der SPD. Ich persönlich würde einen großen Wahlsieg dieser Allianz erwarten. Ein politischer Schachzug dieser Art könnte einen zukünftigen konservativen Bundeskanzler hervorbringen der mit Präsident DeSantis auf guter freundschaftlicher Basis zusammenarbeiten würde-zum Wohle unserer beiden Länder.

William Sturgiss Lind wurde am 9. Juli 1947 in Cleveland, Ohio geboren, ist Militärtheoretiker und konservativer Autor. Er arbeitete als Berater für Senator R. H. Taft jr. und wirkte als Dozent an Militärakademien in Schweden und Israel. Lind gilt als führender Konzeptionist der Fourth-Generation Warfare.