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Wissenschaftliche Pornoanalyse

15. Dezember 2020

Auf dem Portal „ze.tt“, dem jugendlichen Ableger der ZEIT, erschien gestern ein ausführliches Gespräch mit Claude C. Kempen über stereotypischen Pornokonsum. Kempen, der am Berliner Leibniz-Zentrum im Fachbereich „Moderner Orient“ zu „anti-muslimischem Rassismus und Sexismus in Pornos“ forscht, sieht in Refugee- und Hijab-Pornos, die mit der Flüchtlingswelle ab 2015 aufkamen, eine starke Problematik. Cis-Männer, also heterosexuelle Weiße, haben Sex mit einer unterwürfigen Migrantin mit Kopftuch. „Der Plot ist stereotypisch aufgeladen: Sie sucht eine Wohnung, braucht einen Ausweis oder Job und bezahlt dafür mit ihrem Körper. Oder sie wird für schlecht verrichtete Hausarbeit bestraft.“

Daran erkenne man den strukturellen Rassismus der Europäer, so Kempen. Weiter fragt „Ze.tt“: „Sie sagen, das europäische Patriarchat sei besessen von der verschleierten Frau. Wie zeigt sich das in den besagten Pornos?“ Kempen antwortet: „In Frankreich und Deutschland etwa gehört die zwanghafte Entschleierung der Frau zum politischen Alltag. Burkinis werden heruntergerissen, Lehrerinnen mit Kopftuch dürfen nicht arbeiten. Das Kopftuch gilt als unvereinbar mit europäischen Werten. Tatsächlich ist es aber so, dass sich der männliche Blick, der begehren, dominieren und kontrollieren will, vom Kopftuch gestört fühlt.“

Klar, welchen Grund sollte das Kopftuch auch sonst haben, als die Frau vor den gierigen Europäern zu schützen? Wie krank die Person sein muss, die derartige Sätze von sich gibt, zeigt auch ein Blick auf den Instagram Account von Er*Sie, wie sich Claude Kemper nennt. Experte für antimuslimische Pornos ist Claude Kemper spätestens seit August, als im Leibniz-Institut seine Forschungsarbeit veröffentlicht wurde. Aufschrei? Fehlanzeige. Das zeigt auch, dass an Berliner Fakultäten mittlerweile reihenweise solcher Schwachsinn publiziert wird. Allein der erste Satz zeigt die geistige Umnachtung des „Experten“: „Dieses Working Paper untersucht 14 ausgewählte pornographische Filme auf ihre sexistischen und anti-muslimisch rassistischen Inhalte.“

„Ausgewählt“. Keine repräsentative Studie, keine ernsthafte Analyse, kein gar nichts. Das ist auch kein Wunder: Bei einer ernsthaften Forschung wäre Kemper schließlich auch auf die tausenden und abertausenden Pornos gestoßen, in denen weiße Frauen mit langschwänzigen Schwarzen verkehren. Über diesen mehr als auffälligen und kulturell zu hinterfragenden Fakt, wird seit Jahrzehnten geschwiegen. Zu gut passt dieser Fakt in das Narrativ der linken Volkszerstörer, die seit Ewigkeiten daran arbeiten, dass die weiße Bevölkerung von den „Unterdrückten“ wegkolonisiert wird, zu gut passt er in das Bild des edlen Wilden, das linke Frauen seit Jahrzehnten begehren. Zu gut passt er in die schwarzer-werdende Werbung, bei der häufig der Mann schwarz und die Frau weiß ist. Aber das weiß Kempen nicht – oder ignoriert die Realität.

Die Linke macht also das, was sie immer macht: Sie kämpft gegen den weißen Mann. Und wenn sich das ethnisch-sexuelle Machtgefälle in einem paar dutzend Independent-Produktionen einmal dreht und der französische Gaming-Nerd (die meisten dieser Filme kommen aus Frankreich, steht im Interview) sich vorstellt, eine eingewanderte Kopftuchbraut mit den hiesigen Nicht-Gepflogenheiten zu konfrontieren, schlägt irgendwo in Deutschland ein psychisches Wrack, finanziert mit ihren Steuern, schnellstmöglich Alarm.

Aber ist Pornographie und sexuelle Handlung nicht für die modernen Transmenschen immer etwas Schlechtes, da sie Machtgefälle darstellen? Nicht ganz: Kemper schließt das Gespräch: „Pornos geben uns die Möglichkeit, weiße männliche Dominanz, Gewaltfantasien und den stereotypen Blick auf Frauen of Colour zu verstehen. Somit können wir auch eine Verteufelung von Pornos umgehen und diese stattdessen als zugängliches und vielfältiges Medium für uns als Feminist*innen nutzbar machen.“ Feministische Pornos? Werden nicht Mal von Feministinnen geschaut…

Autor

Florian Müller

Der Sklaventreiber-Chef hat diverse Geschwätzwissenschaften studiert und nach eigenen Angaben sogar abgeschlossen. Als geborener Eifeler und gelernter „Jungliberaler“ freundete er sich schnell mit konservativen Werten an – konnte aber mit Christentum und Merkel wenig anfangen. Nach ersten peinlichen Ergüssen entdeckte er das therapeutische Schreiben in der linksradikalen Studentenstadt Marburg, wurde Autor für die „Blaue Narzisse“ und „eigentümlich frei“. Ende 2017 gründete er mit Hannes die Krautzone.


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