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Corona-Lockdown nutzlos

8. Dezember 2020

Von Florian Müller

Deutschland hat sich so sehr in seinem Corona-Wahn festgefahren, dass Politik und Medien kaum mehr über den Tellerrand hinausschauen. Falls doch einmal die Medien einen Blick auf die Welt oder die europäischen Nachbarn werfen, dann meist, um die angeblich minimalinvasiven Maßnahmen der Bundesregierung zu betonen. Klar: Ein Blick nach Frankreich, wo die Regierung viel krassere Einschränkungen der Bewegungsfreiheit implementiert hat, oder nach Ostasien, wo Personen von der Polizei verprügelt werden, wenn sie die Sperrstunde nicht eingehalten haben, sorgt für mehr Akzeptanz der “milden” Maßnahmen von Bund und Ländern. Doch gibt es auch Länder, die keinen Lockdown verhängt haben, oder vom “Deutschen Weg” abweichen.

SCHWEDEN

Das bekannteste Beispiel eines ganzen Staates, der nach bundesdeutscher Einschätzung als “Coronaleugner” gelten muss, ist Schweden. Das gemütliche Land in Skandinavien, das normalerweise durch hohe Steuern, Masseneinwanderung und Clankriege glänzte, fuhr von Anfang an eine liberale Coronapolitik, die mit Empfehlungen arbeitete – also auf die Einschätzungen und die Umsicht der Bürger baute. Gleichzeitig gab es aber auch einige “harte” Gesetze, wie das Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen, unter gewissen Bedingungen durften sogar noch 300 Personen zusammenkommen.

Maskenlos durch Bullerbü

Ende November dann die Wende: Der schwedische Sonderweg wurde aufgrund massiver internationaler Kritik beendet, das Land knickte unter dem öffentlichen Druck ein und erließ erste Maßnahmen. Trotzdem bleiben beispielsweise Bars und Restaurants offen und eine Maskenpflicht gibt es erst Recht nicht. Die Südwestpresse fasst zusammen: “Manches in Schweden wirkt für Mitteleuropäer wie aus einer anderen Welt: Während Masken aufgrund von wissenschaftlichen Zweifeln an ihrem Nutzen komplett verpönt sind, wurden Personen mit positiv getesteten Familienmitgliedern im Haushalt bis vor Kurzem weiter zum Arbeiten geschickt. Ebenso sollten die Geschwister von positiv getesteten Kindern anfangs weiter die Schule oder die Tagesstätte besuchen, statt in Quarantäne zu gehen.“

Feiern noch möglich

Selbst nach den “harten Gesetzen”, die von vielen Corona-Fetischisten als Niederlage Schwedens eingeordnet werden, bleiben die Geschäfte offen. Bars und Restaurants müssen um 22:00 den Alkoholausschank beenden. Freiheitliche Kritiker werfen der Regierung aber eine unmoralische Strategie vor. Da Virus-Infektionen im Normalfall nach einer Hochphase von allein wieder sinken, werde sich die Regierung die automatisch sinkenden Zahlen nun auf die eigene Fahne schreiben. Dadurch wirke es so, dass das schärfere Handeln der Regierung tatsächlich eine Reduktion der Zahlen mit sich gebracht habe. Hinweise in diese Richtungen zeigen die massiv eingebrochenen Sterbezahlen ab dem 25. Vovember.

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Zur Erinnerung: Einen Tag zuvor wurden die härteren Maßnahmen von der Regierung eingeführt. Da wir aufgrund der zeitlichen Verzögerung aber immer das Bild vor zwei Wochen sehen – im Falle eines Corona-Todesfalles sogar noch länger – ist bereits der Zustand von Anfang/Mitte November für das jetzige Bild verantwortlich. Man muss also von einem Scheinzusammenhang sprechen. Dass weniger Schweden sterben, hat nichts mit dem neuen Kurswechsel zu tun!

Schweden2.pngAber auch bei den positiv Getesteten sieht man keinen klaren Trend. Die Zahl der Neuinfektionen schwankt auf vergleichsweise hohem Niveau vor sich hin. Die Einschränkungen Ende November zeigen noch kein Wirkungen, man wird die nächsten Tage abwarten müssen. Sollten die Zahlen sinken, wird diese Entwicklung natürlich auch auf das Konto der Regierung gebucht werden.

Schweden gilt als eines der Länder mit der höchsten Infektionsrate und der größten Sterberate nach den USA. Ein Blick auf die Zahlen zeigt allerdings auch hier die mäßige Gefährlichkeit des Virus. Bei 278,912 positiv Getesteten starben 7.067 Schweden mit oder an dem Corona-Virus, was einer Letalität von circa 2,5 Prozent entspricht.

SCHWEIZ

Dass staatliche Maßnahmen überhaupt keinen Einfluss auf die Entwicklung des Virus zu haben scheinen, zeigen die aktuellen Zahlen aus der Schweiz.

