Was passierte in Ingolstadt und wo ist die AfD-Führung

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Tino Chrupalla liegt auf der intensivmedizinischen Überwachungsstation eines Ingolstädter Krankenhauses, nachdem er bei einer gestrigen Wahlkampfveranstaltung plötzlich über Unwohlsein geklagt hatte. Laut ihm traten die Symptome auf, während er sich mit vermeintlichen Anhängern fotografieren ließ. Einiges deutet darauf hin, dass er mit einer Nadel verletzt worden sein könnte.

Fast gleichzeitig verbreitete sich die Meldung, dass Alice Weidel auf Grund einer akuten Bedrohungslage von der Polizei des Kantons Schwyz in Sicherheit gebracht werden musste. Ein weiterer Vorfall, der den unbedarften Zuschauer fragen lässt: Ist das hier die Bundesrepublik oder Weißrussland? Es gibt zwar vereinzelt Stellungnahmen von AfD-Funktionären, auch aus Österreich fällt derweil etwas Licht ins Dunkel…

… aber noch wartet man auf eine Pressekonferenz oder dergleichen. Bis dahin: Ein Gewabere aus Spekulation, widerwärtiger Schadenfreude und berechtigter, aber dennoch hilfloser Empörung.



Beachtenswert ist schon jetzt das einhellige Vorgehen der regierungsnahen Medien: Obwohl die Staatsanwaltschaft Ingolstadt bereits ein Verfahren wegen Körperverletzung eingeleitet hat, schwurbelt die Presse von einem “Vorfall” – wobei dieser betont verharmlosende Euphemismus in Zeiten von “Männergruppen” und “Problemen” ja dann doch fast passend ist.

Gleichzeitig – und hier wird es besonders widerwärtig – versucht man den Aufenthalt von Alice Weidel in Mallorca als “Urlaub” umzudichten. Dass die Bundessprecherin der AfD samt ihrer Familie selbst an ihrem Wohnsitz in der Schweiz nicht sicher ist, spielt derweil keine Rolle. Aber – die “JF” kritisiert das völlig zurecht – fehlt auch in Sachen Weidel eine klare, nachvollziehbare Stellungnahme von Seiten der Partei. Weder Weidel, noch Chrupalla haben sich bisher zu den Vorfällen bzw. der Bedrohungslage geäußert. Was auch immer die Gründe dafür sind: Das Informationsvakuum füllt derweil der politmediale Komplex.

Tino Chrupalla: TC2021 CC-BY-SA 4.0
Alice Weidel: Sandro Halank CC-BY-SA 4.0