exc-602f602cc2dfaa54eb322d92

Die Finsternis der fernen Zukunft

3 Min lesen

Der heutige Tag wird wird, neben dem mittlerweile gewohnten Corona-Lamento über Maßnahmen und Fallzahlen, von einer Schlagzeile beherrscht: Hanau.

Vor genau einem Jahr erschoss Tobias Rathjen vier Menschen in einer Bar in der Hanauer Innenstadt, vier weitere in einem Kiosk und anschließend einen Autofahrer. Nach dem Massaker floh er in sein Elternhaus, ermordete seine Mutter und richtete sich anschließend selbst.

Weil neun der Opfer einen Migrationshintergrund haben und Rathjen eben nicht, weil er darüber hinaus rassistischen Wahnvorstellungen anhing, prädestiniert sich dieser Amoklauf zum politischen und gesellschaftlichen Fanal.

Seit einem Jahr wird mit aller Macht das Narrativ des rechten Terroranschlags bestärkt. Dass es sich bei Tobias Rathjen in Wirklichkeit um den psychisch labilen Einzeltäter handelte, den die Linken sonst in jedem muslimischen Terroristen sehen, interessiert keinen.

Es interessiert die Hinterbliebenen nicht, was im Angesicht des grausamen Verlustes ihrer Angehörigen verständlich ist, es interessiert den Mainstream aus Journalisten und Politikern nicht, weil Differenzierung in ihren Berufen nur hinderlich ist und vor allem interessiert es die linksextremen Agitatoren nicht, die seit der Bluttat mit Parolen wie #saytheirnames dem nichtmigrantischen Teil der deutschen Bevölkerung unterstellen, dass sie kein Interesse an toten Migranten hätten.

Wenn der Bundespräsident also heute in Hanau sprechen wird, dann in dem für ihn so typischen Sermon des gegeißelten Deutschen, der qua seiner Abstammung und Herkunft so etwas wie eine Mitverantwortung für den Amoklauf habe.

Man kann gegen so einen Vorgang schwerlich anschreiben – und vielleicht sollte man das auch gar nicht erst versuchen. Wer differenzierte Darstellungen der Tat und des Täters sucht, der wird sie finden. Alle anderen haben ihr Narrativ.

Deswegen noch eine Meldung, die in einer anderen Zeit und unter anderen Umständen die heutige Schlagzeile gewesen wäre: Der Forschungsroboter “Perseverance“, zu deutsch “Durchhaltevermögen“, ist sicher auf dem Mars gelandet.

Der rund ein Tonnen schwere Rover der NASA war im Juli vergangenen Jahres vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus gestartet. Das Fahrzeug, dass etwa so groß ist wie ein Kleinwagen, wird Aufnahmen von der Oberfläche des roten Planeten machen und Proben nehmen.

Außerdem verfügt Perseverance über Mikrofone. Wir werden sie jetzt also endlich hören, die unendliche Stille einer neuen Welt.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.