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Wie Licentia das Abendland verriet…

16. August 2020

Lisa „Licentia“ ist eine junge Frau Mitte 20. Sie stammt aus Franken, was sich nur unschwer anhand des rollenden „R“ erkennen lässt, welches sie gerne als Markenzeichen sieht. Seit geraumer Zeit lebt sie alleinerziehend mit drei Kindern in der Nähe von Köln und holt ihr Abitur nach. Ende 2018 erschien sie das erste Mal auf der rechten Bildfläche, als sie am Kölner Dom bei einer Aktion der Kampagne „120 Dezibel“ teilnahm. Sie erzählte, wie sie mit Martin Sellner Kontakt aufgenommen hatte und wurde daraufhin schnell in Kreisen der „Identitären Bewegung“ aufgenommen.

Lisa Licentia auf Twitter. Wer seriösen Content sehen will, besucht lieber nicht ihren YouTube Kanal. Sondern unseren.

Anfang 2019 wurde das Projekt „120 Dezibel“ beendet. Viele Frauen gingen, doch Lisa blieb da und versuchte sich völlig aus dem Nichts in den Reihen der „Identitären Bewegung“ zu etablieren. Sie zog das Projekt „Identitäre Frauen“ auf, was sich nicht nur aufgrund ihrer Unbekanntheit innerhalb der Organisation, sondern auch aufgrund der verfehlten nicht-identitären Themenwahl nie durchsetzen sollte.

Eines kristallisierte sich jedoch schon früh heraus: Außer liberaler Islamkritik, die sie vermutlich aufgrund ihres freien und vielseitig „offenem“ Lebensstils äußerte, steckte nicht viel hinter ihrem „patriotischen“ Aktivismus. Ihr Engagement hatte nie einen intellektuellen oder kulturellen Anspruch, lediglich westliche Werte waren es, die sie zu verteidigen suchte. Und dafür exponierte sie sich stets an vorderster Front.

So war es auch nicht verwunderlich, dass sie nach dem Scheitern der „Identitären Frauen“ ihr eigenes YouTube-Format startete, mit dem Künstlernamen „Lisa Licentia“. Schnell war sie erfolgreich und bekam Unterstützung von etlichen alternativen YouTubern, darunter Oliver Flesch, Martin Sellner und Anfang diesen Jahres auch noch von Tim Kellner.

Zu Beginn ihrer YouTube-Karriere genoss sie den neu erlangten Ruhm als „schönstes Gesicht der Gegenbewegung“, wie sie Oliver Flesch auf dem Kongress der freien Medien in Berlin betitelte. Sie berichtete von „patriotischen“ Demonstrationen, besuchte den Hambacher Forst und war „undercover“ bei einer Demonstration gegen die AfD in Dresden. Allesamt leichte Themen für ein breites Publikum.

Doch während sie auf YouTube die rebellische Aktivistin spielte, zeigte sie ihrer Folgerschaft auf Twitter schon früh ein ganz anderes Gesicht. Wie von der Tarantel gestochen reagierte sie dort auf alle möglichen Kommentare, vereinte sich mal mit dem homosexuellen Publizisten David Berger gegen „Schnellroda“, um im nächsten Moment zu beschwichtigen und sich für ihr Auftreten zu entschuldigen. Ein ewiges Hin und Her eben, das vermutlich dazu beitrug, dass sie für anonyme Trollaccounts zum beliebten Opfer wurde.

Im Juni 2019 gab sie ihren Ausstieg aus der „Identitären Bewegung“ bekannt, blieb jedoch weiterhin als Video-Aktivistin erhalten. Immer wieder produzierte sie kontroverse Videos über die Neurechten aus Schnellroda, „Transphobie“ oder jüngst über die Frauenquote.

Ihre provokante Themenwahl schrie geradezu nach negativen oder teils auch abfälligen und enttäuschten Kommentaren, die sie wiederum dazu nutzte sich auf ihren Social Media Kanälen als ständiges Opfer von „Rechtstwitter“ und der „Identitären Bewegung“ zu inszenieren. Während sie einerseits liebend gerne austeilte, zum Beispiel gegen den Publizisten Martin Lichtmesz oder gegen Martin Sellner als Kopf der IB, stempelte sie jeden Rückschlag gegen sich als „sexistisch“ oder auch „rassistisch“ ab. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ihr anfangs noch griechischer Vater zum türkischen Moslem wurde.

