90 „Waffen“ sollen die Ravioli-Razzia retten

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In den Morgenstunden des letzten Mittwochs, an dem meine letzte Kolumne hier erschien, stürmten 3.000 Polizisten 150 Haushalte und fanden dabei 25 teils verhaltensauffällige Rentner, eine scharfe Waffe sowie besorgniserregend umfangreiche Vorräte an Linsensuppe und Ravioli. Was ein kleiner Reichstagsbrand, oder, um ein aktuelleres Beispiel zu nehmen, unser 6. Januar 2021 werden sollte, wurde selbst vom mediengläubigen Normie schallend von der Bühne gelacht: 25 alte Zausel mit Schreckschusswaffen, Dosenfutter und einer scharfen Waffe hätten also beinahe die Demokratie zum Wanken gebracht. Jedes zusätzliche Detail, das in den darauffolgenden Tagen pressebekannt wurde, sorgte nur für noch mehr Kichern, seien es die beiden Hellseher, die für spirituelle Backgroundchecks zuständig waren, oder die Tatsache, dass große Medien inszenierungsähnlich das Türeintreten begleiteten und alle zeitgleich umfangreiche Artikel veröffentlichten, als wäre eine vereinbarte Informationssperre abgelaufen.

Nichtsdestotrotz hielten Medien und Politik den vermutlich vorab beschlossenen Kurs: Faeser forderte sowohl im Bundestag als auch bei „Maischberger“, für Beamte die Beweislast umzukehren (ihre Worte), was ihre Verfassungstreue betrifft, kündigte für den heutigen Tag die Vorstellung eines „Demokratiefördergesetzes” an und machte sich zeitgleich nahtlos daran, das Waffenrecht zu verschärfen (Q6).

Wegen einer Waffe in 150 durchsuchten Haushalten. Was übrigens circa 19 weniger sind, als man in 150 zufällig ausgewählten Haushalten erwarten würde; sprich: Die Putschisten waren, nach damaligem Stand, ein Zwanzigstel so gut für ihre Machtergreifung ausgerüstet wie eine zufällige Stichprobe aus der sonstigen Bevölkerung es gewesen wäre.



Und genau das änderte sich am Dienstagmorgen mit einem Schlag: Sechs Tage nach der Razzia fiel einem dann auf einmal auf, dass man 90 weitere „Waffen” übersehen hatte. Das berichtete die „Welt” mit Bezug auf eine Sondersitzung des Innenausschusses des Bundestages. Oh, wie gern würde ich im Detail hören, was man da so plötzlich unter „Waffe” subsumiert hat. Sehr konkret wurde es nämlich leider nicht: Es geht um „19 Faustfeuerwaffen sowie 25 Langwaffen”, sowie weitere „Messer, Armbrüste und Dekowaffen”, also völlig legales Zeug. 54 scharfe Waffen aber dann doch, so will man zwischen den Zeilen heraushören. Es fällt aber auf: Das Wort „scharf” wird tunlichst vermieden, genauso wie auch das Wort „illegal”. Was für mich die Frage aufwirft: Hat man da ein wenig geflunkert, weil man sich mit der ehrlichen Version der Geschichte so hart verpokert hatte, dass Innenministerin und Medien Gefahr liefen, sich zum Gespött der Nation zu machen? Wurde da die eine oder andere Schreckschuss-, Vorderlader- oder Gulaschkanone auf einmal zu einer „Faustfeuerwaffe” und das eine oder andere Luft- oder Salutgewehr zu einer „Langwaffe”? Auch eine interessante Frage: Wie konnten die Medien, die ja mit Kamerateams die Razzien begleitet haben, 90 scharfe Waffen vollkommen übersehen?

Auch auffällig ist die Abwesenheit von Bildern dieses doch recht beträchtlichen Waffenarsenals, wie sie in solchen Fällen doch eigentlich gang und gäbe sind. Schön auf drei Tischen ausgebreitet, grinsen uns doch sonst immer die Schießprügel aus jedem Titelbild bedrohlich an, wenn mal wieder die Waffensammlung von Horst, dem Freie-Sachsen-Wähler oder so ausgehoben wurde, denn solche Bilder, so es sich um tatsächliche Waffen ohne roten Gummikorken im Lauf handelt, haben ja genau die Wirkung, die man sich in den Redaktionsstuben erhofft.

Generell bleibt festzuhalten: Das war, glücklicherweise, eine ganz arme Nummer, und das macht Hoffnung. Ich denke, sie hatten diese Truppe schon seit einiger Zeit in der Hinterhand für den Fall, dass die Stimmung langsam gegen die Regierung zu kippen droht, und sie werden da nicht zuerst auf ihren lächerlichsten Fall zurückgegriffen haben, was bedeutet: Was sie noch so in petto haben, wird noch lächerlicher sein. Auch interessant wird sein, ob, wie schon bei der „Lauterbach-Entführung“, VS- oder BKA-Agitatoren unter den „Putschisten“ waren und ob sie eine federführende, voranpeitschende Rolle gespielt haben. Aber das werden wir wohl leider wieder erst erfahren, wenn den Fall schon niemanden mehr interessiert. Wenn hier in zwei Monaten die Lichter ausgehen sollten, werden sie auf jeden Fall etwas Besseres brauchen als Opa Heinrich und sein Rollator-Regiment.

1 Comment

  1. Liebe Großmütter, werft schleunigst eure Einmachgummis weg:
    Kaum auszudenken wieviele terroristische Zwillen man damit basteln und radikale Roßkastanien gegen den Linksstaat verschleudern könnte!

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