Wir müssen reden – über Todeswunsch und Heldenmut. Angesichts der Irrfahrt unserer „Eliten“ scheint dies dringend geboten. Der „Südwestdeutsche Rundfunk“ hat das bekannte Lied von Reinhard Mey „Nein, meine Söhne geb`ich nicht“ für die Teilnahme an seiner 1000-Lieder-Hitparade in diesem Jahr mit fadenscheiniger Begründung von der Teilnahme ausgeschlossen (letztes Jahr erreichte der Titel immerhin Platz 13). So weit, so gut, kann man machen. Auch sollen an dieser Stelle Entscheidungen von „öffentlich-rechtlichen“ Rotfunk-Sendern nicht weiter kommentiert werden.
Aber: was ist hier eigentlich los in diesem Land? Man steht mit offenem Mund und staunt ungläubig. Sind denn alle verrückt geworden? Noch vor 5 Jahren hätten die Bo-Bo’s jeden gesteinigt, der seinem Kind eine Spielzeugpistole schenkt. Bo-Bo’s? Das kommt von Bourgeois-Bohème, Angehörige einer sich elitär dünkenden, gutbürgerlichen Dekadenz. Fühlen sich wohl in Latte-Macchiato-Stillstuben und Stadtbezirken mit hoher Grünwählerdichte.
Jedenfalls entdecken nun ausgerechnet diese Zeitgenossen, insbesondere die Untergruppe der Redaktionsstubenbewohner, die fehlende Kriegstüchtigkeit. Man hätte gern wieder Kriegshelden – Maulhelden und Meldehelden haben wir schon. Soll denn alles umsonst gewesen sein? Die letzte Generation deutscher Zunge, vor der die Welt noch Respekt hatte, wurde vor etwa 100 Jahren geboren. Geschlagen und gedemütigt, wurde ihnen und ihren Nachfolgern eine Umerziehung zuteil, über deren Erfolge man nur staunen kann.
Der schon vor dem ersten Weltkrieg den Deutschen unterstellte besondere Hang zu Disziplin, Gehorsam und Gewalt, sozusagen zu einem aggressiven Nationalcharakter, wurde ihnen gründlich ausgetrieben. Am Ende blieb nur noch der Gehorsam, was auch der besondere Grund war, dass die Umerziehung zu einem geschichtlich nie dagewesenen Erfolg wurde. Seit nunmehr über 70 Jahren will dieses Volk nur noch gut und friedlich sein und wandelt sich brav zur Bevölkerung. Dabei hatte dieses Land noch nie Freunde. Zuerst waren es Feinde, dann Neider und heute nassauernde Zechkumpane, die vorgeben, unsere Freunde zu sein.
Heute rächt sich, was man damals so arg übertrieben hat. Der Hang zur Vermassung und zur Euphorisierung ist abhanden gekommen. Das Individuum und seine Rechte wurden zum Heiligtum erklärt, konkrete Bürgerrechte durch sogenannte allgemeine Menschenrechte ersetzt. Jeder Freak und jeder Spinner kann sich drei Gleichgesinnte suchen und seine „Rechte“ gegenüber der Gesellschaft einklagen und bekommt zumeist recht. Vereint sind die Individuen einzig im Konsumismus.
Zunehmende Individualisierung heißt Überbetonung der eigenen Wichtigkeit, das macht schwerfällig, unbeholfen und eingebildet und geht einher mit wachsender Angst vor dem eigenen Tod. Der eigene Tod als einzige Gewissheit eines Lebens ist eine sehr persönliche Angelegenheit und bedeutet stets den Verlust der eigenen Wichtigkeit. Die Menschen haben verlernt, den Tod als Ratgeber zu akzeptieren. Die meisten Nichtigkeiten fallen ab, denkt man nur jeden Tag einmal an seinen Tod. Die Individuen haben eine solche Angst vor dem Tod entwickelt, dass sie ihn wegsperren, in Krankenhäuser und Hospize. Kaum jemand will mit Sterbenden etwas zu tun haben, es gibt keine Rituale und Zeremonien mehr, kein Abschied nehmen, kein Dabeisein, wenn jemand diese Welt verlässt. In der Zeit, die man die Coronazeit nennt, ließ man Menschen in Hospitälern einsam unter einer Maske verrecken.
Und noch etwas ist gründlich schief gegangen. Den Deutschen wurde jeglicher Patriotismus, jegliche Vaterlandsliebe zugunsten einer nebulösen, bunten und globalen Massengesellschaft, die sich erstmalig auf der Welt auf deutschem Staatsgebiet materialisieren soll, ausgetrieben. Die Gesellschaft ist gespalten und fragmentiert wie eine zersprungene Windschutzscheibe. Wie also formt man hieraus wieder eine Einheit, die heldenhaft für ein Land einsteht, in dem das Hissen der eigenen Flagge den sogenannten Staatsschutz mobilisiert? Liebe zur Heimat, Stolz auf das Vaterland steht unter nationalsozialistischen Generalverdacht. Für wen oder was also sollen junge Menschen kämpfen und schlimmstenfalls ihr Bestes, ihr Leben, geben? Für eine plebejische Elite? Für ein Land im Niedergang? Für die „Werte“ des Westens?
Ist er dafür gut genug, der autochthone Deutsche? Soll er in der Ukraine im Schützengraben liegen und sein Blut dort lassen, wie schon seine Vorväter, während sich die Doppelpassinhaber einen schlanken Fuß machen und die Shisha-Bars in der Heimat gut gefüllt sind? Was soll das also? Dieses Land wird zur Übergabe an die Umma vorbereitet und in Brüssel arbeitet man daran, das Werk, an dem Männer Jahrhunderte gebaut haben, innerhalb von zwei Generationen zu zerstören. Das Mittelmeer ist in spätestens 50 Jahren ein afrikanischer Binnensee. Es scheint eine anthropologische Konstante zu sein: je mehr aufgebaut wurde, desto größer der Drang zur Zerstörung. Macht ohne Missbrauch ist reizlos.
Den Machthabern bleibt die Hoffnung auf die oben erwähnte letzte Tugend der Deutschen, den Gehorsam. Momentan ist auf die allgemeine Apathie bereits Verlass. Murrend, aber geduldig wird die Verschleuderung von Volksvermögen in Rüstungsprojekte ertragen. Die Sprengung der letzten Atommeiler wird zum Event.
Möge die rechte Benennung der Dinge die rechte Ordnung schaffen. Mögen die Politiker der Zukunft die richtigen Worte für ihr Volk finden. Es gibt die sichere Gewissheit, dass die meisten ihnen Glauben schenken. Nicht zuletzt wird der Druck der äußeren Umstände es richten.
In den Ruinen Babylons soll ein Tontäfelchen gefunden worden sein, auf dem steht: „Schaust du hin, so sind die Menschen insgesamt blöde“. Auch wenn dies ein archäologischer Fake sein sollte, es ist zumindest gut erfunden. Hoffnung? Nun, die gibt es. Vorboten nahenden Bürgerungehorsams zeigen sich. Die Nervosität der Eliten ist der Gradmesser. Sie lügen immer dreister. Sie beobachten uns. Aber wir beobachten zurück.


Sehr gut geschrieben.
Ja, das stimmt.
Sehr gut geschrieben.