Wie Hamas mit dem Terror in Israel?

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Seit diesem Wochenende haben sich ungewöhnliche Fronten gebildet. Während sich die großen Staaten rund um die einzige Demokratie im Nahen Osten noch in Zurückhaltung üben und die westliche Welt Solidaritätsbekundungen äußert, bekunden Muslime in Paris, Berlin und Wien bereits ihre Solidarität mit der Hamas auf der Straße. Während Linke und Grüne darüber empört sind, weiß der Konservative schon länger um die Gefahren des Kulturimports der letzten Jahre, der nicht nur in Sachen Antisemitismus dem europäischen Selbstverständnis des 21. Jahrhunderts widerspricht.

Was bedeutet die Situation im Gazastreifen aber nun für Deutschland? Die Hamas-Attacke kostete mittlerweile schon Hunderte Leben, etliche sind verletzt. Gezielt wurden auch Zivilisten verschleppt und ermordet: Mit einem überfallähnlichen Angriff aus der Luft auf ein harmloses Festival mussten unschuldige junge Menschen auf teils grausame Weise ihr Leben lassen. Viral geht derzeit das Video einer wahrscheinlich getöteten Besucherin aus Deutschland, die unter Allahu-akbar-Rufen auf einem Pick-up-Truck durch eine johlende Menschenmenge gefahren wird.

Wer denkt, dass Deutschland mit diesem Angriff nichts am Hut habe, unterschätzt die Tragweite des Konflikts, der mit dem demografischen Wandel auch bis nach Westeuropa reichen wird. Bereits jetzt spielen sich Szenen am Al-Quds-Tag, bei Partys und Events in Frankfurt oder Stuttgart oder natürlich rund um die überfüllten Flüchtlingsheime ab, die das ach so humanistische Europa recht befremdlich wirken lassen.

Im Nahen Osten mag der Kampf der Kulturen andere Voraussetzungen haben, in einigen Aspekten der Kriminalstatistik in Deutschland zeigt sich jedoch die Sozialisierung vieler junger Muslime, mit der auch Israel zu kämpfen hat.

Dieser Kulturkampf, der in Israel immer auch ein politischer war, wächst mit der Anzahl der in Europa lebenden Migranten aus den islamisch geprägten Teilen der Welt – diese Lektion musste Europa bei islamisch motivierten Attentaten von Paris bis Berlin, den heruntergekommenen Vierteln in Paris oder den eskalierenden Bandenkriegen in Schweden längst lernen.

In Deutschland dominiert dennoch das Bild von unmenschlichen Flüchtlingslagern und angeblichen Lebensrettern auf dem Mittelmeer. Bis 2026 wird die Bundesregierung noch die Schlepperei der linken NGOs finanzieren, danach wird über eine Verlängerung diskutiert werden.

Seit Jahren fordern konservative Kräfte, bei der Seenotrettung ähnlich wie Australien zu handeln: Dort lässt man Flüchtlingsboote unter keinen Umständen auf das australische Festland. Diese klare Botschaft führte dazu, dass quasi keine Tode auf dem beschwerlichen Weg zu der vergleichbar reichen Insel im Süden mehr verzeichnet werden. Das Wissen um den moralischen Anspruch und die Hilfe Deutschlands hingegen motiviert viele junge Männer aus armen Ländern erst, die Reise nach Europa anzutreten.

Der moralische Konflikt bei der Seenotrettung und der Aufnahme von Flüchtlingen aus Lagern läuft auf eine Frage hinaus: Sind die oft verzweifelten Migranten selbst verantwortlich, weil sie sich in eine lebensbedrohliche und aussichtslose Lage begeben, oder ist es doch unsere schier übermenschliche Aufgabe, all diejenigen aufzunehmen, die sich auf den Weg nach Europa machen? Letzterer Weg, da dürfte kaum ein Zweifel bestehen, verschärft den „Culture Clash“ in Europa.



Der gesamte Gazastreifen ist derweil nichts weiter als ein von der EU betriebenes großes Flüchtlingscamp: So sollten von 2021 bis 2024 1,2 Milliarden Euro an die Regierung der Palästinensergebiete fließen, um Gehälter, Pensionen und Sozialhilfe zu bezahlen. Deutschland zahlt davon in der Regel mehr als ein Fünftel – unter anderem für „Märtyrer-Renten“ gefallener Terroristen und die Familienmitglieder des korrupten Präsidenten der Autonomiebehörde, Mahmud Abbas. In Gaza sind derzeit 59,3 Prozent der 15- bis 29-Jährigen arbeitslos, das überbevölkerte Gebiet ist im Gegensatz zum jüdisch geprägten Nachbarstaat völlig verarmt.

Auch hier stellt sich die Frage, ob die Palästinenser verantwortlich für ihre sich nun verschärfende Lage sind oder ob sie mit einem Humanismus belohnt werden sollen, den sie den Israelis selbst verwehren und der der Grund dafür ist, dass sich die palästinensische Jugend früher oder später nach Europa aufmachen wird.

Denn als Reaktion auf den Angriff sieht sich die israelische Regierung nun gezwungen, Teile des Gazastreifens anzugreifen, und zerstört dabei wichtige Infrastruktur. Eine Abriegelung des Gebiets bedeutet für die Bewohner Palästinas außerdem keinen Strom und keine Lebensmittel auf unbestimmte Zeit. Nachdem Abbas den Terrorangriff der Hamas kürzlich öffentlich rechtfertigte, wurden nun zusätzlich die Hilfsgelder der EU ausgesetzt.

Was als Nächstes folgen wird, sind Bilder, die noch von 2015 bekannt sein sollten. Wer in Sachen Mittelmeer auf die Eigenverantwortung der Migranten pocht, muss folgerichtig auch bei diesen Bildern hart bleiben. Aus Aktion folgt Reaktion, und absehbare Konsequenzen müssen immer bedacht werden. Umso schlimmer, wenn bei diesem Konflikt Unschuldige und Zivilisten ums Leben kommen.