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Drama im Minirock

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Der Sommer ist offiziell vorbei, doch trotzdem bleiben ein paar restliche warme Tage. Eigentlich ist das Wetter perfekt, um noch ein letztes Mal den Minirock heraus zu kramen, bevor er über den Winter eingemottet wird. Das dachte sich zumindest eine junge Studentin aus Straßburg. Die 22-Jährige war mit kurzem Rock und nackten Beinen in der Nähe der Innenstadt unterwegs, als sich drei Männer dazu auserkoren sahen ihr unzüchtiges Verhalten gebührend zu bestrafen. „Guck dir die Nutte im Rock an.“, vernahm die junge Frau, als sie an der Gruppe vorüber ging. Nachdem sie die drei zur Rede gestellt hatte, legte einer der Männer nach und bezeichnete sie als „Schlampe“. Zwei der Männer hielten sie fest, der Dritte holte aus und schlug ihr mit der Faust ins Gesicht. Danach flohen sie.

In einem Video bei „France Bleu“ schilderte die Studentin mit blauem Auge die mutmaßliche Tat. Außerdem erhob sie Vorwürfe gegen etwa 15 Personen, die das Geschehen beobachtet haben sollen und nicht eingeschritten wären. „Keine Reaktion, als wäre nichts geschehen.“

Die Mainstream-Medien überschlagen sich mit melodramtischen Schlagzeilen. „Frankreich empört über mutmaßlich sexistischen Angriff auf Studentin“. Die französische Regierung verurteile den Vorfall zutiefst, so der Regierungssprecher Gabriel Attal. Wie immer wurden die üblichen Phrasen gedroschen. Frauen dürften sich doch nicht wegen der Wahl ihrer Garderobe unsicher oder gar bedroht fühlen.

Die 22-Jährige erstattete Anzeige. Die Polizei leitete Ermittlungen ein. Sogar die ehemalige Staatssekretärin und aktuelle „Ministerin für Staatsbürgerschaft“, Marlene Schiappa, fuhr in die elsässische Hauptstadt, um sich vor Ort ein Lagebild zu verschaffen. Ihrer Meinung nach, sei weder die Frau, noch ihr Rock für den Übergriff verantwortlich. Es seien jene misogyne, sexistischen und gewalttätigen Menschen, die sich mit ihrem Verhalten über Gesetz und Ordnung stellen würden.

Um derartige Vorfälle in Zukunft vorzubeugen, bietet das Innenministerium die perfekte Lösung: Bis 2021 soll in Straßburg ein weiterer Sozialarbeiter eingesetzt werden, der sich explizit für den Dialog zwischen Polizei und Opfern sexueller Gewalt stark macht.

Natürlich wird wie immer außer Acht gelassen, woher diese neuerdings wieder geläufige Verachtung gegenüber Frauen stammt. Über die mutmaßlichen Täter wurde keine weitere Auskunft gegeben. Doch sicherlich würde uns diese auch nicht weiter überraschen.

Fakt ist: Der alltägliche Lauf der Dinge ist für Frauen in Westeuropa regelrecht zum „Spießrutenlauf“ geworden. Überall lauern Gefahren. Eine Erniedrigung folgt auf die andere. Nicht das mutmaßlich falsch gewählte Pronomen beim Bäcker sollte der modernen Frau Sorgen bereiten, vielmehr steht ihr gesamtes Wesen unter Beschuss. Ihre Freiheit wird angegriffen und keiner sagt und tut etwas dagegen, so auch nicht die Zeugen von Straßburg. Ganz nach dem Motto „Solange es mich nicht trifft, bin ich nicht betroffen.“ Doch im Endeffekt betrifft es uns alle!

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