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Screenshot YouTube

Brüchiger Waffenstillstand in Bergkarabach

13. November 2020

Nach mehr als einem Monat enden die Gefechte in und um Bergkarabach – vorerst. Am 27. September war der Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan um die autonome Region ausgebrochen und hatte in rund 6 Wochen zahlreiche Menschenleben gefordert. Russland, das als Schutzmacht Armeniens gehandelt wird, dessen Rolle allerdings wesentlich ambivalenter ist, hat nun den Waffenstillstand vermittelt.

Aserbaidschan, dessen Streitkräfte und Ressourcen die von Armenien bei weitem übersteigen, konnte sich in den letzten Wochen durchsetzen. Eine gewisse Rolle dürften dabei auch die türkischen Militärberater und Militärdrohnen gespielt haben. Anders als von vielen Betrachtern erwarten (oder erhofft), intervenierte Russland nicht auf Seiten Armeniens. Daran änderte auch der versehentliche Abschuss eines russischen Militärhubschraubers durch aserbaidschanische Streitkräfte nichts.

Nun ist die Region Bergkarabach besetzt, die nicht anerkannte Republik Arzach meldet 70.000 Kriegsflüchtlinge und Armenien steht kurz vor dem Kollaps, weil große Teile der Bevölkerung die Aufgabe von Bergkarabach nicht hinnehmen wollen. Russland, das mit der Aushandlung des Waffenstillstands seinen diplomatischen Einfluss in der Region ein weiteres Mal unter Beweis stellen konnte, wird zur Sicherung des Friedens einen Militärstützpunkt auf aserbaidschanischem Boden errichten.

Friedrich Fechter

Fechter studiert im Herzen Deutschlands und muss sich an seiner linksversifften Universität den typischen Gängelungen aussetzen. Er interessiert sich für Kunst, Geschichte und ist Meister der Halbsätze. Als Fechter das erste Mal ein Cover der Krautzone sah, hielt er das pixelige Layout für eine durchtriebene Werbestrategie. "Bestimmt", dachte er sich beim Durchblättern, "hier sind verschlagene Profis am Werk."


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