Im Frühjahr ergriff die Schweiz starke Maßnahmen gegen das Virus, die denen Deutschlands ähnelten, im Herbst hat man sich, trotz höherer Infektionszahlen, nicht verrückt gemacht. Zeitweise stand die Politik auf der Kippe, doch der „Bundesrat behält die Nerven“, wie die “Neue Zürcher Zeitung” dazu schrieb. Zwar stiegen die Zahlen der kritischen Fälle im November weiter an, doch wie von Zauberhand eine ähnliche Entwicklung wie in Schweden: Die Zahlen sinken von alleine wieder.Schweiz.png

Auch die Relotiusmeldung des Jahres vom deutschen LÜGEL, dass bereits alle Schweizer Intensivbetten belegt seien, enpuppte sich schnell als peinliche Falschmeldung, die sofort von zig Schweizer Medien zerrissen wurde. Mit den potenziellen Intensivbetten war man gerade einmal bei einer Auslastung von etwas über 50 Prozent.

DEUTSCHLAND

Dass am deutschen Wesen bekanntlich die Welt genesen soll, zeigt die hochnäsige Kritik an den freiheitlichen Schmuddelkindern Schweden und Schweiz. Gleichzeitig ist ein “harter Lockdown” im Gespräch, wie regierungsnahe Medien verlautbaren lassen.

Merkel wolle einen Schritt weitergehen. Warum? Weil die Infektionszahlen nicht sinken. Könnte es also, womöglich, ganz vielleicht, eventuell sein, dass der “Lockdown-Light” in Deutschland überhaupt keine Wirkung auf das komplexe Infektionsgeschehen (Kreuzreaktivität normale Grippe, mehr Testungen, schlechte PCR-Tests, falsch-positive Zahlen) hat? Sicher gesagt werden kann das freilich nicht, aber es ist mehr als nur möglich. Es ist wahrscheinlich.

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Seit fast einem Monat ist das öffentliche Geschehen in Deutschland wieder massiv eingeschränkt worden. Das Ergebnis ist quasi nicht messbar: wir befinden uns permanent an der Schwelle zu 25.000 Neuinfektionen am Tag und gleichen mit unseren starken Schwankungen den Schweden aufs Haar.

Folgt der harte Lockdown?

Welche Szenarien sind wahrscheinlich? Regierungsnahe Kreise um das RKI und Jens Spahn tendieren mittlerweile zum harten, aber kurzen Lockdown, der angeblich das Infektionsgeschehen durchbrechen könne. Der ist vor Weihnachten politisch aber kaum umzusetzen, was eine Fügung Fortunas sein könnte, sollten die Zahlen von selbst sinken.

Denn es entsteht gerade ein spannender Wettlauf zwischen Regierung und Virus. Sollte die Infektionsrate konstant bleiben oder während oder unmittelbar nach Weihnachten fallen, obwohl die Menschen sich vermehrt besuchen, die Regierenden stünden ohne Hose da.

Das Ziel des Gesundheitsministeriums und der Regierung wird deutlich: Unmittelbar vor den markant fallenden Zahlen einen “harten, kurzen Lockdown” einführen, um sich die Punkte für die ohnehin sinkenden Infektionszahlen aufs eigene Konto zu buchen. Dazu muss man aber gut Pokern können.

Denn die Zahlen werden so oder so wieder fallen: Zum einen wird die Testfreudigkeit der Menschen abnehmen, die bei jedem Räuspern zur nächsten Teststation laufen, zum anderen wird das passieren, was nach jeder Grippewelle passiert: Die Zahlen werden genau so schnell fallen, wie sie gestiegen sind. Verantwortlich ist dafür keine Regierung, sondern Mutter Natur.

Hier ein lohnenswerter Artikel aus der Schweiz über den nervenstarken Bundesrat:
https://www.nzz.ch/meinung/kein-lockdown-keine-panik-der-bundesrat-behaelt-im-corona-stress-die-nerven-das-verdient-respekt-ld.1587599

Florian Müller

Der Sklaventreiber-Chef hat diverse Geschwätzwissenschaften studiert und nach eigenen Angaben sogar abgeschlossen. Als geborener Eifeler und gelernter „Jungliberaler“ freundete er sich schnell mit konservativen Werten an – konnte aber mit Christentum und Merkel wenig anfangen. Nach ersten peinlichen Ergüssen entdeckte er das therapeutische Schreiben in der linksradikalen Studentenstadt Marburg, wurde Autor für die „Blaue Narzisse“ und „eigentümlich frei“. Ende 2017 gründete er mit Hannes die Krautzone.

Autor

Florian Müller

Der Sklaventreiber-Chef hat diverse Geschwätzwissenschaften studiert und nach eigenen Angaben sogar abgeschlossen. Als geborener Eifeler und gelernter „Jungliberaler“ freundete er sich schnell mit konservativen Werten an – konnte aber mit Christentum und Merkel wenig anfangen. Nach ersten peinlichen Ergüssen entdeckte er das therapeutische Schreiben in der linksradikalen Studentenstadt Marburg, wurde Autor für die „Blaue Narzisse“ und „eigentümlich frei“. Ende 2017 gründete er mit Hannes die Krautzone.


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