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Ampel kaputt

7. November 2024
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Nach der unverhohlenen Schadenfreude รผber den erneuten Sieg von Donald Trump, der mich in seliger Erinnerung an einen Tag im November 2016 schwelgen lieรŸ, wollte ich gestern Abend eigentlich nur in Ruhe grillen โ€žAktenzeichen XYโ€œ schauen. Doch plรถtzlich zogen sich die Aufmerksamkeit heischenden Nachrichtenbรคnder durchs Bild: โ€žAmpel-Aus!โ€œ Bumm, zack, vorbei. Das war es also mit einer Regierung, die zuletzt in den linken Redaktionsbรผros mehr Unterstรผtzer hatte als unter ihren Parteigรคngern. Scholz trat vor die Kameras, und ich hรถrte den Mann das erste Mal eine Rede halten, die den Namen verdient. Das ist aber noch das Beste, was man รผber sie sagen kann, denn der grรผndlich einstudierte Text รคnderte nichts daran, dass sich hier eine dreiste Lรผge an die nรคchste reihte.

Und es sollte nicht die letzte offizielle Verlautbarung zum Aus der Nero-Koalition sein. Lindner, der mit den meisten FDP-Ministern die Fahne gestrichen hat (zurรผck bleibt allein der nun aus der FDP ausgetretene Verkehrsminister Wissing), widersprach der Scholzschen Sicht auf die Dinge. Wรคhrend der Kanzler mit einer massiven Neuverschuldung Verfassungsbruch begehen wollte, habe er sich als tapferer Liberaler gegen die finanzpolitische Unvernunft gestemmt. Wir vergessen an dieser Stelle einmal, dass die FDP diese Regierung mit ihrem Koalitionsbeitritt erst mรถglich gemacht und… โ€“ ach nein, das vergessen wir nicht. Sie hat den von den Grรผnen vorangetriebenen Wahnwitz einer Klimatransformation mitgetragen, mitgestรผtzt und sich auch in Sachen Kulturmarxismus nicht lumpen lassen. Es war der nun ebenfalls zurรผckgetretene Justizminister Marco Buschmann, der maรŸgeblich das vor wenigen Tagen verabschiedete โ€žSelbstbestimmungsgesetzโ€œ auf den Weg brachte.

Es war neben dem klassischen Festkleben am Stuhl โ€“ im BRD-Sprech die โ€žungeheure Verantwortungโ€œ โ€“ auch durchaus die Lust am Vorantreiben einer Agenda โ€“ โ€žGestaltungswilleโ€œ โ€“, die unserem Land auf jeder erdenklichen Ebene schadet und, was ich besonders bedauere, die liberale Sache desavouiert, die fรผr reaktionรคre Spinner wie mich eben nicht bedeutet, das Geschlecht zu wechseln oder jeden anderen linken Schwachsinn toll zu finden. Liberalismus, das war mal der Anspruch, die Steuern, die Abgaben, die bรผrokratische Last so weit es geht zu senken und mit dem Staatshaushalt selbst so verantwortungsvoll und effizient wie mรถglich zu wirtschaften. PreuรŸentum im besten Sinne, sozusagen.

Wer das versteht, wer das nachvollzieht, der lรคsst sich nicht im Traum auf eine Regierung mit Linksextremen ein. Nicht als Seniorpartner und schon gar nicht als Juniorpartner. Aber was klage ich รผber den Werteverlust der FDP โ€“ mit ein bisschen gutem Willen wird sie im Rahmen der vorgezogenen Neuwahlen aus dem Bundestag fliegen. Das wird dann auch schon das Aufregendste sein, was die kommenden Wahlen bringen werden. Die CDU รผbernimmt ziemlich sicher die Regierung und koaliert wahrscheinlich mit der SPD. Wenn es nicht reicht, nimmt man eben die Grรผnen mit dazu. Es wird laufen wie bisher. Die Verantwortlichen fรผr die strukturellen Krisen unseres Landes werden diese naturgemรครŸ nicht beheben, sondern nur noch verstรคrken. Aber dem widmen wir uns dann, wenn es so weit ist.

1 Comment Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr schรถn daรŸ hier klar gesagt wird worum es sich beim Liberalismus wirklich dreht und welch unrรผhmliche Rolle ein gewisser (b)Lindner dabei maรŸgeblich zu verantworten hat.

    Andernorts plappert man unreflektiert notorisch die transatlantische Verkehrung des Liberalitรคtsbegriffs weiter nach und lobt den Bock noch dafรผr daรŸ er die (H)Ampelei die es ohne ihn gar nicht erst gegeben hรคtte nach รผber drei Jahren Havariekurs einer Ratte auf sinkendem Schiff gleich zu opportun optimierter Zeit in Sichtweite des verlockenden Neuwahlenlands hastig verlรครŸt.

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