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Facebook vor der Zerschlagung

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Mittlerweile ist Facebook für viele Nutzer nichts weiter als ein Datenfriedhof. Hier liegen sie herum, die peinlichen Bilder, die alten Storyeinträge, die dummen Kommentare. Was damals angesagt war, weil die Anwendung doch so leicht und die Reichweite so hoch war, ist heute sperrig, unhandlich und unübersichtlich. In Europa und den USA stagnieren die Nutzerzahlen, der Techgigant profitiert aber noch von Zuwächsen in Indien und Asien.

Vor zehn Jahren war der blaue Gigant aus dem Silicon Valley DIE Social-Media-Plattform. Jeder, wirklich jeder hatte dort sein Profil. Es ging gar nicht ohne. Wer auf der nächsten Party oder in der Uni-Lerngruppe dabei sein wollte, musste sich von den Tentakeln der Datenkrake befummeln lassen. 2012 kaufte Facebook Instagram, 2014 griff es nach Whatsapp. Ein Siegeszug, der seinesgleichen suchte. Aber 2021 könnte die Show vorbei sein.

Die US-Regierung und mehr als 40 Bundesstaaten wollen Facebook wegen unfairen Wettbewerbs verklagen. Hinter der Klage stehen sowohl demokratische als auch republikanische Politiker und ihre Aussichten auf Erfolg sind nicht schlecht. Kartellzerschlagungen haben in Amerika eine lange Geschichte.

Für Marktliberale ist dieser Fall besonders interessant, zeigt er doch die Ambivalenz zwischen staatlichen Eingriffen und der Sicherstellung von fairen Wettbewerbsbedingungen auf. Facebook, dessen Dienste weltweit von rund drei Milliarden Nutzern beansprucht werden, lässt sich bereitwillig für politische Agenden einspannen. Wer nicht spurt, dem wird die Reichweite beschränkt oder der wird gleich gelöscht. Alternativen gibt es kaum. Zu klein, zu schlecht oder – demnächst von Facebook aufgekauft.

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