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Freund oder Feind?

31. Januar 2022

Von Johann Adler

„Was machst du?“ fragt mich meine Frau als ich den „Palmer22-durgestrichen“-Sticker von einer Mülltonne abreiße. Ich schaue sie verwirrt an: „Boris Palmer unterstützen“, gebe ich mit dem selbstverständlichsten Tonfall der Welt zurück und stelle mir die Frage ob die kognitiven Fähigkeiten meines weiblichen Gegenübers derart stark nachgelassen haben, dass sie sich dies nicht hätte erschließen können.

Es ist doch vollkommen offensichtlich, dass man den Remstalrebellen gegenüber den Junggrünen Gesinnungspolizisten in Schutz nehmen muss. Sie erdreistet sich allerdings tatsächlich nochmal nachzuhaken:„Warum?“

Nun dämmert es mir! Palmer hatte doch tatsächlich nicht nur die Impfpflicht gefordert, sondern sogar noch die Beugehaft für Andersdenkende angedroht. Da hat sie wohl recht… Ich klebe den Palmersticker über einen feministischen Aufkleber der ein weibliches Geschlechtsorgan abbildet und bin mir sicher nicht nur etwas zum politischen Kampf, sondern auch zur ästhetischen Aufwertung der Stadt beigetragen zu haben.

Ja, ja, heute hat man es als konservativ-liberaler nicht ganz leicht. Damit meine ich nicht nur die schwierige politische Lage mit Migranten,- Klima-, und Coronagedöns, sondern auch die Verschiebung der Lager. Wenn in der “Jungen Freiheit” die Impfpflicht gefordert wird, kann man das als Liberaler noch ertragen? Darf ich Sarah Wagenknecht wegen ihrer Kritik an der Selbstgerechtigkeit der jungen Linken und der Coronapolitik gut finden obwohl sie für die Linke kandidiert? Und was ist mit Viktor Orban? Soll ich ihn für seine Ablehnung von Gender und seine konservativen Positionen unterstützen oder für seine autoritäre Coronapolitik kritisieren?

Wenn ich auf einem Montagsspaziergang, zu dem mich der AFDler Joachim Kuhs aufgefordert hat, neben Hippies und Altlinken laufe, funktioniert die alte Ordnung dann noch? Ich denke es ist Zeit umzudenken. Die jüngeren Entwicklungen lassen sich mit dem klassiscben links-rechts Schema nicht mehr treffend beschreiben. Wo global agierende Milliardäre von der Antifa hofiert und verteidigt werden ist ein klarer Blick auf die eigentlichen Fronten wichtig.

Die verlaufen heutzutage weder zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat, noch zwischen nationalem und internationalem Gedankengut, sondern zwischen denjenigen, die die Souveränität des Individuums und basale Freiheitsrechte wie Eigentum, körperliche Selbstbestimmung, Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit verteidigen möchten und denjenigen, die bereit sind sie der Bequemlichkeit, Opportunität und der eigenen Unsicherheit in einer Welt im Ausnahmezustand zu opfern.

Gastautor

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