Eine Gruppenvergewaltigung in Hamburg – Der Weg der wurzellosen Jagdgemeinschaften

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Von Otto Eberhard

In einer Nacht im Spätsommer 2020 torkelte ein alkoholisiertes Mädchen durch den Hamburger Stadtpark. Sie wurde von vier Männern in ein Gebüsch geführt, dort vergewaltigt und bestohlen. Zwei weitere Männer vergingen sich kurz darauf an dem Opfer. Als die 15-jährige aus dem Unterholz taumelte, wurde sie von einem weiteren Mann abgepasst und geschändet. Anschließend missbrauchten mutmaßlich drei hinzugekommene Männer das Mädchen.

Das ist die Bilanz einer grausamen und erschreckenden Tat. Man sollte meinen, dass die neun Verurteilten von den anfangs zwölf Tatverdächtigen mit harten Strafen zu rechen hätten. Doch weit gefehlt: Die für politisch aufsehenerregende Fälle, wie die Verurteilung eines ehemaligen Schutzstaffelsoldaten oder den Prozess über den G20‑Protest bekannte Richterin Anne Meier‑Göring verurteilte einen Täter zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten, alle anderen Täter bekamen eine Bewährungsstrafe.

Die Täter im Alter zwischen 19 und 23, welche afghanische, armenische, ägyptische, „deutsche“, iranische, kuwaitische, lybische, montenegrinische und polnische Staatsangehörige sind, wird das freuen. Neu ist ein solcher Urteilsspruch aus dem Mund Meier‑Görings nicht. Bereits in einem Prozess wegen sexueller Übergriffe in der Silvesternacht 2015/16 in Hamburg urteilte sie mit Freisprüchen, da sie das Beweismaterial für unzureichend hielt. Handelt es sich hierbei um Kuscheljustiz, chronische Weichherzigkeit oder die von Konrad Lorenz postulierte suizidale Toleranz gegenüber den Schwächen und Trieben der Menschen, einschließlich derer von brutalen Gewalttätern?

Opfer und Täter wissen nun, dass in Deutschland gewisse Leute gewisse Dinge tun können, ohne dafür ernsthaft belangt zu werden. Sicherheit und Gerechtigkeit werden so nicht genüge getan. Weder die Täter, noch zukünftige Verbrecher werden abgeschreckt und bis auf eine Ausnahme wird niemand eine Zeitlang durch Haftstrafe von der Gesellschaft ferngehalten, um in diesem Zeitraum keinen weiteren Schaden anrichten zu können und nach der Haftentlassung gealtert und möglicherweise weniger gewaltbereit zu sein.

Weshalb kam es überhaupt zu dieser Tat? Die Psychiaterin Nahlah Saimeh mit deutsch‑niederländisch‑jordanischen Wurzeln klärt (in einem mittlerweile gelöschten “Focus”-Artikel) auf. Die Täter hätten sich an den Rand der Gesellschaft gedrückt gefühlt und einen „Gefühlsmix aus Wut, Trauer, Ohnmacht, Depression, Größenfantasien als Kompensationsversuch, das eigene Elend zu bewältigen und Suchtmittel‑Konsum“ verspürt.

„Das Opfer [werde] zu einem reinen Instrument […]. Es geht um ein unmittelbares Bedürfnis, Gelegenheit, die innere Überzeugung und das Recht des Stärkeren.“

Dies führt sie aus und ihre Betrachtungen sind lesenswert. Die Reaktion vieler Deutscher auf diese Einschätzung ist Wut und Fassungslosigkeit. Wie kann man derartige Bestien zu Opfern erklären? Wer bringt es zu Stande, das Volk des Opfers als die Verantwortlichen auszumachen und die Verbrecher von dieser freizusprechen? Einige sehen eine Solidarität zwischen den ausländischen Tätern und der fremdländischen Beschwichtigerin. Ich stimme Saimehs Analyse zu, allerdings nicht ihren Folgerungen.

Der deutsche Staat ist für Migranten im internationalen Vergleich ein Schlaraffenland, was allerdings nicht bedeutet, dass er auch in absoluten Kategorien ein solches ist. Die meisten von ihnen sind gegenüber ethnischen Deutschen, trotz Vorteilnahme, schlechter gestellt. Das Einkommen, die Bildung und Arbeitschancen sind schlechter. Wer sich in Incel-Foren umschaut, wird eine große Anzahl von Neubürgern finden. Aber selbst, wenn all das nicht wäre, wären die Täter immer noch fremd. An diesem Manko ändern auch die verzweifelte kinderlose Oma gegen Rechts und das beste Integrationsprogramm nichts. Denn Identität ist nicht nur Erlerntes, sondern zum wesentlichen Teil Schicksal. Die konstruktivistischen Menschenbilder können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Menschen nicht als immer gleiches unbekratztes Wachstäfelchen auf die Welt kommen, welches durch seine Umwelt beliebig prägbar sei.

Ausgeschlossen zu sein ist furchtbar. Bleibt man ausgeschlossen, steigt die Frustration auf die, von denen man ausgeschlossen ist. Wenn die Selbstbeherrschung gering und die Frustrationsneigung hoch ist, dann tritt das schnell ein und kann drastische Auswirkungen haben. Die Taten der Migranten beruhen zum einen auf der Verachtung für Weiße, Deutsche und Frauen, aber auch auf dem durch Serien, Spielfilme, Popsongs und Pornos verheißene, jedoch in der Realität nicht eingelöste Versprechen, einer liberalen und enthemmten Sexualität der willigen Beutefrau. Zum anderen ist es die Ausgeschlossenheit der Täter. Hier sind sie die Anderen, die Fremden, weil sie anders und fremd sind. Zu ihrem Herkunftsort wollen und können sie nicht zurück. Zu verlockend sind die Segnungen der Westlichen Welt, zu groß wäre die Schmach nach Hause zu kommen, weil man es zu Nichts in der Welt gebracht hat, in der Milch und Honig fließen sollen. Zu einfach ist es Beute zu machen. Schließlich kommt man, in der Vorstellung vieler Migranten leicht an Geld, Frauen und Besitz und wenn es an Freiwilligkeit mangelt, nimmt man es mit Gewalt. Die Konsequenzen sind ohnehin gering.

Die Zuwanderung von ethnischen und kulturell Fremden schafft eine wachsende Jagdgemeinschaft. Dass trotz der überproportionalen Kriminalität dieser Gruppe die Mehrheit der Dazugekommenen keine Verbrecher sind, ändert nichts. Die Zuwanderung entwurzelt sie und schürt den Neid und Hass auf die Gesellschaft, der sie sich nicht angehörig fühlen. Wer die Aufnahme von Glücksrittern aus aller Welt fordert, fordert, wenn auch meistens unabsichtlich, die Demütigung, Schändung und Ausplünderung unserer Gesellschaft.