Das Kind als Ding

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In Großbritannien – einem Land, das allein aufgrund der Tatsache, dass seine Hauptstadt bereits einen muslimischen Bürgermeister hat, wie kein anderes geeignet ist, den zukünftigen Weg Europas aufzuzeigen – wurde kürzlich ein Gesetz verabschiedet, welches die Tötung eines Kindes durch die Mutter bis kurz vor der Geburt, für die Mutter straffrei stellt. Die KRAUTZONE berichtete bereits darüber.

Auf der Insel ist es somit als erstem europäischen Land möglich, abweichend von den in anderen europäischen Ländern geltenden Fristenlösungen, einen voll entwickelten Menschen durch die Mutter straffrei bis unmittelbar vor der Geburt zu töten. Semantiker nennen diesen Vorgang euphemistisch Abtreibung.

Hier tut sich für mich in dieser gottlos gewordenen Gesellschaft der Abgrund zur Hölle auf. Wo fängt etwas an, wo hört es auf? Ich kann mich noch an die Diskussionen erinnern, die es gab, bevor bei uns in Deutschland 1995 die Fristenlösung eingeführt wurde. Wann beginnt menschliches Leben? Mit der Zeugung? Kann ein dadurch entstandener Zellhaufen schon ein Mensch sein? Theologen, Biologen, Mediziner, alle hatten hierzu ihre Meinung. Bis 1976 war Abtreibung nur bei medizinisch oder kriminologisch indizierten Indikationen straffrei. Nach der Wiedervereinigung wollte man das westdeutsche Indikationsmodell an die Fristenlösung der DDR angleichen. Die daraufhin 1992 vom Bundestag beschlossene Regelung, wonach die Abtreibung nach 12 Wochen, nach Beratung, straffrei bleiben sollte, hat das Bundesverfassungsgericht 1993 kassiert, weil der Schutz des ungeborenen Lebens nicht hinreichend berücksichtigt sei. Daraufhin wurde 1995 die Fristenlösung mit Beratungspflicht als Kompromiss zwischen Selbstbestimmung der Frau und verfassungsrechtlichen Schutz des Lebens eingeführt, das gilt bis heute und wird seit Neuesten wieder diskutiert und in Frage gestellt.

Wie zu erwarten, gilt auch hier die alte Weisheit, reichst du jemandem den kleinen Finger, ist auch bald der Arm ab. Ein anderes, aber passendes Beispiel sind die Auslassungen eines Sozialdemokraten aus der dritten Reihe, der im Streit um das Hissen der Regenbogenflagge auf dem Reichstag anlässlich des CSD sinngemäß sagte, dass das queere Bekenntnis Teil der Menschenwürde wäre, Menschenwürde hingegen keine politische Meinung, sondern Menschenrecht… Je mehr Freiheiten man ihnen zugesteht, umso frecher und fordernder werden sie. Menschenwürde und Menschlichkeit sind die Floskeln, die sie als Monstranz vor sich hertragen, wenn sie denken, sie könnten damit ihre Forderungen durchsetzen.

Der Feminismus, der anfangs jede Berechtigung hatte, mutiert immer weiter in eine ähnliche Richtung. Es ist nie genug mit den Rechten der Frau. „Mein Körper gehört mir.“ Diese hardcore-Feministinnen nehmen sich so gottverdammt wichtig, dass sie glauben, an allem, was ihnen nicht passt, Anstoß nehmen zu müssen. Sie nehmen sich so gottverdammt wichtig, dass sie meinen, ihre Forderungen auf mitunter nicht einmal ansehnliche Körper malen zu müssen und die Welt im Kampf gegen das Patriachat und den Kapitalismus zu beplärren. Ihre eigene Wichtigkeit aufzugeben ist dringend geboten oder muss man ihnen einmal in aller Deutlichkeit sagen, dass sie, solange die Vulvafurche nicht quer ist, nichts Besonderes sind?

Nun haben es die Feministinnen und die sie umschwirrenden Lauchmänner in Großbritannien geschafft, die Frau ist Gott. Sie erschafft einen Menschen qua Geburt. Ein Ding in ihrem Leib, wird durch den Vorgang der Geburt zum Menschen. Wollen wir dem folgen? Für mich sind diese Auswüchse die Zeichen einer immer dekadenter werdenden Zivilisation auf altem Kulturboden. Eine Zivilisation in Wohlstand und Wollust verfällt auf der Höhe ihrer Entwicklung einer sybaritischen Dekadenz, die den Keim ihres Unterganges in sich trägt, weil sie, selbst auf Daunenkissen gebettet, Schwielen bekommt.

Der Mensch wird gerade neu definiert. Im Namen der Menschenwürde und des Menschenrechtes der Frau ist das Ding in ihrem Bauch ein Etwas, was kein Recht auf Leben hat, bis es geboren ist. Die Geburt macht es erst zum Menschen mit Würde und Rechten.

Wie geht das eigentlich weiter? Müssen wir nur warten, bis es hinreichend Alte und Sieche gibt, die dem Gesundheitssystem den Garaus machen könnten, damit endlich der Tod auf Rezept billig und legal wird? Ist der Mensch bald nur noch ein Mensch, wenn er, wem auch immer, nutzt?

Der sogenannte Wertewesten hat mit der in Großbritannien getroffenen rechtlichen Setzung, dass ein ungeborener Mensch de facto ein „Nicht-Wesen“ ohne Recht auf Leben ist, das Tor zur Hölle geöffnet. Wir blicken in einen Abgrund, in dessen Schwärze wir noch nicht sehen, was zukünftig möglich sein wird.

Aber nehmen wir uns nicht zu wichtig. Der Seher Ray Kurzweil sagt für 2045 die Geburt des letzten Menschen voraus. Alle danach Geborenen werden kein homo sapiens mehr sein, sondern durch die Erweiterung des Gehirns mittels KI als Übermensch geboren. Man könnte noch weiter gehen. Es gibt das quantenphysikalische Gesetz der Erhaltung der Information. Daraus ergeben sich faszinierende Konsequenzen. Wenn Information nicht verloren gehen kann, ist Leben in die kosmische Struktur eingebrannt und nicht die Ausnahme sondern die Regel. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Bis dahin gilt, es geht immer weiter und der Fakt, dass es uns heute immer noch gibt, ist Anlass zur Hoffnung. Der einzige Fehler der Evolution mag sein, dass Bekloppte nicht beim ersten Strahl der Sonne zu Staub zerfallen. Im Übrigen kann sich per heute der Wertewesten sein Geschwätz von Menschenwürde und Menschenrechten getrost an das Knie nageln.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das töten auf Rezept ist bereits in Kanada in der Praxis. Die könnte man in den Artikel noch ergänzen.

  2. Dem größten Unfug wird Menschenrechtsstatus zugesprochen, anderen hingegen versagt man diesen ganz.
    Letztlich spielen die Gottlosen damit selbst Gott, längst unfähig geworden noch zu erkennen wie sehr sie sich in ihrer vermessenen Hybris schon verrannt haben. Heute wie historisch in tausenden Jahren ist das niemals gut ausgegangen.

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