“Die Frau ist Abschaum” - So freundlich ist die Aussteigerin Licentia

“Die Frau ist Abschaum” – So freundlich ist die Aussteigerin Licentia

Zügellos schürte sie immer wieder Zwietracht in den vermeintlich eigenen Reihen, weshalb die Übersetzung „Zügellosigkeit“ vermutlich am besten zu ihrem gewählten Künstlernamen „licentia“ passt. Vor Kurzem wechselte sie nun endgültig die Seiten und verkündete auf Twitter, dass die wahren politischen Probleme der aktuellen Zeit „Nationalismus“ und „Fremdenfeindlichkeit“ wären, deren Bekämpfung sie sich nun zur Aufgabe mache. Immer wieder betonte sie den „Sexismus“ und die Frauenfeindlichkeit in rechten Kreisen, obwohl sie nie davor scheute ausfallend gegenüber den eigenen Mitstreiterinnen zu werden, wie der AfD-Politikerin Marie-Therese Kaiser, der Kabarettistin Lisa Eckart oder der Fraueninitiative „Lukreta“ und damit auch meiner Wenigkeit.

Gleich nach ihrer Twitter-Verkündung tauchten etliche Leaks von Chatprotokollen auf, aus denen eindeutig hervorgeht, dass ihr plötzlicher Sinneswandel doch nicht so plötzlich war und sie schon seit Längerem mit dem TV-Sender „ProSieben“ an einer Aussteiger-Doku arbeiten soll. Diese Doku diene dazu die AfD zu demaskieren und „den Laden endgültig zum Brennen zu bringen“. Aus diesem Grund soll sie verkabelt auf einer Parteiveranstaltung im Bundestag erschienen sein, um hohen alternativen Politikern anstößige Kommentare zu entlocken.

Während sie sich einerseits mit Neonazis in Dortmund abgab, machte sie der „Alternative für Deutschland“ eben solches Klientel auf parteinahen Demonstrationen zum Vorwurf und nannte dies als weiteren Grund für ihren Ausstieg. Mit diesem politischen Wandel findet sie neben Damen, wie Franziska Schreiber, einen Platz. Wir alle dürfen sicher gespannt auf ihre endgültige „Enthüllung“ warten.

Die gesamte Situation zeigt erneut, welche „Sicherheitslücken“ im rechten Lager bestehen, wie Vetternwirtschaft innerhalb des Spektrums funktioniert und wie leicht es gerade aufgrund des chronischen Frauenmangels ist mit schönem Gesicht ohne weitere Ansprüche an die Spitze zu gelangen. Skepsis und Desillusion folgen. Gerade bei jenen Männern, die Lisa unterstützen und in ihr einen rechten Lichtblick sahen. Auch wenn jene Problematik vermutlich von vornherein absehbar war.

Doch trotz negativen Erfahrungen sollte auch beim Pauschalisieren Vorsicht geboten sein. Denn auch wenn die Causa Lisa kein Einzelfall ist, so gibt es auch viele Frauen, die sich täglich in der Männerdomäne behaupten, ohne derartig umzuschwenken, mit intellektuellem und kulturellem Anspruch. Und an diese gilt es sich zu halten, anstatt allen Frauen grundlegend die „Lisa Licentia“ zu unterstellen.

Reinhild Boßdorf

Reinhild ist bei der Fraueninitiative "Lukreta" aktiv und betreibt einen eigenen YouTube-Kanal. Ihre Themen sind moderner Feminismus, importierte sexuelle Gewalt und Weiblichkeit. Sie bewegt sich meist in heteronormativ-sexistischen Kreisen, backt gerne Kuchen und wird von linken Steuergeldprofiteuren als “unauffällig, aber zentral für das rechte Netzwerk” beschrieben.

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