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Impfwerbung

7. Juni 2021

Die Propagandamaschinerie unserer Regierung zur Impfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 läuft auf Hochtouren. Nachdem man nun noch die Hausärzte mit einbezogen hat, um die Impfquote voranzutreiben, lechzt die Bevölkerung nach der rettenden Injektion. Denn wenn man auch dem Gesundheitsminister nicht vertraut, da er keine medizinische Ausbildung hat, dem Hausarzt vertraut der deutsche Bürger mehr als jedem anderen im Gesundheitssektor.

Erst haben sich etliche Leute durch den Verkauf von Masken und Tests die Taschen gefüllt, weil unsere Politiker das Angebot dankbar angenommen haben, um das Volk vor diesem gefährlichen Virus zu retten. Nun folgt das nächste Geschäft mit der Angst der Bevölkerung ─ der Impfstoff.

“Ich hab’n Impftermin!“

Die Frage: „Bist du schon geimpft?“, beherrscht den Alltag der Bürger. Ja, man hat etwas zu erzählen und man kennt sich aus. Mit wichtigtuerischem Gesichtsausdruck wird berichtet, wie es im Impfzentrum zugegangen ist, wo sich der gut informierte Impfling durchgesetzt hat und ihm nicht diese Plörre von AstraZeneca verabreicht wurde.

Na ja, und die Nebenwirkungen … waren verkraftbar. Ein paar Tage Fieber…- was soll’s. Ist ja schließlich ein Nachweis dafür, dass das Immunsystem angeschlagen hat. Und dass da irgendwo im Norden der Republik eine junge Frau gestorben ist? Das muss erstmal genau untersucht werden, ob das wirklich mit der Impfung zu tun hatte.

Genauso wie der Fall einer anderen Frau, der drei Meter Dünndarm entfernt werden musste. Alles Einzelfälle! Und dass die Nachbarin nach der 1. Impfung plötzlich Corona gekriegt hat? Ist schon komisch. Aber dann war sie sicher schon vorher infiziert. Die kann froh sein, dass sie die 1. Impfung schon intus hatte, sonst wäre der Krankheitsverlauf ja viel schlimmer gewesen.

Sie wurde gestern ins Krankenhaus eingeliefert, aber das war nur eine reine Vorsichtsmaßnahme. Ob jemand in der Nachbarschaft vielleicht weiß, mit welchem Impfstoff die denn überhaupt geimpft worden ist? Johnson & Johnson soll ja jetzt auch schon auf dem Markt sein und dieses Zeugs von den Russen ─ Sputnik? Aber da muss man vorsichtig sein, diesem Putin ist nicht zu trauen.

“Und du?“

Die Werbung für die Impfung scheint gut zu funktionieren, obwohl laut Heilmittelwerbegesetz (HWG) § 11 nur in Fachkreisen für medizinische Produkte geworben werden darf. Hier wird eindeutig gegen ein Gesetz verstoßen. Aber wen interessiert das denn in einer Pandemie, in der laut statistischem Bundesamt nicht mehr Leute gestorben sind als sonst auch.

Und auf den Intensivstationen blieb der Supergau aus. Dort war wie immer viel zu tun. Da es Zulagen für Überlastungen in diesem Bereich gab, hat man mal flott die Gesamtzahl der Intensivbetten reduziert. In der großen Corona-Notfall-Klinik in Berlin war nie eines der 500 Bett belegt. Hat zwar sehr viel Geld gekostet, dieses Krankenhaus aufzubauen, Zahlen von an die 40 Millionen geistern durch die Medien. Aber was soll’s! Wir sind für eine Pandemie gerüstet.

Doch die Werbetrommel für die Impfung wird weiter gerührt. Werbeplakate zieren die Waschräume in den Autobahnraststätten. An jeder Toilettentür prangt eine Nachricht vom Bundesgesundheitsministerium. Damit jeder, der dort seine Notdurft verrichtet, unmittelbar vor Augen hat, wie man sich um die Gesundheit der Bürger sorgt.

Unsere Regierung versteht außer davon, Panik zu verbreiten, auch etwas von Werbung. Die Plakate, die man überall in der Stadt sieht, zielen auf bestimmte Personenkreise ab. Die Impfempfehlung der Geigerin Anne-Sophie Mutter spricht wohl eher den kulturell interessierten Bürger an und Uschi Glas soll die Menschen über die Segnung der Impfung unterrichten, die sich noch an „Zur Sache Schätzchen“ erinnern können.

Selbst Alice krempelt den Ärmel hoch – und lässt die Hose runter

Das wäre eigentlich nicht nötig gewesen, da diese Klientel bereits von ARD und ZDF gehirngewaschen wird. Für die Zuschauer von RTL hat man Günther Jauch ins Boot geholt. Ein solch kluger Kopf, der immer so schwierige Fragen stellt, der kennt sich doch in Fragen zu Impfungen bestimmt gut aus. Wenn der sich impfen lässt, dann werde ich das auch tun!

Den Feministinnen und Genderbesessenen schenkt der fürsorgliche Staat ebenso seine Aufmerksamkeit, denn auch die sollen nicht auf der Strecke bleiben..

An der Bushaltestelle prangt ein großes Plakat, auf dem Alice Schwarzer ihren geimpften Arm in die Kamera hält.
„Das Virus besiegen wir schneller als das Patriarchat.“

Das Bundesministerium für Gesundheit schreibt dazu: Alice Schwarzer hat sich impfen lassen. Denn nur die Corona-Schutzimpfung bringt unseren Alltag zurück.

Da fällt einem nichts mehr ein…

Anita Koschorrek

Anita Koschorrek, 1954 im Ruhrpott geboren, aufgewachsen an der Mosel, lange Zeit wohnhaft in der Eifel, ist eine bunte deutsche Mischung mit Wurzeln in Ostpreußen und Nordhessen. Nach ihrer Berufstätigkeit in der Rechnungsabteilung eines großen Unternehmens begann sie 2012 mit dem Schreiben. Mehr als dreißig ihrer Kurzgeschichten wurden bisher in verschiedenen Anthologien veröffentlicht. Im Mai 2021 erschienen ihre ersten beiden Bücher.


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